
EZB eröffnet öffentliche Abstimmung über neue Euro-Banknoten, erste komplette Neugestaltung seit 2002
Zehn Entwürfe zu zwei Themen – Europäische Kultur und Flüsse & Vögel – stehen bis zum 21. September 2026 zur öffentlichen Konsultation, vor der ersten kompletten Neugestaltung seit der Einführung des Euro im Jahr 2002.
Die Europäische Zentralbank hat eine öffentliche Konsultation zur nächsten Generation der Euro-Banknoten gestartet und gibt den Bürgern der Eurozone eine direkte Stimme bei der ersten kompletten Neugestaltung seit der Einführung der Währung im Jahr 2002. Zehn vorausgewählte Entwürfe aus über 1.200 Einsendungen können nun bis zum 21. September 2026 bewertet werden.
Öffentliche Konsultation eröffnet
Am 23. Juli 2026 stellte die EZB die zehn Finalistenentwürfe vor und aktivierte eine Online-Umfrage. Eine parallele demoskopische Studie wird eine repräsentative Stichprobe der Eurozonen-Bewohner befragen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnete den Schritt als eine Frage des Eigentums.
Wenn wir die Banknoten drucken, gehören die Banknoten Ihnen.
Die Ergebnisse sowohl der öffentlichen Umfrage als auch der unabhängigen Studie werden veröffentlicht und fließen zusammen mit einer technischen Bewertung und den Empfehlungen der 21-köpfigen Expertenjury in die endgültige Entscheidung ein.
Zwei Themen, zehn Entwürfe
Die Finalistenentwürfe sind gleichmäßig auf zwei Motive verteilt. Fünf Vorschläge fallen unter „Europäische Kultur“ und feiern das gemeinsame Erbe und ikonische Persönlichkeiten. Die Vorderseite dieser Scheine zeigt Persönlichkeiten wie Maria Callas, Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Miguel de Cervantes, Leonardo da Vinci und Bertha von Suttner. Die Rückseite zeigt kulturelle und Freizeitaktivitäten aus ganz Europa, die Inklusion und Dialog fördern sollen.
Die anderen fünf Entwürfe folgen dem Thema „Flüsse und Vögel“ und heben die Widerstandsfähigkeit und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme Europas hervor. Jeder Schein kombiniert eine Vogelart mit einem europäischen Fluss auf der Vorderseite, während die Rückseite EU-Institutionen zeigt: das EZB-Gebäude, das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, den Gerichtshof, den Europäischen Rechnungshof und die Gebäude des Rates.
Die europäischen Institutionen erinnern uns an die grundlegenden Werte des europäischen Projekts.
## Auswahlverfahren Mehr als 1.200 Grafikdesigner nahmen an einem EU-weiten Wettbewerb teil. Aus diesem Pool wurden 25 eingeladen, Vorschläge für eines oder beide Themen zu entwickeln. Eine unabhängige Jury aus 21 Experten für Grafikdesign, Kommunikation, Geschichte und Neurowissenschaften wählte dann die zehn Finalisten aus. Zu den Kandidaten gehören zwei spanische Studios: Rubio & del Amo und Cruz mas Cruz, letzteres gegründet vom verstorbenen José María Cruz Novillo. Ihr gemeinsamer Vorschlag für die Kategorie „Europäische Kultur“ sieht ein vertikales Banknotenlayout vor, eine Abkehr vom derzeitigen horizontalen Format.
Was als Nächstes passiert
Der EZB-Rat erwartet, das Siegerkonzept noch vor Ende 2026 auszuwählen. Danach beginnt eine Phase der Entwicklung und Erprobung, gefolgt von der Produktion. Die neuen Scheine werden nicht sofort in den Geldbörsen landen; die EZB sagt, dass sie „in den kommenden Jahren“ in Umlauf gebracht werden.
- EZB stellt 10 vorausgewählte Entwürfe vor und eröffnet öffentliche Konsultation
- Öffentliche Konsultation endet
- EZB-Rat wählt Siegerentwurf aus
- Neue Banknoten kommen nach Entwicklung und Tests in Umlauf
Über die Ästhetik hinaus verfolgt die Neugestaltung praktische Ziele. Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der EZB, betonte, dass das Projekt Teil einer langfristigen Anstrengung sei, Bargeld sicher, effizient und bürgernah zu halten. Die neue Serie wird verbesserte Fälschungssicherheit, bessere Zugänglichkeit für Sehbehinderte und einen geringeren ökologischen Fußabdruck durch nachhaltigere Materialien und Herstellungsverfahren beinhalten.

