
Russische Gleitbomben töten 11 Menschen in Saporischschja, darunter drei Kinder – Opferzahl steigt
Fünf gelenkte Gleitbomben trafen am frühen Samstag Wohnviertel der südostukrainischen Stadt, und Rettungskräfte suchten weiter nach Menschen unter den Trümmern. Ukrainische Behörden gaben an, dass 12 Menschen weiterhin vermisst werden.
Fünf Gleitbomben treffen Wohnviertel
Russische Truppen griffen die südöstlich gelegene Stadt Saporischschja am frühen Samstag, dem 10. Oktober, an. Nach Angaben der Nationalpolizei trafen fünf gelenkte Gleitbomben Wohnviertel, zwei davon Mehrfamilienhäuser. Ein Bericht des ukrainischen Dienstes der Deutschen Welle beschreibt, wie eine Bombe ein fünfstöckiges Wohnhaus traf, einen Hauseingang teilweise zerstörte und das Gebäude bis zur Höhe des zweiten Stockwerks zum Einsturz brachte, wobei Brände ausbrachen, darunter brennende Autos. Ein AFP-Korrespondent vor Ort sah, wie Rettungskräfte Menschen aus den Trümmern zogen. Der freiwillige Helfer Daniil Pischkin sagte gegenüber AFP, er habe eine Frau, ihren Ehemann und ein Kind unter den Trümmern gesehen, und zwei Menschen seien gerettet worden, doch "leider gab es ein kleines Mädchen, das starb". Eine 69-jährige Anwohnerin namens Iryna sagte, sie habe nach einem Luftalarm gerade noch Zeit gehabt, in den Toiletten Schutz zu suchen, und ihre beiden Nachbarn, beide 75 Jahre alt, seien getötet worden.
- Fünf gelenkte Gleitbomben treffen Wohnviertel, zwei davon Mehrfamilienhäuser
- Ivan Fedorov meldet acht Tote, 16 Verletzte und 12 weiterhin Vermisste
- Mykhailo Semikin erhöht die Zahl der Todesopfer auf 11, darunter drei Kinder
Opferzahl steigt auf 11
Die Zahl der Todesopfer wurde im Laufe des Morgens schrittweise gemeldet. Mykhailo Semikin, Leiter der regionalen Militärverwaltung von Saporischschja, meldete zunächst sieben Tote, darunter drei Minderjährige, und 10 Verletzte auf Telegram. Ivan Fedorov, Co-Vorsitzender des regionalen Verteidigungsrats, nannte dann acht Tote und 16 Verletzte, 12 weitere würden noch vermisst. Semikin erhöhte die Zahl später auf 11 und meldete 10 Verletzte, darunter ein Kind, zwei davon in ernstem Zustand. Selenskyj gab 14 Verletzte an, zwei davon schwer, sodass die Zahl der Verletzten je nach Quelle zwischen 10 und 16 liegt. Semikins Erklärung zu den 11 Toten lautete:
Die Zahl der Opfer der Luftangriffe auf Saporischschja steigt weiter. Derzeit wurden 11 Zivilisten getötet. Unter ihnen sind drei Kinder.
- Semikin, erstes Telegram-Update
- 7 Tote
- Erklärung Fedorows
- 8 Tote
- Semikin, späteres Update
- 11 Tote
Rettungsteams suchten weiter nach Menschen unter den Trümmern. Am Vortag hatten Gleitbomben ebenfalls Wohngebäude in der Stadt getroffen und einen Mann im Alter von 48 bis 50 Jahren getötet sowie mindestens 23 Menschen verletzt, wie die regionalen Staatsanwaltschaften, die Militärverwaltung und der Verteidigungsrat mitteilten.
Drohnenschlag in der Nacht
Der Lagebericht der ukrainischen Luftwaffe, der auf Telegram veröffentlicht und von Ukrainska Pravda zitiert wurde, besagt, dass Russland in der Nacht 160 Drohnen startete, darunter Typen vom Typ Gerbera und Shahed, 110 davon mit Düsenantrieb. Die Luftwaffe registrierte 14 Einschläge und 10 Vorfälle mit Trümmern abgeschossener Ausrüstung; bis zum Samstagmorgen hatten die Luftverteidigungskräfte 117 Drohnen abgeschossen oder unschädlich gemacht. In Lwiw warnte Bürgermeister Andrij Sadowyj vor einer herannahenden Gefahr, und die Luftverteidigung schoss eine Düsendrohne ab, die auf den Hafen der Stadt zusteuerte – laut dem Bericht der erste derartige Vorstoß nach Lwiw. Die Ukraine griff auch die russische Region Rostow an, wo Gouverneur Juri Sljusar von Bränden, Schäden an Wohngebäuden, einer beschädigten Eisenbahnbrücke und sechs Menschen berichtete, die medizinische Hilfe benötigten. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischem Territorium und der annektierten Krim abgeschossen.
- Gestartete Drohnen
- 160 Anzahl
- Bis zum Morgen abgeschossen oder unschädlich gemacht
- 117 Anzahl
- Registrierte Einschläge
- 14 Anzahl
- Trümmer-Vorfälle
- 10 Anzahl
Diplomatie stockt und Dieselknappheit
Ukrainische und europäische Vertreter hatten sich am Tag vor den Angriffen in Miami, Florida, getroffen, um in einer erneuten diplomatischen Initiative den Krieg zu beenden, bei der die Vereinigten Staaten vermitteln. Diese Bemühungen haben bislang keine Ergebnisse gebracht. Selenskyj verurteilte eine kürzlich getroffene Vereinbarung, wonach Russland große Mengen russischen Diesel an die amerikanischen und weltweiten Märkte liefern soll, im Gegenzug für die Lockerung einiger Sanktionen gegen Moskau, und schrieb:
Selbst die geringste Lockerung des Drucks wird als Erlaubnis interpretiert, weiterzukämpfen, als Erlaubnis, weiter Städte zu bombardieren.
Unabhängig davon warnte das Kernkraftwerk Saporischschja, das größte Europas und seit 2022 unter russischer Kontrolle, vor Schwierigkeiten bei der Dieselversorgung seiner Generatoren. Pressedirektorin Jewgenija Jassina, zitiert von TASS, sagte, das Kraftwerk arbeite im "kalten" Zustand ohne Stromerzeugung, und:
Seit geraumer Zeit haben wir keine stabile Dieselversorgung für das Kraftwerk. Es lassen sich nur einzelne Lieferungen organisieren. Für eine Nuklearanlage ist das keine langfristige Lösung.


