
Spanische Polizei verhaftet 17-jährigen Anführer der extremistischen Online-Gruppe 764 wegen Morddrohungen gegen EU-Abgeordnete Irene Montero
Ein 17-jähriger Spanier wurde am 16. Juli in Gipuzkoa als wichtigste inländische Figur des transnationalen extremistischen Netzwerks 764 festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Morddrohungen gegen die Podemos-EU-Abgeordnete Irene Montero sowie Hunderte von fingierten Schusswaffenwarnungen an Schulen und öffentliche Gebäude gesendet zu haben.
Festnahme und Anklage
Ein 17-jähriger Spanier wurde am 16. Juli 2026 in der Provinz Gipuzkoa festgenommen. Die Operation wurde gemeinsam von der spanischen Guardia Civil, der katalanischen Mossos d'Esquadra und der baskischen Ertzaintza durchgeführt. Ein Jugendgericht in San Sebastián ordnete anschließend seine Untersuchungshaft in einem Jugendzentrum an. Die Polizei beschreibt ihn als den wichtigsten Referenten in Spanien des 764-Netzwerks, einer transnationalen extremistischen Gruppe, die hauptsächlich online operiert.
Das 764-Netzwerk
Das 764-Netzwerk wurde 2021 von einem Teenager in den Vereinigten Staaten gegründet. Es vermischt nationalsozialistische, satanische und pädophile Bildsprache und befürwortet Gewalt mit dem Ziel, die Gesellschaft zum Zusammenbruch zu bringen. Die Behörden mehrerer Länder haben die Gruppe wegen Sextortion, organisierter Belästigung, Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch, Aufforderung zur Selbstverletzung, extremen Gewaltinhalten, Tierquälerei sowie Drohkampagnen gegen Institutionen, gesellschaftliche Einrichtungen und Einzelpersonen untersucht. Das Netzwerk ist Teil einer breiteren Konstellation ähnlicher Gemeinschaften, die als The Com bekannt sind und gewalttätige Propaganda sowie Rekrutierungstaktiken teilen.
Welle von Drohungen und Zielen
Zwischen Januar und April 2026 soll der festgenommene Minderjährige zahlreiche Drohungen an Bildungseinrichtungen, Rathäuser, Bibliotheken, soziale Vereinigungen, öffentliche Einrichtungen und ein Freizeitzentrum gesendet haben. Die Nachrichten kündigten Schießereien, bewaffnete Angriffe und andere gewalttätige Aktionen an. Keiner der Angriffe materialisierte sich, aber die Drohungen lösten erhebliche gesellschaftliche Beunruhigung aus und erzwangen den Einsatz außergewöhnlicher Sicherheitsmaßnahmen, so eine gemeinsame Polizeierklärung. In seinen Mitteilungen bezog sich der Verdächtige auf seine angebliche Mitgliedschaft in 764 und erklärte, er werde Morde für andere Mitglieder der Gruppe live streamen. Ihm wird auch vorgeworfen, Anfang dieses Jahres Morddrohungen gegen die Podemos-EU-Abgeordnete Irene Montero und die Kommentatorin Sarah Santaolalla gesendet zu haben. Darüber hinaus brachten die Ermittlungen ihn mit Doxing- und Swatting-Angriffen gegen zwei Personen in Verbindung, eine im Baskenland und eine in Katalonien. Doxing bezeichnet das Beschaffen und Verbreiten persönlicher Daten, um ein Ziel zu erpressen oder zu belästigen, während Swatting darin besteht, falsche Notrufe zu tätigen, um eine bewaffnete Polizeireaktion an der Adresse des Opfers zu provozieren.
Breitere europäische Razzia
Eine kürzliche Operation unter Beteiligung von neun europäischen Ländern unter der Führung Spaniens identifizierte 4.340 Internet-Links, die gewalttätige Propaganda von 764 und ähnlichen Gruppen unter dem Dach von The Com enthielten. Die Ermittlungen zu den Aktivitäten des Netzwerks dauern an.
- Hunderte von fingierten Schießerei- und Angriffsdrohungen an Schulen, Rathäuser, Bibliotheken und öffentliche Einrichtungen in ganz Spanien gesendet
- 17-Jähriger in Gipuzkoa von Guardia Civil, Mossos d'Esquadra und Ertzaintza festgenommen
- Polizei gibt Festnahme und Untersuchungshaft in einem Jugendzentrum bekannt


