
Anti-Einwanderungs-Proteste in Belfast nach Messerangriff; Bus angezündet, Häuser beschädigt
Hunderte Anti-Einwanderungs-Demonstranten lieferten sich am Dienstag in ganz Belfast Auseinandersetzungen mit der Polizei und setzten Fahrzeuge in Brand, einen Tag nachdem ein Sudanese einen Anwohner niedergestochen haben soll.
Der Auslöser
Ein 30-jähriger Sudanese soll am Mittwoch vor Gericht erscheinen, angeklagt wegen versuchten Mordes, Besitz einer Angriffswaffe an einem öffentlichen Ort und Bedrohung des Lebens. Die Anklage bezieht sich auf einen Messerangriff am Montagabend im Norden Belfasts, bei dem ein Mann in den Vierzigern mit schweren Verletzungen an Augen, Nacken und Rücken ins Krankenhaus eingeliefert wurde. In sozialen Medien weit verbreitete Videos zeigten Passanten, von denen einer einen Holzschläger hielt, die den Verdächtigen festhielten, bis die Polizei eintraf.
Gewalt breitet sich in der Stadt aus
Am Dienstagnachmittag hatten sich Hunderte Demonstranten, viele maskiert, an mehreren Orten versammelt. Ein Bus sowie mehrere andere Fahrzeuge und Mülltonnen wurden in Brand gesetzt. Randalierer zertrümmerten Türen und Fenster von Häusern, und einige Bewohner mussten fliehen. Der nordirische Feuerwehr- und Rettungsdienst rückte in der Nacht zum Dienstag zu 62 Einsätzen aus, die überwiegende Mehrheit im Großraum Belfast. Polizeihubschrauber kreisten über der Stadt, während Rauch aus verschiedenen Teilen der Stadt aufstieg.
- Messerangriff im Norden Belfasts; Verdächtiger von Passanten festgehalten
- Hunderte Demonstranten beginnen sich an mehreren Orten in Belfast zu versammeln
- Bus und Fahrzeuge in Brand gesetzt; Häuser beschädigt; Straßen blockiert
- Feuerwehr meldet 62 Einsätze im Großraum Belfast
- Verdächtiger soll wegen versuchten Mordes vor Gericht erscheinen
Über Belfast hinaus
Proteste fanden auch in Londonderry, Antrim, Newtownabbey, Ballymena und Bangor statt. Während einige Versammlungen friedlich blieben, arteten andere in Gewalt aus. Der Vorsitzende der Ulster Unionist Party, John Burrows, sagte, viele der Beteiligten seien Teenager gewesen. Etwa 100 Personen mit bedeckten Gesichtern beschädigten Eigentum.
Offizielle Reaktion
Der stellvertretende Polizeipräsident Ryan Henderson forderte die Gemeinschaften auf, friedlichen Protest zu unterstützen und eine Beteiligung an Gewalt zu verhindern. Die Polizei beschrieb die Unruhen als „sporadische Ausbrüche von Unordnung“ in mehreren Gebieten. Alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt wurden vorübergehend eingestellt.
Es gibt keinen Platz für maskierte Schläger in Nordirland. Hass kann nicht siegen.
Justizministerin Naomi Long verurteilte die Gewalt. Polizei und britische Behörden riefen wiederholt zur Zurückhaltung auf.


