
Australien überrascht Türkei 2:0 zum WM-Auftakt – Popovics Risiko zahlt sich aus
Trainer Tony Popovics Entscheidung, den 22-jährigen Torwart Patrick Beach anstelle des erfahrenen Mathew Ryan aufzustellen, bescherte Australien einen überzeugenden 2:0-Sieg gegen die Türkei im BC Place von Vancouver.
Die Überraschung in der Aufstellung
Tony Popovic setzte Kapitän und Stammtorwart Mathew Ryan zugunsten von Patrick Beach auf die Bank, einem 22-Jährigen mit nur zwei vorherigen Länderspieleinsätzen. Der Trainer ersetzte zudem Vizekapitän Jackson Irvine durch den 21-jährigen Paul Okon-Engstler in einer Startelf, die zehn WM-Debütanten aufwies. Popovic sagte Reportern, die Entscheidungen seien im Team keine Überraschung gewesen. „Es ist eine Mannschaft, die zusammengestellt wurde, um gut zu spielen. Unabhängig vom Ergebnis war es die richtige Entscheidung.“
Beachs Abwehr-Meisterklasse
Die Türkei dominierte den Ballbesitz und gab 30 Schüsse ab, acht aufs Tor, aber Beach parierte jeden. In der 30. Minute streckte er sich voll aus, um Abdulkerim Bardakcis Weitschuss an den Pfosten zu lenken. Später tauchte er tief, um Arda Gulers Freistoß zu halten, und wehrte Kerem Aktürkoğlus Schuss aus kurzer Distanz ab. Der Torwart von Melbourne City beendete die Partie mit acht Paraden und einer weißen Weste. Beach sagte: „Vor ein paar Tagen haben der Chef und unser Torwarttrainer mich zur Seite genommen und mir gesagt, dass ich spielen würde. Sie hatten Vertrauen in mich.“
Irankunda und Metcalfe entscheiden das Spiel
Australien schlug in der 27. Minute per Konter zu. Okon-Engstler schickte einen langen Ball, der die türkische Abwehr spaltete und Nestory Irankunda durchstarten ließ. Der Flügelspieler nahm den Ball mit einer Berührung mit und schloss flach am kurzen Pfosten zum sechsten Länderspieltor ab. Er feierte, indem er die Eckfahne boxt – eine Hommage an den ehemaligen Kapitän Tim Cahill. In der 75. Minute sammelte Connor Metcalfe einen losen Ball 20 Meter vor dem Tor auf und schoss einen flachen Ball ins Netz, um den Sieg zu besiegeln.
Türkische Dominanz ohne Ertrag
Die Türkei, die zum ersten Mal seit 2002 wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei ist, hatte 72 % Ballbesitz und belagerte die australische Hälfte, konnte aber die kompakte grün-goldene Mauer nicht durchbrechen. Trainer Vincenzo Montella sagte: „Wir sind sehr traurig. Wir wissen, dass noch Zeit bleibt, uns zu erholen.“ Er fügte hinzu: „Sie sind sehr groß, daher ist es manchmal sehr schwierig“, da Australien immer wieder die Luftzweikämpfe gewann. Kapitän Hakan Çalhanoğlu hatte vor dem Spiel erklärt, seine Mannschaft sei talentierter, aber der türkische Angriff fand selten klare Lücken.
- Türkei
- 72 %
- Australien
- 28 %
Wie es weitergeht
Durch das Ergebnis rückte Australien in der Gruppe D auf den zweiten Platz hinter den USA, die Paraguay 4:1 besiegten. Australien trifft als Nächstes in Seattle auf die Co-Gastgeber, während die Türkei am 19. Juni in San Francisco auf Paraguay trifft und einen Sieg braucht, um im Rennen um die K.o.-Runde zu bleiben. Montella zeigte sich fair in der Niederlage und sagte über Australien: „Sie waren sehr gut.“


