
Russische ballistische Raketen treffen Kiew über Nacht – mindestens 4 Tote und 15 Verletzte; fünfstöckiges Gebäude mit eingeschlossenen Menschen
Nächtlicher Sperrfeuer von mehr als zehn Explosionen beschädigt Wohn- und Geschäftsgebäude und setzt Autos in Brand; folgt auf den landesweiten Angriff vom Donnerstag, der zehn Tote forderte und einen russischen Marschflugkörper in NATO-Territorium schickte.
Der nächtliche Angriff
In den frühen Morgenstunden des Samstags, 1. August 2026, starteten russische Streitkräfte eine Serie ballistischer Raketen auf die ukrainische Hauptstadt. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Luftabwehr sei aktiv gewesen, als mehr als zehn Explosionen die Stadt in rascher Folge erschütterten.
Explosionen in der Stadt. Kiew wird mit ballistischen Raketen angegriffen. Bleiben Sie in den Schutzräumen.
AFP-Journalisten am Ort berichteten, dass die Detonationen so heftig waren, dass entlang der Straßen Autos Alarmanlagen auslösten. Laut Klitschko und den örtlichen Behörden wurden mindestens vier Menschen getötet und 15 weitere verletzt, darunter zwei Jugendliche.
Schäden und Rettungsarbeiten
Die Einschläge trafen mehrere Bezirke der Stadt und beschädigten Wohn- und Geschäftsgebäude. Ein fünfstöckiges Wohnhaus wurde durch herabfallende Raketentrümmer getroffen, sodass Menschen im Inneren eingeschlossen wurden, schrieb Klitschko auf Telegram. Geparkte Autos auf den Straßen fingen Feuer, als herabfallende Splitter sie entzündeten. Das volle Ausmaß der Gebäudeschäden blieb unmittelbar nach dem Angriff unklar, während Rettungskräfte noch an den Einsatzorten arbeiteten.
Woche der Eskalation und ein NATO-Luftraumverstoß
Der nächtliche Angriff erfolgte kaum einen Tag nach einem groß angelegten russischen Raketen- und Drohnenangriff am Donnerstag, dem 30. Juli. Die ukrainischen Behörden erklärten, dieser Angriff habe landesweit mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die westliche Stadt Lemberg nahe der polnischen Grenze war eine der am schwersten getroffenen. Während dieses Sperrfeuers drang ein russischer Marschflugkörper in den Luftraum des NATO-Mitglieds Polen ein und stürzte dort ab, wie die polnische Regierung bestätigte.
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Die aufeinanderfolgenden Salven markieren eine deutliche Intensivierung der russischen Luftkampagne, die darauf abzielt, die ohnehin angespannten ukrainischen Verteidigungssysteme zu überlasten.
Patriot-Knappheit und Trumps Zurückhaltung
Zu den wirksamsten Gegenmaßnahmen gegen ballistische Raketen gehören die von den USA gelieferten Patriot-Abfangsysteme, doch die Ukraine hat wiederholt erklärt, dass es ihr an genügend solcher Systeme mangelt. Am Freitag äußerte sich US-Präsident Donald Trump zu der Frage, ob Washington die Produktion von Patriot-Raketen in der Ukraine lizenzieren könnte. Trump sagte, die Vereinigten Staaten müssten bei einem solchen Schritt „sehr vorsichtig“ sein. Die Ukraine ist seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion im Februar 2022 auf westliche Militärhilfe angewiesen, um sich zu verteidigen.

