
José María Aznar besucht Ceuta und fordert politischen Kurswechsel nach Grenzkrise
Der ehemalige spanische Ministerpräsident José María Aznar besuchte am Donnerstag Ceuta und forderte die sofortige Wiederherstellung der Ordnung, nachdem Ende Juli über 70.000 Migranten aus Marokko eingereist waren.
Aznar besucht Ceuta angesichts der Grenzspannungen
Der ehemalige spanische Ministerpräsident José María Aznar besuchte am Donnerstag die autonome Stadt Ceuta, um die Lage vor Ort nach dem Einreisen von über 70.000 Migranten Ende Juli zu erörtern. Begleitet von seiner Frau, der ehemaligen Madrider Bürgermeisterin Ana Botella, und dem stellvertretenden Generalsekretär der Volkspartei, Juan Bravo, traf Aznar im Palacio de la Asamblea mit dem Regionalpräsidenten Juan Jesús Vivas zusammen. Aznar unterzeichnete das Ehrenbuch der Stadt im Salón del Trono, bevor er Gespräche mit Mitgliedern der autonomen Exekutive führte. Der Besuch erfolgte vier Wochen nach den Grenzübertritten aus Marokko, während die lokalen Behörden noch immer Tausende von Menschen in der Enklave betreuen. Aznar gab eine institutionelle Erklärung direkt vor den Abgeordneten ab, ohne Fragen von Pressevertretern zu beantworten.
Die territoriale Integrität wurde verletzt.
Forderung nach politischem Wandel und Abschiebungen
Aznar forderte einen umfassenden Wechsel in der nationalen Führung und argumentierte, dass der Staat eindeutige Antworten geben müsse, wann immer nationale Grenzen in Frage gestellt werden. Aznar unterstützte uneingeschränkt den Wiederherstellungsplan und die sieben Maßnahmen, die der Vorsitzende der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, vorgelegt hatte, und bestand darauf, dass jeder, der illegal einreist, zurückgeführt werden müsse. Er richtete implizite Kritik an Ministerpräsident Pedro Sánchez und stellte fest, dass die nationale Souveränität im Sommer keinen Urlaub nehme. Aznar betonte, dass Spaniens Grenze in Nordafrika sowohl eine nationale als auch eine europäische Grenze sei, die eine dauerhafte Stabilisierung erfordere. Er warnte, dass staatliche Schwäche stets eine Provokation darstelle, und forderte die Beamten auf, die Belange der Einwohner Ceutas über die Aussagen Marokkos zu stellen.
Wer unsere Grenze stürmt, kann nicht im nationalen Hoheitsgebiet bleiben.
Bezüge zur Außenpolitik und zur Perejil-Insel
Die Gespräche in Ceuta legten großen Wert auf die spanische Außenpolitik und historische Präzedenzfälle. Aznar forderte eine Außenpolitik, die verhindert, dass Spanien in internationalen Krisen isoliert und der Erpressung ohne Verbündete ausgeliefert wird. In seiner Begrüßungsrede ließ Präsident Juan Jesús Vivas Aznars achtjährige Amtszeit Revue passieren und verwies auf dessen Reaktion auf den Streit um die Perejil-Insel im Jahr 2002. Vivas erklärte, die Perejil-Episode habe gezeigt, dass die spanische Souveränität nicht verhandelbar sei und mit allen staatlichen Mitteln verteidigt werden müsse. Vivas fügte hinzu, dass politische Persönlichkeiten entweder vollständig hinter Ceuta stehen oder konkurrierenden Partikularinteressen dienen müssten.
Zusammenstöße und Sicherheitsoperationen vor Ort
Aznars Auftritt fand in einer Zeit schwerer lokaler Belastungen statt, wobei rund 9.000 Polizei- und Militärangehörige in ganz Ceuta zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt waren. Es bestehen weiterhin Unstimmigkeiten über die Zahl der Migranten in der Stadt: Die Zentralregierung schätzt etwa 5.000 Personen, während andere Berichte von fast 8.000 ausgehen. Am Mittwochabend setzten Einheiten der Nationalpolizei Tränengas in der Nähe des Strandes El Trampolín ein, um zu verhindern, dass Anwohner auf Migrantenlager zumarschierten. Die Migranten reagierten auf den Vorstoß mit Steinwürfen – der erste direkte Zusammenstoß zwischen Anwohnern und Migranten seit Ende Juli. Nach der Konfrontation am Strand blockierten Demonstranten Straßen im Viertel El Zurrón, um gegen die Regierungsführung zu protestieren, bevor sie sich in den frühen Morgenstunden zerstreuten.
- Über 70.000 Migranten gelangen innerhalb von zwei Tagen über die marokkanische Grenze nach Ceuta.
- Polizei setzt Tränengas ein, um Zusammenstöße zwischen lokalen Demonstranten und Migranten am Strand El Trampolín zu verhindern.
- José María Aznar besucht Ceuta, um Regionalpräsident Juan Jesús Vivas zu treffen und vor den lokalen Behörden zu sprechen.


