
AfD gewinnt Berliner Spandau-Sitz – Parlament schrumpft nach telefonischem Zählfehler auf 153 Sitze
Ein telefonischer Übermittlungsfehler in der Wahlnacht sprach den Wahlkreis Spandau 1 fälschlich der CDU zu, doch die überprüften schriftlichen Protokolle bestätigen, dass der AfD-Kandidat Tommy Tabor mit 34 Stimmen gewann; damit entfallen fünf Überhang- und Ausgleichsmandate.
Telefonische Übermittlungsabweichung verändert die Spandauer Auszählung
Die Wahlbehörden in Berlin korrigierten das Stimmenergebnis für den Wahlkreis Spandau 1, nachdem ein Übermittlungsfehler bei der Landtagswahl vom 20. September aufgedeckt worden war. Die vorläufigen Ergebnisse hatten das Direktmandat der CDU-Kandidatin Bettina Meißner mit 80 Stimmen Vorsprung vor dem AfD-Kandidaten Tommy Tabor zugesprochen. Eine Überprüfung durch die Wahlbehörden ergab, dass die in der Wahlnacht telefonisch übermittelte Meldung nicht mit dem schriftlichen Protokoll übereinstimmte, das der Wahlvorstand des Wahllokals erstellt hatte. Während die Stimmzettel in der Wahlnacht korrekt ausgezählt worden waren, gab die mündliche Schnellmeldung falsche Zahlen weiter. Die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert und der Berliner Landeswahlleiter Stephan Bröchler bestätigten, dass das offizielle schriftliche Protokoll 5.184 Stimmen für Tabor und 5.150 Stimmen für Meißner verzeichnete, was Tabor einen Sieg mit 34 Stimmen verschaffte. Bröchler erklärte, die Ursache des telefonischen Übermittlungsfehlers werde noch geprüft.
Warum das passiert ist, kann ich im Moment nicht sagen.
- Tommy Tabor (AfD)
- 5184 Stimmen
- Bettina Meißner (CDU)
- 5150 Stimmen
Neuberechnung der Mandate verkleinert das Berliner Abgeordnetenhaus
Die Umkehrung des Direktmandats in Spandau verschiebt die Sitzverteilung im gesamten Berliner Abgeordnetenhaus. Nach der vorläufigen Auszählung umfasste das Landesparlament 158 Sitze, darunter sieben Überhangmandate und 21 Ausgleichsmandate, die eine proportionale Vertretung nach den Zweitstimmen der Parteien sicherstellen sollten. Der Verlust des Direktmandats verringert die Überhangmandate der CDU, was wiederum die Zahl der Ausgleichsmandate für andere Parteien im Parlament reduziert. Bröchler bestätigte, dass die Gesamtgröße des künftigen Parlaments von 158 auf 153 Sitze sinkt, wodurch fünf Mandate entfallen, die Kandidaten vorläufig für sicher gehalten hatten. Die Behörden wiesen darauf hin, dass die genaue Identität der fünf betroffenen Abgeordneten eine Neuberechnung über die Parteilisten erforderte; die Festlegung werde für Freitag erwartet. Bröchler erläuterte, wie sich die Verkleinerung auf die künftigen Abgeordneten über die Parteigrenzen hinweg auswirkt.
Das würde bedeuten, dass sich die Zahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses gegenüber dem vorläufigen Wahlergebnis verringert und Kandidaten, die vorläufig als gewählt galten, nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen.
Status der Abgeordneten und Zeitplan für die amtliche Bestätigung
Die korrigierte Auszählung führt zu unterschiedlichen Ergebnissen für die beiden Direktbewerber in Spandau. Tabor hatte seinen Einzug ins Abgeordnetenhaus unabhängig vom Bezirksergebnis bereits über seinen Platz auf der AfD-Landesliste gesichert. Meißners parlamentarische Zukunft ist weiterhin offen, da sie den dritten Platz auf der CDU-Bezirksliste belegte und von der endgültigen Listenverteilung abhängt. Der Bezirkswahlausschuss Spandau trat am Freitag zusammen, um die Bezirkszählung zu überprüfen, während die endgültige Sitzverteilung über alle Parteien hinweg davon abhängt, dass jeder Bezirksausschuss seine amtliche Auszählung abschließt. Der Landeswahlausschuss soll am 12. Oktober zusammenkommen, um die endgültigen landesweiten Ergebnisse förmlich zu bestätigen und die Zusammensetzung des Landesparlaments mit 153 Sitzen festzuschreiben.
- Landtagswahl in Berlin findet statt
- Abweichung bei der Stimmmeldung im Wahlkreis Spandau 1 festgestellt
- Wahlbehörden bestätigen AfD-Sieg und Reduzierung um fünf Sitze
- Landeswahlausschuss tritt zusammen, um das endgültige Wahlergebnis zu bestätigen

