
Indonesiens oberster Anti-Korruptionsstaatsanwalt tritt zurück, nachdem Polizei 74 kg Gold und 20 Millionen Dollar Bargeld beschlagnahmt
Nach Polizeirazzien, bei denen 74 kg Goldbarren und rund 20 Millionen Dollar Bargeld sichergestellt wurden, ist Indonesiens oberster Anti-Korruptionsstaatsanwalt Febrie Adriansyah am Samstag zurückgetreten.
Die Razzien und Beschlagnahmungen
Am 8. und 9. Juli durchsuchte die indonesische Polizei mindestens 12 Orte in Jakarta, Süd-Tangerang und Bogor im Rahmen einer groß angelegten Korruptionsermittlung. Die Durchsuchungen, die gemeinsam von der Polizei Jakartas und der nationalen Polizei durchgeführt wurden, umfassten die Befragung von 15 Zeugen. Auf einem Grundstück in Bogor, einem Haus, das Febrie Adriansyah später als sein privates Wohnhaus bezeichnete, fanden die Beamten 74 Kilogramm Goldbarren und große Mengen Bargeld in mehreren Währungen. Polizeisprecher Budi Hermanto sagte Reportern am Freitagabend, dass das beschlagnahmte Bargeld mehr als 5,8 Millionen US-Dollar und 17,2 Millionen Singapur-Dollar sowie indonesische Rupiah und saudische Riyals umfasste und insgesamt rund 20 Millionen Dollar betrug. Bilder des beschlagnahmten Goldes und Bargelds verbreiteten sich in den lokalen Medien und verstärkten die öffentliche Kritik.
- Polizei durchsucht mindestens 12 Orte in Jakarta, Süd-Tangerang und Bogor und befragt 15 Zeugen.
- Behörden beschlagnahmen 74 kg Goldbarren und 20 Millionen Dollar Bargeld aus einem Wohnhaus in Bogor.
- Febrie Adriansyah sagt Reportern, das Haus in Bogor sei seines, bestreitet jedoch einen Zusammenhang der beschlagnahmten Vermögenswerte mit Korruption.
- Adriansyah tritt als stellvertretender Generalstaatsanwalt für besondere Straftaten zurück; die Generalstaatsanwaltschaft nimmt seinen Rücktritt an.
Dementi und Rücktritt
In einer Stellungnahme gegenüber Reportern am Freitagmorgen, vor seinem Rücktritt, bestritt Adriansyah jeglichen Zusammenhang zwischen den Vermögenswerten und Korruption. Er beteuerte, er könne Unterlagen vorlegen, die die rechtmäßige Herkunft jedes in seinem Bogorer Haus gefundenen Gegenstands belegen. Dennoch bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft am Samstag, dass er als stellvertretender Generalstaatsanwalt für die Abteilung Besondere Straftaten zurückgetreten sei. Sprecher Anang Supriatna sagte, der Rücktritt sei angenommen worden. Die Behörde erklärte, der Schritt diene dazu, „die Integrität, Objektivität und Neutralität der Strafverfolgung zu wahren.“
Sein Rücktritt wurde angenommen.
Adriansyah, 58, hatte den mächtigen Posten des Anti-Korruptionsstaatsanwalts seit 2022 inne. Ihm wurde bisher keine Straftat formell vorgeworfen, und es wurde kein Haftbefehl erlassen.
Eine weitreichende Korruptionsermittlung
Die Razzien sind Teil einer Untersuchung mutmaßlicher Korruption bei mehreren staatlichen Unternehmen. Die Behörden prüfen Fälle im Zusammenhang mit dem staatlichen Versicherer PT Asabri, der inzwischen aufgelösten Lebensversicherung Jiwasraya und der Beschaffung minderwertiger Kohle durch den staatlichen Stromkonzern PLN. Die Polizei hat angedeutet, dass sie drei Fälle im Zusammenhang mit Geldwäsche und Bestechung untersucht, die mit diesen Unternehmen verbunden sind. Lokale Medien berichteten, dass der Skandal auch den staatlichen Bergbaukonzern Timah, das Öl- und Gasunternehmen Pertamina und die nationale Fluggesellschaft Garuda Indonesia betrifft. Rudi Margono, Adriansyahs Nachfolger, der mit dem Anfangsbuchstaben „F“ identifiziert und als Beamter bezeichnet wurde, wurde als einer von zwei Verdächtigen genannt, die in der neuesten Phase der Ermittlungen aufgetaucht sind.
Eine umstrittene Amtszeit
Febrie Adriansyahs Zeit als Staatsanwalt für besondere Straftaten war von mehreren brisanten Fällen geprägt. Bis zu seinem Rücktritt leitete er eine Korruptionsermittlung gegen die Nationale Ernährungsbehörde, die das kostenlose Schulessenprogramm von Präsident Prabowo Subianto betreibt – ein Programm, das wegen angeblichen Missmanagements weit verbreiteter Kritik ausgesetzt war. Er führte auch den Korruptionsfall gegen Nadiem Makarim, den Gründer des Zahlungs-Start-ups Gojek, der im Juni zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Internationale Beobachter und Menschenrechtsorganisationen haben dieses Urteil als zutiefst fehlerhaft verurteilt. Adriansyah hatte zuvor den ehemaligen Handelsminister Thomas Lembong und einen Fall illegaler Kraftstoffimporte bei Pertamina untersucht.
Nun steht er selbst im Zentrum eines Korruptionssturms, obwohl er auf seiner Unschuld beharrt. Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei gibt an, weiterhin Zeugen zu befragen.


