Regierung · Paris und Ajaccio
Französische Nationalversammlung verabschiedet Gesetz zur Autonomie Korsikas, Auseinandersetzung im Senat droht
Die französische Nationalversammlung stimmte am 23. Juni mit 271 zu 202 Stimmen dafür, Korsika besondere Gesetzgebungs- und Regulierungsbefugnisse zu gewähren. Das Gesetz steht nun vor einer schwierigen Prüfung im Senat und einem Drei-Fünftel-Mehrheitserfordernis im Kongress.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Mediapart, SudOuest.fr, Le Parisien und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Gesetz wurde mit 271 zu 202 Stimmen angenommen und gewährt Korsika die Möglichkeit, nationale Gesetze anzupassen und eigene Gesetzestexte innerhalb festgelegter Grenzen zu erlassen.
Der Text muss noch den von der Rechten dominierten Senat und eine Drei-Fünftel-Mehrheit im Kongress von Versailles passieren, wobei eine Verabschiedung vor der Präsidentschaftswahl unsicher ist.
Zu den autonomen Zuständigkeiten gehören Raumplanung, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung, während hoheitliche Bereiche ausgeschlossen bleiben. Einzelheiten werden durch ein künftiges Organgesetz festgelegt.
Linke Gruppen und Renaissance unterstützten die Reform, France Insoumise schloss sich nach der Befürwortung durch Jean-Luc Mélenchon an, während die extreme Rechte sich dagegenstellte.
- März 2022Beauvau-Prozess nach dem Tod Yvan Colonnas und Ausschreitungen gestartet
- 23.06.Nationalversammlung verabschiedet Gesetz in erster Lesung (271–202)
- September 2026Senatsdebatte erwartet; rechte und zentristische Mehrheit könnte Text umgestalten
Die Abstimmung
Am Dienstag, dem 23. Juni, verabschiedete die Nationalversammlung den Verfassungsentwurf für „ein autonomes Korsika innerhalb der Republik“ mit 271 zu 202 Stimmen. Der Text geht auf den sogenannten Beauvau-Prozess zurück, der im März 2022 nach dem Tod des Unabhängigkeitsaktivisten Yvan Colonna im Gefängnis und den darauffolgenden gewaltsamen Ausschreitungen eingeleitet wurde. Die Ministerin für Dezentralisierung, Françoise Gatel, bezeichnete die Abstimmung als wichtigen Schritt. Justizminister Gérald Darmanin, der die ursprünglichen Verhandlungen als Innenminister geleitet hatte, erklärte auf X, das Versprechen sei eingehalten worden.
„Dies ist ein wichtiger Schritt für Korsika und für unsere Demokratie.“
Was der Gesetzentwurf vorsieht
Die Reform gewährt Korsika das Recht, nationale Gesetze und Verordnungen an seine Inselspezifika anzupassen und eigene Gesetzestexte in seinen Zuständigkeitsbereichen zu erlassen. Berichterstatter Florent Boudié argumentierte, dass ein einheitliches Baugesetzbuch für eine Mittelmeerinsel mit Gebirgscharakter keinen Sinn ergebe. Die Verfassung würde zudem eine „historische, sprachliche und kulturelle Gemeinschaft“ mit einer besonderen Bindung an das korsische Land anerkennen. Hoheitliche Befugnisse (Sicherheit, Verteidigung, Justiz, Währung, Wahlrecht) sind ausdrücklich ausgeschlossen. Der genaue Umfang der übertragenen Kompetenzen wird durch ein künftiges Organgesetz festgelegt, wobei die Regierung Raumplanung, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung als mögliche Bereiche nennt.
„Niemand kann glauben, dass das Baugesetzbuch in Rueil-Malmaison dasselbe sein kann wie in Ajaccio.“
Politische Bruchlinien
Der Text erhielt Unterstützung von den meisten linken Kräften, wobei France Insoumise nach dem Aufruf von Jean-Luc Mélenchon am 7. Juni für eine „erweiterte Autonomie“ zustimmte. Renaissance-Parteichef Gabriel Attal schrieb im Corse-Matin, dass die Anerkennung der Besonderheit Korsikas die Republik nicht schwäche. Der rechtsextreme Rassemblement National stimmte dagegen und wies den Text als reine Showmaßnahme zurück. Der Mitte-Rechts-Abgeordnete François-Xavier Ceccoli äußerte Bedenken, dass Macht in einer Hand konzentriert werde. Gilles Simeoni, ehemaliger Chef der korsischen Exekutive, verfolgte die Debatte von der Galerie aus mit einem leichten Lächeln.
„Die Besonderheit Korsikas anzuerkennen, schwächt die Republik nicht.“
Der weitere Weg
Das Gesetz geht nun in den Senat, wo die Rechte und die Mitte dominieren und viele eine schwierige Prüfung im Herbst erwarten. Selbst wenn beide Kammern einem gemeinsamen Text zustimmen, muss dieser dann mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit der Parlamentarier im Kongress von Versailles verabschiedet werden. Der Zeitplan lässt wenig Spielraum; mehrere Abgeordnete schätzen, dass eine endgültige Verabschiedung vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Macron äußerst riskant erscheint. Wenn die Verfassungsänderung diese Hürden nimmt, wird ein anschließendes Organgesetz die Einzelheiten der neuen Befugnisse Korsikas festlegen.
„Gesetze erlassen in den Bereichen Verkehr, Raumentwicklung, Bekämpfung der Bodenspekulation oder den Status der korsischen Sprache.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- MediapartAutonomie de la Corse : l'Assemblée adopte un projet constitutionnel à l'avenir encore incertain
- SudOuest.frCorse : les députés votent en faveur d'une autonomie constitutionnelle
- Le Parisien" Une première étape " : dans un hémicycle au grand complet, les députés approuvent l'autonomie pour la Corse
- LesEchos.frLes députés donnent leur aval au principe d'une autonomie de la Corse
- Françoise Gatel
- Französische Ministerin für Dezentralisierung, die die Abstimmung in der Nationalversammlung begrüßte
- Gérald Darmanin
- Französischer Justizminister, ehemaliger Innenminister, der den Beauvau-Prozess einleitete
- Florent Boudié
- Berichterstatter des Gesetzes, Renaissance-Abgeordneter
- Gabriel Attal
- Vorsitzender der Renaissance-Partei, der im Corse-Matin die Reform befürwortete
- Gilles Simeoni
- Ehemaliger Präsident des Exekutivrats Korsikas und Bürgermeister von Bastia
- Jean-Luc Mélenchon
- Vorsitzender von La France Insoumise und Präsidentschaftskandidat, der seine Partei aufforderte, für den Text zu stimmen
- François-Xavier Ceccoli
- LR-Abgeordneter für Haute-Corse, der Vorbehalte gegen die Machtkonzentration äußerte
- Stéphane Rambaud
- Rassemblement-National-Abgeordneter, der den Text als reine Showmaßnahme bezeichnete
- Emmanuel Macron
- Staatspräsident Frankreichs, der den Autonomieprozess Korsikas nach der Krise von 2022 einleitete
- Yvan Colonna
- Korsischer Unabhängigkeitsaktivist, dessen Tod im Gefängnis im März 2022 den Beauvau-Prozess auslöste
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