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Fußball·vor 3 Std.

WM 2026 beginnt in Mexiko-Stadt – Trumps Visa-Sperre blockiert Schiedsrichter, Umweltverbände schlagen Alarm

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die erste in drei Ländern, startet heute mit Mexiko gegen Südafrika, doch Kontroversen über US-Visaverweigerungen und ein Rekord-CO2-Fußabdruck überschatten die Vorbereitung.

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die erste in drei Ländern, beginnt heute Abend im historischen Estadio Azteca in Mexiko-Stadt. In den nächsten 39 Tagen werden 48 Teams 104 Spiele bestreiten, die am 19. Juli mit dem Finale im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, enden. Schätzungsweise 5,5 Milliarden Zuschauer werden einschalten, so eine Studie der University of Georgia, während 6,5 Millionen Fans die Stadien füllen. Zum ersten Mal nehmen Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan am Turnier teil.

Politische Gegenwinde

Das Turnier wurde von der US-Einwanderungspolitik beeinträchtigt. Präsident Donald Trump hat geschworen, sicherzustellen, dass „die richtigen Leute“ ins Land kommen, nach einer Reihe von hochkarätigen Ablehnungen.

Es ist die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Noch nie wurden Tickets auf diesem Niveau verkauft. Wir arbeiten intensiv daran, sicherzustellen, dass die richtigen Leute in unser Land kommen.

Am Montag wurde der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan bei seiner Ankunft in Miami abgewiesen und in die Türkei abgeschoben. Der 34-Jährige war zu einem der besten Offiziellen Afrikas ernannt worden und sollte der erste Somalier sein, der bei einer WM-Endrunde pfeift. Die USA kündigten zudem das Ticketkontingent für iranische Fans, was den Iran zwang, sein Team-Basecamp nach Mexiko zu verlegen. Mehrere Mitglieder des iranischen Trainerstabs und Verbandes haben noch immer keine Visa. FIFA-Präsident Gianni Infantino nannte die Situation „bedauerlich“ und rief zur Ruhe auf.

Umweltbilanz

Die Umweltorganisation Zero warnte, dass der CO2-Fußabdruck des Turniers 8 bis 9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent erreichen könnte (etwa ein Fünftel der jährlichen Emissionen Portugals). 85 bis 90 Prozent davon entfallen auf Flugreisen, bedingt durch die 16 Gastgeberstädte, die über mehr als 4.500 Kilometer von Vancouver bis Miami verteilt sind. Städte wie Miami, Houston und Monterrey leiden unter extremer Hitze, was den Bedarf an Kühlung, Schatten und Wasser erhöht.

Neue Regeln im Fokus

Die FIFA hat weitreichende Änderungen eingeführt. Erstmals werden unabhängig von der Temperatur in der 22. Minute jeder Halbzeit verpflichtende Kühlpausen eingelegt. Das Verbot von Mehrweg-Wasserflaschen (nur eine fabrikversiegelte Einwegflasche mit maximal 590 ml pro Person ist erlaubt) wurde angesichts der Hitzeproblematik kritisiert. Auf dem Platz müssen Torhüter und Spieler bei Standardsituationen strenge Zeitlimits einhalten, und vorübergehende Platzverweise (Sin-Bins) können bei Meckern verhängt werden. Abseits des Platzes ist es Fans verboten, Spielausschnitte weiterzuverbreiten; es drohen Strafen für die kommerzielle Nutzung von offiziellem Material.

Verletzungs- und Ermüdungssorgen

Der ehemalige Mannschaftsarzt Portugals, Henrique Jones, warnt davor, dass die Bewältigung der Erschöpfung entscheidend sein wird. Viele der 1.248 Spieler werden mit über 50 bereits in dieser Saison absolvierten Vereins- und Länderspielen anreisen.

Die übermäßige Wettbewerbsbelastung steht in direktem Verhältnis zum Verletzungsrisiko für manche Athleten. Es geht nicht nur um die Anzahl der Spiele, sondern um das Erholungsintervall, und das variiert enorm zwischen den Spielern.

Stars wie Bernardo Silva, João Félix und Gonçalo Ramos gehören zu denen mit hoher Arbeitsbelastung. In den letzten Monaten haben schwere Muskelverletzungen, Kreuzbandrisse und Achillessehnenprobleme mehrere mögliche Teilnehmer ausgeschlossen.

Letzter Tanz für Legenden

Das Turnier dürfte für mehrere Allzeitgrößen die letzte WM sein. Cristiano Ronaldo (41) und Lionel Messi (38) führen eine Generation an, zu der auch Luka Modrić (40), Manuel Neuer (40) und James Rodríguez (34) gehören. Auch Neymar (34) könnte seinen letzten Auftritt haben, obwohl sein Alter eine Außenseiterchance für 2030 bietet.

Mexiko-Stadt · East Rutherford · Los Angeles · Miami

8 Quellen

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