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Wahlen·vor 3 Std.

Francina Armengol verlässt Rennen um Regionalpräsidentschaft der Balearen und bietet sich für Spitzenkandidatur der PSOE an

Francina Armengol, Präsidentin des spanischen Abgeordnetenhauses und Vorsitzende der balearischen Sozialisten, hat ihre Pläne aufgegeben, 2027 erneut die Regionalregierung zu übernehmen. Stattdessen will sie die Liste der Partei für das nationale Parlament anführen, wo vorgezogene Neuwahlen möglich sind, falls die Haushaltsverhandlungen scheitern.

Abschied von regionalen Ambitionen

Armengol gab am Samstag auf dem politischen Rat der PSIB in Palma bekannt, dass sie nicht an der Vorwahl zur Führung der Partei bei den balearischen Wahlen 2027 teilnehmen werde. Die Entscheidung beendet monatelange Spekulationen über ihre Zukunft und schließt einen Zyklus ab, in dem sie über ein Jahrzehnt lang die Inselpolitik dominierte. Sie erklärte dem Parteivorstand, dass ihre Entscheidung von der Schwere der politischen Lage getrieben sei.

Ich tue dies aus einem enormen Verantwortungsgefühl angesichts des Moments, den wir durchleben; ich glaube, es ist das Beste, was wir jetzt tun können.

Armengol wurde im Februar 2012 erstmals Generalsekretärin der balearischen Sozialisten. Sie führte die Partei 2015 durch ein Bündnis mit linken und nationalistischen Kräften zur Regionalpräsidentschaft und 2019 zu einem historischen ersten Platz, dem einzigen Mal, dass die PSIB bei einer Regionalwahl die Konkurrenz überflügelte. Ihre Wahldominanz endete im Mai 2023, als sie bei der dritten Wahlniederlage in Folge gegen die PP-Kandidatin Marga Prohens verlor.

Ein politisches Jahrzehnt auf den Balearen

Armengols Werdegang spiegelt die wechselnden Geschicke der Mitte-Links-Partei auf den Inseln wider. Nach dem Verlust der Präsidentschaft wurde sie von Premierminister Pedro Sánchez zur Präsidentin des Abgeordnetenhauses ernannt, eine Rolle, die sie im Zentrum der nationalen Politik hielt. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Meilensteine.

Francina Armengols politischer Werdegang auf den Balearen
  1. Wird Generalsekretärin der balearischen Sozialisten (PSIB)
  2. Tritt ihr Amt als balearische Präsidentin nach einem Bündnis mit linken und nationalistischen Kräften an
  3. Sozialisten werden erstmals zur meistgewählten Partei bei einer balearischen Wahl
  4. Verliert die Regionalpräsidentschaft an die PP-Kandidatin Marga Prohens nach der dritten Wahlniederlage in Folge
  5. Tritt vom Rennen um die Regionalwahlen 2027 zurück und bietet sich für die Spitzenkandidatur der PSOE für die nationale Kongressliste an

Eine Wende zur nationalen Politik

In derselben Rede schlug Armengol vor, erneut die PSOE-Liste für das Abgeordnetenhaus anzuführen. Sie argumentierte, dass die Bedrohungen für die Demokratien eine sozialistische Regierung in Madrid notwendiger machten als je zuvor.

Wir durchleben entscheidende Momente für alle Demokratien, die bedroht sind, und deshalb ist es wichtiger denn je, eine sozialistische Regierung in Spanien zu haben.

Armengol wird ihre Ämter als Generalsekretärin der PSIB und als Präsidentin des Kongresses behalten. Ihr Schritt eröffnet das Rennen um die regionale Kandidatur zu einem Zeitpunkt, an dem bereits Anfang 2027 vorgezogene Neuwahlen ausgerufen werden könnten, falls die Opposition den Haushalt der Regierung blockiert. Der Zeitplan könnte daher die nationalen Wahlen vor die regionalen stellen.

PP-Angriffe: „Drei Jahre zu spät“

Die balearische PP reagierte mit scharfer Kritik. Sprecher Sebastià Sagreras wies die Ankündigung als überfällig zurück und behauptete, die Wähler hätten Armengol bereits 2023 abgelehnt.

Die Bürger haben sie im Mai 2023 nach Hause geschickt. Auf ihre Kandidatur zu verzichten, reicht nicht; sie sollte als Präsidentin des Kongresses zurücktreten.

Die Konservativen verknüpften ihren Rückzug mit Korruptionsvorwürfen, darunter der Maskenbeschaffungsskandal Koldo, und listeten auf, was sie ihr giftiges Erbe nannten: 115.000 Touristenbetten, die die Inseln an ihre Grenzen bringen, Untätigkeit bei explodierenden Wohnkosten, Kürzungen im öffentlichen Dienst und Unterinvestitionen in die Infrastruktur. Sagreras forderte die Sozialisten auf, „ihre Krise mit neuen Gesichtern zu beenden“.

Vermächtnis und der Weg nach vorn

Armengol räumte „Fehler und schwierige Momente“ innerhalb der Partei ein, lehnte es aber ab, sich von der PP, die sie mit der rechtsextremen Vox gleichsetzte, Lektionen in Sachen Korruption erteilen zu lassen. In ihrer einstündigen Rede griff sie die Regierung Prohens an, weil ihr „Strenge und Ernsthaftigkeit“ fehlten, und beschuldigte sie, die öffentlichen Dienstleistungen zu vernachlässigen, die Wohnungs- und Tourismussättigungskrise nicht zu bewältigen und sich zu weigern, mit dem Finanzministerium über ein neues regionales Finanzierungssystem zu verhandeln.

Innerhalb der PSIB richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Nachfolge. Rosario Sánchez, Staatssekretärin für Tourismus und langjährige Stellvertreterin Armengols auf den Balearen, gilt weithin als Favoritin für die Kandidatur der Partei bei den Regionalwahlen 2027. Der für Juli angesetzte Vorwahlprozess wird zeigen, ob sich die Partei hinter einer neuen Figur sammeln kann, während sie gleichzeitig Armengols Kandidatur für einen Sitz in Madrid unterstützt.

Palma de Mallorca · Madrid

8 Quellen

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