
AfD überholt SPD in Hochrechnungen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Erste Hochrechnungen in Mecklenburg-Vorpommern sehen die AfD mit 37 % vor der SPD mit 35,5 %, während die CDU mit 5,5 % nahe der Fünf-Prozent-Hürde liegt.
Erste Hochrechnungen und Spitzenkandidaten
Hochrechnungen in Mecklenburg-Vorpommern sehen die Alternative für Deutschland (AfD) auf dem ersten Platz vor der regierenden Sozialdemokratischen Partei (SPD). Erste ARD-Hochrechnungen von Infratest dimap geben der AfD 37 % und der SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig 35,5 %. Alternative Zahlen der ZDF-Prognose sehen die AfD bei 38 % und die SPD bei 36,5 %. Sollte sich dies bestätigen, läge die SPD damit erstmals seit 28 Jahren in dem Bundesland hinter einer anderen Partei, nachdem sie 2021 mit 39,6 % gewonnen hatte. Die AfD unter den Kandidaten Leif-Erik Holm und Enrico Schult hat ihr Ergebnis von 16,7 % aus dem Jahr 2021 mehr als verdoppelt.
- AfD
- 37 %
- SPD
- 35.5 %
- Die Linke
- 7.5 %
- CDU
- 5.5 %
- Grüne
- 5.5 %
- BSW
- 5 %
- FDP
- 1.2 %
Rückschlag für die CDU und Hürdenkämpfe
Die Christlich Demokratische Union (CDU) unter Spitzenkandidat Daniel Peters verzeichnete ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Infratest-dimap-Hochrechnungen geben der CDU 5,5 %, nach 13,3 % im Jahr 2021, während die ZDF-Prognose die Partei bei 5 % sieht. Die Grünen liegen ebenfalls bei 5,5 %, und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht genau 5 %, sodass alle drei Parteien nahe der Fünf-Prozent-Hürde liegen, die für den Einzug in den Landtag erforderlich ist. Die Linke, Koalitionspartner der SPD, fiel von 9,9 % im Jahr 2021 auf 7,5 % in der Infratest-dimap-Prognose, während frühe Prognosen sie bei 6 % sahen. Die Freie Demokratische Partei (FDP) sank von 5,8 % im Jahr 2021 auf 1,2 % und verlor damit ihre parlamentarische Vertretung.
- SPD
- 39.6 %
- AfD
- 16.7 %
- CDU
- 13.3 %
- Die Linke
- 9.9 %
- Grüne
- 6.3 %
- FDP
- 5.8 %
Wahlbeteiligung und Wahlkampfstrategien
Die Wahlbeteiligung stieg am Sonntag landesweit an. Bis 14:00 Uhr hatten 40,7 % der rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben, gegenüber 32,5 % zur gleichen Zeit im Jahr 2021. Schwesig gestaltete ihren Wahlkampf um persönliche Popularität und behielt individuelle Zustimmungswerte, bei denen 61 % der Befragten einer ZDF-Umfrage sie als Ministerpräsidentin bevorzugten, gegenüber Holm mit 30 %. In der Schlussphase präsentierte sie sich als Barriere gegen die AfD, nachdem die AfD zwei Wochen zuvor in Sachsen-Anhalt gewonnen hatte. Schwesig distanzierte ihren Wahlkampf von der Bundes-SPD-Führung und den bundesweiten Rentenreformplänen, während sie gleichzeitig Bundesmaßnahmen bei den Treibstoffpreisen forderte, was die Bundesregierung kurz vor der Wahl zur Einführung eines Tankrabatts und einer Preisobergrenze veranlasste.
Koalitionsoptionen und Bundesbeteiligung
Die prognostizierte Sitzverteilung verhindert eine Fortsetzung der rot-roten Zweierkoalition aus SPD und Linke. Die beiden Regierungspartner bräuchten die Einbeziehung der Grünen, um eine Regierungsmehrheit zu erreichen, während der AfD die Sitze für eine Alleinregierung fehlen. Bundesparteigrößen hatten unterschiedliche Rollen bei den abschließenden Wahlkampfveranstaltungen. Schwesig mied die Bundesparteispitze der SPD und lud die SPD-Ministerpräsidenten Anke Rehlinger, Dietmar Woidke, Peter Tschentscher und Olaf Lies zu ihrer Abschlusskundgebung in Rostock ein. Im Gegensatz dazu setzte die AfD die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie den sachsen-anhaltischen Wahlgewinner Ulrich Siegmund ein. Die Grünen brachten die Bundesvorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak zur Unterstützung von Claudia Müller, während Die Linke Heidi Reichinnek, Dietmar Bartsch, Gregor Gysi und Bodo Ramelow aufbot.


