Flandern streicht Millionensubventionen für den Antwerpener Zoo, um Haushaltsziel 2027 zu erreichen
Der flämische Umweltminister Jo Brouns hat die Streichung der Subventionen für den Antwerpener Zoo im Rahmen eines regionalen Sparziels von 1,9 Milliarden Euro angekündigt. Die Zooleitung äußert Bedenken wegen Betriebsdefiziten und Eintrittspreisen.
Flanderns Haushaltskonsolidierung trifft den Antwerpener Zoo
Der flämische Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Jo Brouns, hat in der Sendung von Radio 1 angekündigt, dass die flämische Regierung ihre jährliche Subvention für den Antwerpener Zoo einstellen wird. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Sparpakets, das jeden Regionalminister verpflichtet, die Ausgaben seines Ressorts zu senken; die flämische Regierung will 2027 Einsparungen von 1,9 Milliarden Euro erzielen. Brouns bestätigte, dass sein Ressort die gesamten Subventionsausgaben um knapp 10 Millionen Euro reduzieren wird. Neben der Beendigung der Unterstützung für den Antwerpener Zoo fallen diesen Kürzungen auch die Mittel für Klimahilfeprojekte in Malawi zum Opfer.
Der Zoo wird nun lernen müssen, für sich selbst zu sorgen.
Aufschlüsselung der Subventionen und fehlende Abstimmung
Während Brouns den jährlichen Verlust des Zoos öffentlich auf bis zu 1 Million Euro schätzte, erklärte der Direktor des Antwerpener Zoos, Dries Herpoelaert, dass die Gesamtreduzierung größer ausfallen werde, wenn alle flämischen Unterstützungsleistungen entfielen. Herpoelaert präzisierte, dass der Zoo 1,1 Millionen Euro vom Departement für Umwelt und Landwirtschaft unter Brouns erhält sowie 2,3 Millionen Euro aus dem Tourismusressort von Ministerin Melissa Depraetere – zusammen 3,4 Millionen Euro pro Jahr. Herpoelaert erklärte, das Führungsteam habe von der Kürzung direkt aus der Morgennachrichtensendung im Radio erfahren, ohne jede Vorankündigung oder vorherige Gespräche, und merkte an, dass Depraetere keine formelle Mitteilung an die Einrichtung gerichtet habe.
- Umwelt und Landwirtschaft
- 1.1 Mio. €
- Tourismus
- 2.3 Mio. €
Gesellschaftliche Rolle, Denkmalpflege und Betriebsdefizit
Die öffentlichen Subventionen machen etwas mehr als 7 % der jährlichen Betriebskosten des 185 Jahre alten Zoologischen Gartens aus. Herpoelaert erläuterte, dass diese Mittel teilweise die Instandhaltung der denkmalgeschützten historischen Bauwerke des Zoos decken und zugleich zwei zentrale gesellschaftliche Aufgaben tragen. Erstens ermöglicht die Finanzierung einkommensschwächeren Besuchern den Zugang, indem sie 50.000 Menschen pro Jahr vergünstigte Eintritte bietet. Zweitens erlaubt sie es der Einrichtung, 365 Tage im Jahr geöffnet zu bleiben und in einem städtischen Umfeld, in dem viele Anwohner nur einen Balkon haben, eine offene Grünfläche bereitzustellen. In den Wintermonaten zwischen November und Februar arbeitet der Zoo mit einem finanziellen Defizit – eine Lücke, die bisher durch staatliche Zuwendungen ausgeglichen wurde. Um die wegfallenden Einnahmen aufzufangen, prüft die Zooleitung Optionen wie zurückhaltende Anpassungen der Eintrittspreise, Kostenüberprüfungen und mögliche Personalreduzierungen.
Dass die Subventionen von allem auf nichts sinken sollen, ist für uns unbegreiflich. Ich glaube nicht, dass es viele Organisationen gibt, die seit 185 Jahren bestehen und so behandelt werden.
Portfolioinvestitionen und weitere Haushaltsmittel
Auf die Kritik der parlamentarischen Opposition entgegnete Brouns, die flämische Regierung halte an den Kernausgaben für Umwelt und Landwirtschaft fest. Die 500 Millionen Euro, die für die Stärkung des regionalen Wassermanagements vorgesehen sind, bleiben vollständig ohne Abzüge erhalten, und die Verwaltung stockte die Mittel für eine erweiterte Klimarisikoversicherung um 10 Millionen Euro auf. Brouns betonte, dass keine Mittel aus Investitionen in offene Flächen zur Klimaanpassung abgezogen wurden. Bei der Sozialfürsorge werden die geplanten Änderungen am Familiengeldprogramm Groeipakket weder die Grundbeträge noch die reguläre Indexierung verändern, und die Regierung plant ein Sicherheitsnetz für Studierende, die wegen längerer Krankheit ihren Leistungsanspruch verlieren. Auch große Unternehmen sollen für industrielle Abwassereinleitungen entsprechende finanzielle Verpflichtungen übernehmen, um ausgewogene Beiträge in der gesamten regionalen Wirtschaft sicherzustellen.

