
ND signalisiert Bereitschaft zur Non-Profit-Klausel der PASOK zu Artikel 16 – empörte Antwort: ‚Kein Basar‘
Der Verfassungsrevisionsausschuss stritt am Mittwoch über private Universitäten, wobei die Nea Dimokratia (ND) andeutete, sie könnte die Forderung der PASOK nach einem reinen Non-Profit-Modell übernehmen. Die Annäherung stieß auf Misstrauen und eine scharfe Antwort der Opposition: ‚Es ist kein Basar.‘
Der Ausschuss tagt zu Artikel 16
Eine lang erwartete ideologische Schlacht um die Zukunft der Hochschulbildung entbrannte am Mittwoch im parlamentarischen Ausschuss, der mit der Revision der griechischen Verfassung beauftragt ist. Im Mittelpunkt steht Artikel 16, der das staatliche Monopol auf die Hochschulbildung festschreibt. Die Nea Dimokratia (ND) will private Einrichtungen unter staatlicher Aufsicht zulassen; die Hauptopposition PASOK unterstützt nichtstaatliche Universitäten, besteht aber darauf, dass sie ausdrücklich gemeinnützige Körperschaften sein müssen.
NDs Eröffnung und die Lektion aus Zypern
Evripidis Stylianidis, der Berichterstatter der ND, bezeichnete das derzeitige Verbot als überholt und argumentierte, Griechenland sei zu einer ‚internationalen Insel der Bildungsisolation‘ geworden. Er wies darauf hin, dass Zypern, dem die gleiche verfassungsrechtliche Hürde fehlt, 6 % seines BIP aus der tertiären Bildung erwirtschaftet, während rund 53.000 griechische Studenten im Ausland studieren – eine verpasste wirtschaftliche Chance.
Zypern, das die griechische Zurückhaltung ausnutzt, erzielt inzwischen 6 % seines BIP aus der Hochschulbildung.
PASOKs bedingtes ‚Ja‘
Nadia Giannakopoulou, die für die PASOK sprach, erklärte, ihre Partei stimme grundsätzlich für die Beendigung des staatlichen Monopols, forderte aber ausdrückliche verfassungsrechtliche Garantien, dass jede nichtstaatliche Universität gemeinnützig sein, das öffentliche System ergänzen und unter einer unabhängigen Aufsichtsbehörde arbeiten müsse. Sie betonte, dass die PASOK im derzeitigen vorschlagenden Parlament für keine Revision stimmen werde, sondern erst in der nächsten Revisionskammer.
Ja, lassen Sie uns nichtstaatliche, gemeinnützige Universitäten zulassen, die die öffentliche Universität ergänzen. Das ist der wirklich fortschrittliche Schritt.
Der Non-Profit-Streit entbrennt
Der Kernkonflikt entzündete sich, als Dimitris Mantzos von der PASOK der ND politischen Opportunismus vorwarf, weil sie das Wort ‚gemeinnützig‘ aus ihrem ursprünglichen Mai-Vorschlag im Juni-Entwurf gestrichen hatte. ‚Sie haben den Begriff gelöscht‘, warf er vor und warnte, dass das Fehlen einer Gemeinnützigkeitsbeschränkung die Tür für kommerzielle, gewinnorientierte Universitäten öffnen würde.
Es ist kein Basar. Wenn Sie Ihre Position ändern, sagen Sie es und lassen Sie uns die Kehrtwendungen zählen. Für uns ist die Unterscheidung zwischen Gewinn und Gemeinnützigkeit nicht verhandelbar.
Ein überraschender Ölzweig
Gegen Ende der Sitzung machte Stylianidis eine unerwartete Geste. Er sagte, die ND könne der Formulierung der PASOK zustimmen und die Qualifikation ‚gemeinnützig‘ hinzufügen, und bezeichnete dies als bedeutende Annäherung. ‚Wir heißen die PASOK mit großer Freude in unserer Position willkommen. Ich unterschreibe alles, was die PASOK-Abgeordneten gesagt haben‘, erklärte er und fügte hinzu, die ND habe keine Einwände gegen gemeinnützige Einrichtungen und sei bereit, den Entwurfstext entsprechend zu ändern. Mantzos wies die Annäherung sofort als taktisches Manöver zurück und bestand darauf, dass es keinen Konsens über die derzeitige Formulierung gebe.
Wie es weitergeht
Der Ausschuss unter Vorsitz von Makis Voridis hat bis Mitte Juli Zeit, seine Vorschläge dem Plenum vorzulegen. Da der Wahlzyklus bereits läuft, wurde die Sitzung weithin eher als Grundsatzerklärung denn als ernsthafte Suche nach einer Einigung angesehen. Jede Verfassungsänderung erfordert eine Zweidrittelmehrheit von 180 Stimmen im nächsten Parlament – eine Hürde, die beide Parteien dazu zwingt, sich für den kommenden Wahlkampf zu positionieren.

