Migration · Madrid, Den Haag und Almería
Spanische Polizei zerschlägt Schmuggelnetzwerk im Mittelmeer, 78 Festnahmen in Spanien und Algerien
Die spanischen Behörden gaben am 7. August gemeinsam mit Europol und der Polizei in Frankreich, Portugal und Polen die Zerschlagung eines Netzwerks bekannt, das über 2.000 Migranten und synthetische Drogen zwischen Spanien und Algerien geschmuggelt hatte. Es gab 78 Festnahmen und 18 Schnellboote wurden beschlagnahmt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, SIC Notícias, Nasz Dziennik und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
77 Festnahmen in Spanien und eine in Algerien, darunter vier mutmaßliche Anführer der Organisation, so die Guardia Civil.
Mindestens 64 Schleusungsoperationen brachten über 2.000 Migranten nach Spanien, mit Gewinnen von über 24 Millionen Euro (27 Millionen Dollar).
Schnelle Boote transportierten synthetische Drogen (hauptsächlich MDMA) von Spanien nach Algerien und kehrten mit bis zu 50 Migranten pro Überfahrt zu 12.000 Euro pro Person zurück.
Das Netzwerk hatte operative Verbindungen in Frankreich, Belgien, Portugal, Italien und Polen sowie Verbindungen zur Mocro Mafia und zum Milieu marseillais.
Die Ankündigung erfolgte eine Woche, nachdem 72.000 Menschen die spanische Exklave Ceuta bei einem Massenansturm betreten hatten.
- 2023Ermittlungen von spanischer Guardia Civil und Nationalpolizei mit Unterstützung von Europol eingeleitet
- 16.06.Aktionstag: 78 Festnahmen in Spanien und Algerien, 18 Schnellboote beschlagnahmt
- 7.08.Offizielle Bekanntgabe der Operationsergebnisse durch spanische Behörden und Europol
Operation und Festnahmen
Die spanischen Behörden gaben am 7. August in Zusammenarbeit mit Europol sowie der Polizei in Frankreich, Portugal und Polen die Zerschlagung eines der größten im Mittelmeer entdeckten Schleusernetzwerke bekannt. Die Operation unter dem Codenamen „Salem“ (oder „Carbonita-Salem“ laut der spanischen Tageszeitung ABC) führte zu 78 Festnahmen: 77 in Spanien und eine in Algerien. Nach Angaben der spanischen Guardia Civil befanden sich vier mutmaßliche Anführer der Organisation unter den Festgenommenen. Die Behörden beschlagnahmten 18 schnelle Motorboote mit drei oder vier Außenbordmotoren im Wert von rund 5 Millionen Euro sowie Drogen, Satellitentelefone, eine Handfeuerwaffe und über 25.000 Euro Bargeld. In 17 Objekten in Almería, Murcia, Cartagena und Alicante wurden Durchsuchungen durchgeführt.
Zwei-Wege-Schmuggelroute
Das Netzwerk betrieb eine zweigleisige Seeroute zwischen Algerien und Spanien. Schnelle Boote transportierten synthetische Drogen, hauptsächlich MDMA, von Spanien nach Algerien zur Verteilung in Nordafrika, wo die Nachfrage nach Drogen wie MDMA hoch ist. Auf dem Rückweg schmuggelten dieselben Schiffe irreguläre Migranten an die südöstliche Küste Spaniens und auf die Insel Ibiza. Die Ermittler identifizierten mindestens 64 Schmuggeloperationen, über die mehr als 2.000 Migranten nach Spanien gebracht wurden, und erzielten Gewinne von über 24 Millionen Euro (27 Millionen Dollar). Das Netzwerk verlangte bis zu 12.000 Euro pro Migrant und pferchte bis zu 50 Personen auf eine einzige Überfahrt.
Gefährliche Überfahrten und Gewalt
Die Guardia Civil beschrieb die Seeüberfahrten als extrem gefährlich. Die Migranten reisten in überfüllten Booten bei hoher Geschwindigkeit, oft durch raue See, ohne Lichter und in den meisten Fällen ohne Schwimmwesten.
„Manchmal wurden die Insassen sogar festgebunden, um zu verhindern, dass sie während der Überfahrt über Bord fielen.“
Die Organisation wandte nach Polizeiangaben außergewöhnliche Gewalt gegen Migranten, eigene Mitglieder und die Strafverfolgungsbehörden an. Laut ABC koordinierte einer der Hauptanführer des Netzwerks die Operationen von einem Gefängnis in Córdoba aus mit einem Mobiltelefon und versuchte, geschützte Zeugen unter Druck zu setzen. Mitglieder der Organisation erhielten Befehle von einem Algerier mit dem Alias „Yamaha“, berichtete die Zeitung. Das Netzwerk mietete zudem eine Ferienwohnung nahe der Küste, um die Bewegungen der Guardia Civil zu überwachen und zu fotografieren, wenn Polizeiboote auftankten.
Internationale Verbindungen
Europol mit Sitz in Den Haag erklärte, das Netzwerk habe anderen Schleuserbanden Logistikdienste angeboten, darunter Bootslagerung, Transport, Betankung, Seetransfers, Wartung und Überwachungsmaßnahmen. Die meisten Festgenommenen waren algerische Staatsangehörige mit Verbindungen zu kriminellen Gruppen in Frankreich, Belgien, Portugal, Italien und Polen. Die Nachrichtenagentur ANSA berichtete von Verbindungen zur „Mocro Mafia“, die in den Niederlanden und Belgien aktiv ist, sowie zum „Milieu marseillais“, der französischen Mafia – Gruppen, die ihre Aktivitäten im Mittelmeer während der Sommersaison intensivierten. Die Anführer dirigierten die Operationen von Frankreich und Belgien aus, so Europol.
Migrationskontext
Die Ankündigung erfolgte eine Woche, nachdem eine Massengrenzaktion in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika dazu geführt hatte, dass 72.000 Menschen die Stadt betraten, was die internationale Aufmerksamkeit auf den Migrationsdruck in der Region lenkte. Daten des Innenministeriums zeigten, dass die irregulären Migrantenankünfte auf dem Seeweg nach Spanien von Januar bis Juli um 31% zurückgingen, was jedoch hauptsächlich auf einen Rückgang von 60% bei den Ankünften auf den Kanarischen Inseln zurückzuführen war. Die Migration zum spanischen Festland stieg im gleichen Zeitraum um 22% und zu den Balearen um 10%, da die Schleuser ihre Routen über Algerien verlagerten.
- Festland Spanien
- 22 %
- Balearen
- 10 %
- Kanarische Inseln
- -60 %
- Gesamt Spanien (See)
- -31 %
Daten aus dem Artikeltext
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLUn preso controlaba desde la cárcel de Córdoba el tráfico de pateras de Argelia
- SIC NotíciasMegaoperação da polícia espanhola desmantela uma das maiores redes de tráfico humano no Mediterrâneo
- Nasz DziennikHiszpania: Rozbito grupę przestępczą
- Al Jazeera OnlineMediterranean smuggling network 'dismantled' in Spain-led raid, 78 arrested
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