Bergwacht Sächsische Schweiz verzeichnet 83 Einsätze im ersten Halbjahr 2026 und warnt Wanderer vor Leichtsinn
Die Bergwacht in der Sächsischen Schweiz rückte im ersten Halbjahr 2026 zu 83 Notfällen aus – genauso viele wie im Vorjahreszeitraum. Die meisten Einsätze betrafen Wanderer. Anders als 2025 gab es bisher keine tödlichen Kletterunfälle.
Notrufe auf Vorjahresniveau
Die Bergwacht in der Sächsischen Schweiz rückte im ersten Halbjahr 2026 zu 83 Notfällen aus – exakt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025. Sprecher Kai Kranich von der DRK-Bergwacht veröffentlichte die Zahlen am 27. Juli. Während die Gesamtzahl unverändert blieb, unterschieden sich die Ergebnisse: Bislang wurden in diesem Jahr keine tödlichen Kletterunfälle verzeichnet, anders als 2025, als in der Region Kletterer ums Leben kamen. Die Sächsische Schweiz, ein Mittelgebirge an der tschechischen Grenze, zieht zahlreiche Wanderer und Kletterer an, sodass die Rettungskräfte das ganze Jahr über im Einsatz sind.
Wandern bleibt das größte Risiko
Wandern verursacht weiterhin die meisten Einsätze. Im gesamten Jahr 2025 waren 99 der insgesamt 147 Einsätze auf Wanderunfälle zurückzuführen. Menschen stolpern über Wurzeln und Steine, stürzen auf steilen Pfaden oder erleiden Herz-Kreislauf-Probleme, die möglicherweise in keinem direkten Zusammenhang mit ihrer Wanderung stehen. Dieses Muster setzte sich auch Anfang 2026 fort: Stolperunfälle und medizinische Notfälle machten den Großteil der 83 Einsätze aus. Kranich sagte, viele Unfälle passierten, weil Besucher die Anforderungen des Mittelgebirges unterschätzten oder ihre eigenen Fähigkeiten überschätzten, was zu ungeeignetem Schuhwerk und der Abhängigkeit von Smartphone-Karten anstelle von geeigneten Navigationshilfen führe.
- Wandern
- 99
- Sonstige
- 48
Hubschraubereinsätze steigen
Die Zahl der Hubschraubereinsätze ist stetig gestiegen. Die Bergwacht setzte 2019 30-mal einen Hubschrauber ein, 2025 waren es 44. Im Februar 2026 wurde ein Hubschrauber alarmiert, nachdem ein 18-Jähriger beim Klettern an den Affensteinen acht Meter tief in eine Schlucht gestürzt war. Der Anstieg spiegelt sowohl das anspruchsvolle Gelände als auch die wachsenden Besucherzahlen wider. Die Rettungskräfte erwarten, dass der Aufwärtstrend anhält, da immer mehr Menschen abgelegene Teile des Nationalparks erkunden.
- 2019
- 30
- 2025
- 44
Vorbereitungstipps der Bergwacht
Der Bergwacht zufolge ist die Sächsische Schweiz zwar kein Hochgebirge, aber dennoch anspruchsvolles Gelände. Zur richtigen Vorbereitung gehören feste Wanderschuhe, eine detaillierte Karte oder ein zuverlässiges GPS-Gerät sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Fitness. Kranich betonte, dass viele Unfälle vermeidbar wären, wenn Wanderer die Landschaft ernst nähmen und ihre Routen im Voraus planten. Die Bergwacht rät zudem, den Wetterbericht zu prüfen und ausreichend Wasser mitzunehmen, besonders im Sommer.
Ehrenamtliches Rückgrat
Die Sächsische Bergwacht besteht aus 386 Mitgliedern, allesamt ehrenamtlich. Neben der Rettung verletzter Kletterer und Wanderer bergen die Teams auch Radfahrer aus schwierigem Gelände und kümmern sich im Winter um eine große Zahl von Skiunfällen. Die ganzjährige Einsatzbereitschaft der Organisation hängt vollständig von dieser ehrenamtlichen Truppe ab, die regelmäßig trainiert, um in der abwechslungsreichen Landschaft der Region reagieren zu können.
