
Volkswagen, Stellantis und Renault fordern von der EU „70:70“-Lokalanteilsregel zur Abwehr chinesischer Importe
Die drei Gruppen, die 60 Prozent der Fahrzeugproduktion Europas repräsentieren, fordern das Europäische Parlament auf, eine Regel zu verabschieden, die vorschreibt, dass 70 Prozent der in der EU verkauften Fahrzeuge 70 Prozent ihres Werts aus dem Block beziehen, angesichts chinesischer Konkurrenz und schwacher Nachfrage.
Der Vorschlag
Volkswagen, Stellantis und Renault haben am 12. Juni einen gemeinsamen Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments geschickt, in dem sie einen klaren „Made in Europe“-Rahmen fordern. Die drei Gruppen, die zusammen rund 60 Prozent der europäischen Autoproduktion ausmachen, schlugen eine einfache Schwelle vor: 70 Prozent der von Autoherstellern in der EU verkauften Fahrzeuge müssen 70 Prozent ihres Werts aus dem 27-Länder-Block beziehen, von der Entwicklung bis zur Fertigung. Der Brief, der zuerst von der Financial Times berichtet und von Reuters erhalten wurde, bezeichnet das Ziel als „70:70 in EU27“. Die Autohersteller argumentieren, dass der aktuelle Importanteil von 26 Prozent zeige, dass eine Regel nötig sei, um die weitere Auslagerung der Industrieproduktion zu stoppen.
Wir wollen der europäischen Mittelschicht saubere, erschwingliche und technologisch hochmoderne Autos anbieten.
Was die drei Gruppen wollen
Über die Wertschöpfungsschwelle hinaus fordern die Autohersteller, dass das Made in Europe-Label aktiv die Lokalisierung und Rückverlagerung fördert, anstatt bloß Kosten zu kompensieren. Sie streben gezielte Unterstützung für die europäische Batterieproduktion und „pragmatische Flexibilität“ für Kleinwagen an, um Elektrofahrzeuge erschwinglicher zu machen und gleichzeitig eine widerstandsfähige europäische Lieferkette aufzubauen. Die Firmen betonten, dass die Einhaltung einfach sein müsse.
Druck durch chinesische Konkurrenz und schwache Nachfrage
Der Brief bezeichnet die Herausforderung der Branche als beispiellos und verweist auf erhebliche Technologielücken in strategischen Bereichen, intensiven globalen Wettbewerbsdruck und anhaltend hohe Energie-, Fertigungs- und Regulierungskosten. Die Autoverkäufe in Europa liegen trotz eines Anstiegs der Neuzulassungen um 4,8 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weiterhin jährlich rund 3 Millionen Einheiten unter dem Niveau von 2019. Chinesische Autohersteller haben mit erschwinglichen Elektro- und Plug-in-Hybridmodellen an Boden gewonnen und nutzen ihre Vorteile in der Batterietechnologie, bei Rohstoffen und bei den Arbeitskosten.
Bestehende EU-Pläne und Widerstand
Die Europäische Union prüft seit einiger Zeit ein Made in Europe-Konzept. Aktuelle Vorschläge sehen vor, dass Flottenfahrzeuge und kleine E-Fahrzeuge in der Region montiert werden müssen, um für öffentliche Ausschreibungen und Subventionen in Frage zu kommen, sowie eine 70-Prozent-Lokalquote für Autokomponenten (Batterien ausgenommen). Ende letzten Jahres wurde ein Gesetz zur industriellen Beschleunigung vorgeschlagen, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Volkswagen und Stellantis hatten diesen Schritt befürwortet, aber monatelang verhandelt, um andere Autohersteller an Bord zu holen; Renault hat sich nun angeschlossen. Nicht-europäische Hersteller wie Toyota, Jaguar Land Rover und Honda haben den geografischen Geltungsbereich kritisiert und davor gewarnt, dass der Ausschluss von Komponenten aus Großbritannien, Japan und der Türkei die Compliance-Kosten erhöhen und die Preise für Verbraucher in die Höhe treiben würde.
Wenn wir es richtig machen
Die Gruppen äußerten in ihrer gemeinsamen Erklärung vorsichtigen Optimismus.
Wenn wir es richtig machen, kann Europa eine globale Automacht bleiben.
Sie bestanden darauf, dass der Rahmen die Kostenlücke im Vergleich zu globalen Wettbewerbern berücksichtigen müsse und dass die Regeln einfach umzusetzen und leicht zu kontrollieren sein sollten. Der Vorstoß stellt die jüngste Eskalation der Bemühungen europäischer Autohersteller dar, politische Deckung gegen chinesische Vorstöße zu sichern.
- EU schlägt Gesetz zur industriellen Beschleunigung vor, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
- Volkswagen und Stellantis fordern EU-Anreize für lokal gefertigte Elektrofahrzeuge.
- Volkswagen, Stellantis und Renault senden gemeinsamen Brief an das Europäische Parlament, in dem die '70:70 in EU27'-Regel vorgeschlagen wird.


