AfD bei 42 % in Sachsen-Anhalt-Umfrage, Ramelow fordert Linke-CDU-Zusammenarbeit zur Verhinderung einer AfD-Regierung
Eine Insa-Umfrage sieht die AfD bei 42 % vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, während Bodo Ramelow zur Linke-CDU-Zusammenarbeit aufruft und sich das BSW als Königsmacher positioniert.
Ramelow fordert Linke-CDU-Zusammenarbeit
Bodo Ramelow, ehemaliger Ministerpräsident Thüringens und derzeitiger Vizepräsident des Bundestages, hat zur Zusammenarbeit zwischen der Linken und der CDU aufgerufen, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Ramelow, die CDU zaudere, anstatt sich zu gemeinsamer Arbeit an übergreifenden Themen zu verpflichten. In Thüringen arbeiten Linke und CDU seit Jahren zusammen, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen – ein Modell, das Ramelow nun für Sachsen-Anhalt vorschlägt, wo die AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft ist.
Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, muss über Parteigrenzen hinweg miteinander reden können. Es ist die CDU, die zaudert, anstatt zu sagen: Wir werden bei Themen, bei denen wir zusammenarbeiten können, auch zusammenarbeiten.
AfD führt mit 42 Prozent in neuer Umfrage
Eine neue Insa-Umfrage im Auftrag der Bild, durchgeführt vom 31. Juli bis 6. August unter 1.000 Befragten, sieht die AfD bei 42 Prozent, ein Anstieg von 41 Prozent in einer Ende Juli veröffentlichten Infratest-dimap-Erhebung. Die CDU fiel von 24 Prozent in der früheren Umfrage auf 22 Prozent. Die Linke steht bei 13 Prozent, die SPD bei 6 Prozent und das BSW bei 5 Prozent, womit es erstmals die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Grüne und FDP liegen jeweils bei 4 Prozent und würden nicht in den Landtag einziehen. Die statistische Fehlermarge beträgt 3,1 Prozentpunkte. Zusammen erreichen CDU, Linke und SPD 41 Prozent, immer noch weniger als die 42 Prozent der AfD, was bedeutet, dass bei Enthaltung des BSW in einer dritten Wahlrunde AfD-Abgeordnete den Ministerpräsidenten allein wählen könnten.
- AfD
- 42 %
- CDU
- 22 %
- Linke
- 13 %
- SPD
- 6 %
- BSW
- 5 %
- Grüne
- 4 %
- FDP
- 4 %
BSW positioniert sich als Königsmacher
BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor dafür, wer Ministerpräsident wird. Schulze und BSW-Co-Kandidatin Claudia Wittig haben ein Modell wechselnder Mehrheiten mit einem parteilosen Ministerpräsidenten vorgeschlagen, um die Polarisierung zu verringern, und forderten die Abschaffung der Brandmauer gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD in Bereichen wie Bildung, Pflege, Energie, Innere Sicherheit, öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Meinungsfreiheit. Ein BSW-Sprecher sagte, die Partei sei offen für „sachbezogene parlamentarische Zusammenarbeit“ auch mit der AfD in diesen Bereichen.
Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird das nicht schaffen.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat separat ausgeschlossen, Stimmen für den CDU-Kandidaten Sven Schulze zu liefern, und erklärt, dass nur mit dem BSW Mehrheiten für eine andere Politik im Parlament möglich seien.
AfD lehnt Kompromiss ab, strebt Alleinregierung an
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnte den BSW-Vorschlag rundweg ab und sagte der dpa, Sachsen-Anhalt brauche eine stabile Regierung und keine wechselnden Mehrheiten. Siegmund strebt weiterhin eine alleinige AfD-Regierung an. AfD-Landeschef Martin Reichardt sagte, falls die Partei ihr Ziel einer absoluten Mehrheit erreiche, werde sie regieren, selbst wenn zwei der drei kleinsten Parteien nicht in den Landtag einziehen.
Davon halte ich gar nichts, denn wir brauchen in diesem Land eine stabile Regierung.
Ramelow distanziert sich von Parteivorsitzender
Ramelow distanzierte sich zudem von Äußerungen der Linke-Vorsitzenden Ines Schwerdtner, die dem Stern sagte, eine Berliner Linke in der Regierung würde Vergesellschaftungen von Wohnungsunternehmen betreiben. Ramelow sagte, Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen in landespolitischen Fragen zurückhalten, und nannte ihre Aussage über die Enteignung von Wohnungsunternehmen als Koalitionsbedingung in Berlin „nicht sehr hilfreich“. Co-Vorsitzender Luigi Pantisano sagte dem SPIEGEL, es sei noch Zeit vor der Septemberwahl und die Partei wolle verhindern, dass die AfD zu stark werde. Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek, deren Strategie vor allem junge Frauen in Städten anspricht, könnte mit diesem Ansatz bei der Sachsen-Anhalt-Wahl Schwierigkeiten bekommen.
- Infratest-dimap-Umfrage: AfD bei 41 %, CDU bei 24 %
- Insa befragt 1.000 Personen für die Bild (31. Juli bis 6. August)
- Insa-Ergebnisse veröffentlicht: AfD 42 %, CDU 22 %, BSW 5 %
- Ramelow fordert Linke-CDU-Zusammenarbeit zur Verhinderung einer AfD-Regierung
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt


