
Copernicus berichtet: Globale Temperatur im August 2026 erreicht 1.65°C über vorindustriellem Niveau
Die europäische Klimaagentur Copernicus verzeichnete im August 2026 eine globale Oberflächentemperatur von 16.96°C, was den wärmsten Monat in ihrem ERA5-Datensatz darstellt und die globalen Durchschnittswerte zum ersten Mal seit November 2025 über die 1.5°C-Schwelle treibt.
Globale Oberflächen- und Meerestemperaturen
Der Copernicus-Klimadienst, umgesetzt vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), berichtete, dass der August 2026 der wärmste Monat in seinem bis 1940 zurückreichenden ERA5-Datensatz war, gleichauf mit dem Juli 2023. Die globale Durchschnittstemperatur der bodennahen Luft betrug 16,96 Grad Celsius und lag damit 0,85 Grad Celsius über dem klimatologischen Durchschnitt von 1991–2020. Gemessen am vorindustriellen Niveau von 1850–1900 war der globale Durchschnitt 1,65 Grad Celsius höher. Der Wert ist der erste Monat seit November 2025, in dem die planetaren Temperaturen die im Pariser Abkommen von 2015 festgelegte 1,5-Grad-Schwelle überschritten. Die außerpolaren Ozeane zwischen 60 Grad Süd und 60 Grad Nord erreichten eine tägliche durchschnittliche Oberflächentemperatur von 21,11 Grad Celsius und erreichten damit frühere Spitzenwerte vom März 2024, während sich ein sich verstärkender El Niño im tropischen Pazifik entwickelte.
- Global vs. 1850–1900 vorindustriell
- 1.65 °C
- Europa vs. 1991–2020
- 1.1 °C
- Global vs. 1991–2020
- 0.85 °C
Hitzewelle in Westeuropa und kontinentale Wasserbelastung
Für Europa insgesamt war der August 2026 der viertwärmste August seit Beginn der Aufzeichnungen mit einer durchschnittlichen Kontinentaltemperatur von 20,26 Grad Celsius, was 1,10 Grad Celsius über dem Durchschnitt von 1991–2020 liegt. Im gesamten Sommerzeitraum Juni bis August erlebte Europa die drittwärmste Saison nach 2024 und 2022, während Westeuropa den wärmsten Sommer seit Aufzeichnungen verzeichnete und den bisherigen Höchstwert von 2003 übertraf. Hitzewellen begannen bereits im Mai und hielten bis August an, was zu weit verbreiteter Dürre und erhöhter Waldbrandaktivität in westlichen, zentralen und östlichen Regionen führte. Die Wasserführung der Flüsse ging auf dem gesamten Kontinent stark zurück, mit außergewöhnlich niedrigen Wasserständen entlang von Donau, Rhein, Dnjepr und Südlichem Bug. Auch die Abflussmengen von Weichsel, Glomma, Rhone, Seine und Po sanken, bevor Regenfälle Ende August eine leichte Erholung brachten.
Die ECMWF-Klimaleiterin Samantha Burgess ordnete die globalen Daten ein.
Dieser August war ein bedeutender Monat in der globalen Klimageschichte.
Bevölkerungsbelastung und Sterblichkeit in Europa
Eine Analyse der Agence France-Presse auf Basis von Copernicus-ERA5-Daten ergab, dass 1,3 Milliarden Menschen weltweit zwischen Juni und August 2026 ihren heißesten borealen Sommer erlebten. Saisonale Durchschnittstemperaturrekorde wurden in 52 Ländern auf allen Kontinenten gebrochen. In Süd- und Westeuropa verzeichneten elf Länder, darunter Italien und Spanien, rekordverdächtige saisonale Hitze, wobei rasterbasierte Messungen in Italien zeigten, dass 65 % der überwachten Gebiete monatliche Rekorde aufstellten. In Frankreich und der Schweiz lagen die saisonalen Temperaturen mehr als 3 Grad Celsius über dem Referenzwert von 1991–2020. Zwischen Mitte Juni und Ende August wurden in acht europäischen Ländern mindestens 35.000 hitzebedingte Übersterblichkeitsfälle registriert.
Burgess betonte die direkten Schäden, die durch diese anhaltenden Anomalien verursacht wurden.
Die Auswirkungen sind zunehmend in Gemeinschaften, Volkswirtschaften und Ökosystemen auf der ganzen Welt zu spüren.
Extreme Hitze in Amerika, Asien und Afrika
Hohe Temperaturen erstreckten sich über die südlichen und tropischen Breiten, wobei neun Länder in Mittelamerika und im nördlichen Südamerika ihren heißesten Zeitraum Juni–August seit Aufzeichnungen verzeichneten. In Südostasien betrafen anhaltende Trockenheit und Hitze fast 100 Millionen Menschen in Indonesien und lösten Waldbrände aus, die giftige Rauchschwaden ins benachbarte Malaysia schickten. In Afrika erlebten etwa 450 Millionen Menschen in 18 Ländern Rekordtemperaturen. Im Sudan führte unzureichender Regen zu einer Verzögerung der Regenzeit und verringerte den Wasserfluss des Nils, was den Zusammenbruch der Landwirtschaft und schwere Ernährungsunsicherheit in einem Land, das bereits unter Bürgerkrieg leidet, noch verschärfte.
- Weltweit insgesamt
- 1300 Millionen
- Afrika (18 Länder)
- 450 Millionen
- Indonesien
- 100 Millionen


