
Portugals Prüfungskorrekturkrise: Minister sagt 65 % erledigt, Ergebnisse bis 17. Juli
Portugals Bildungsminister Fernando Alexandre sagt, dass 65 % der nationalen Prüfungen korrigiert wurden und die Ergebnisse am 17. Juli veröffentlicht werden, nachdem technische Fehler im ersten digitalen Korrekturprozess eine Verzögerung erzwungen hatten. Der Minister nutzte außerdem ein parlamentarisches Seminar, um frühere Investitionsentscheidungen zu kritisieren und Hochschulreformen anzukündigen.
Korrekturfortschritt
Fernando Alexandre sagte gegenüber SIC Notícias, dass 93 % der rund 300.000 nationalen Prüfungen für die 11. und 12. Klasse an die Korrektoren verteilt und 65 % bereits korrigiert seien. Der Minister räumte einen holprigen Start ein, betonte aber, dass nun „völlige Ruhe“ im Prozess herrsche. Er übernahm die politische Verantwortung für die Verlängerung der Korrekturfrist bis zum 14. Juli und die Verschiebung der Ergebnisveröffentlichung auf den 17. Juli mit der Begründung, dass Druck auf die Lehrkräfte die Bewertungsqualität beeinträchtigen würde. Die zweite Prüfungsphase ist für den 20.–24. Juli geplant.
Im Moment herrscht völlige Ruhe bei der Korrektur der Prüfungen. Die Lehrer machen ihre Arbeit.
- Die digitale Korrektur von rund 300.000 nationalen Prüfungen beginnt zum ersten Mal.
- Wiederholte Fehler und Sicherheitslücken stören den Korrekturprozess.
- Minister verlängert Korrekturfrist auf den 14. Juli, um Druck auf die Lehrkräfte zu verringern.
- Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten Phase auf den 17. Juli verschoben.
- Prüfungen der zweiten Phase sind für den 20.–24. Juli geplant.
Politische Folgen
Der Linksblock beschuldigte die Regierung, über ihre eigenen Erklärungen zu stolpern. Der Abgeordnete Fabian Figueiredo stellte fest, dass sich drei Unternehmen mit Verträgen im Zusammenhang mit der digitalen Plattform nun von der Verantwortung distanziert hätten. Das Unternehmen Blat, das die Plattform entworfen hat, erklärte, es habe lediglich die Vorgaben der Gremien IAVE/EduQA befolgt und liefere nur Dateien so aus, wie sie von externen Systemen empfangen werden.
Die Regierung stolpert permanent über ihre eigenen Erklärungen. Alle Unternehmen, die im Rahmen dieses Digitalisierungsprozesses Verträge mit dem Bildungsministerium haben, sagen, sie hätten nichts damit zu tun. Es ist bereits das dritte Unternehmen, das dies tut.
Mehr als 5.700 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die die Annullierung der Prüfungen ohne Nachteile für die Schüler fordert, mit der Begründung, dass wiederholte technische Fehler die Gültigkeit der Tests beeinträchtigen.
Intervention des Präsidenten
Präsident Marcelo Rebelo de Sousa äußerte die Hoffnung, dass die Probleme schnell gelöst würden und das Vertrauen zwischen Familien und dem Bewertungssystem intakt bleibe. Auf die Frage nach den Äußerungen des Präsidenten wich der Minister einer direkten Antwort aus und sagte nur, sein Team sei dabei, „alles zu lösen“.
Der Wunsch des Präsidenten ist, dass alles schnell wieder normal wird und vor allem das Vertrauensverhältnis zwischen den Schülern und ihren Familien und dem Bewertungssystem intakt bleibt.
Grundsatzrede zu Bildungsinvestitionen
In einem parlamentarischen Seminar zur Berufsbildung kritisierte der Minister jahrzehntelange öffentliche Investitionen, die eher von der Verfügbarkeit von EU-Mitteln als von regionalen Bedürfnissen getrieben wurden. Er sagte, diese Logik habe Lissabon und die Algarve mit heruntergekommenen Schulen, höheren Abbrecherquoten und geringerem Zugang zur Hochschulbildung zurückgelassen. Fernando Alexandre kündigte an, dass die Regierung nächste Woche einen überarbeiteten Vorschlag für ein neues Rechtsregime für Hochschulabschlüsse und Diplome vorlegen werde und dass die technischen CTeSP-Kurse die gleiche Wertigkeit wie Bachelor-, Master- und Doktorgrade erhalten würden. Eine Studie zur Bewertung dieser Kurse werde ebenfalls noch in diesem Monat veröffentlicht.


