
Moskau von 620 ukrainischen Drohnen angegriffen – schwerster Angriff seit zwei Jahren
Die russische Luftabwehr fing 180 Drohnen über dem Hauptstadtgebiet ab, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass die Prioritäten für Langstreckenangriffe bis September festgelegt sind.
620 Drohnen zielen auf die Hauptstadtregion Moskau
Ukrainische Streitkräfte starteten zwischen Montagabend und Dienstagmorgen 620 Drohnen in Richtung Moskau und der umliegenden Region. Dies war nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass der schwerste Luftangriff auf die Hauptstadt seit zwei Jahren. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die russische Luftabwehr habe die meisten der anfliegenden unbemannten Luftfahrzeuge auf ihrem Anflug abgefangen, bevor sie den Großraum erreichten. In den Morgenstunden schossen die Luftabwehrsysteme weitere 180 Drohnen direkt über dem Moskauer Stadtgebiet ab. Die Anzahl der Drohnen übertraf alle bisherigen Angriffe auf die Hauptstadt in den letzten 24 Monaten. Offizielle russische Stadtbehörden und Rettungsdienste gaben zunächst keine Einschätzungen zu Bodenopfern oder Gebäudeschäden in der Hauptstadtregion ab.
Aufeinanderfolgende Wellen und bestätigte Opfer
Der Angriff vom Dienstag folgte auf einen früheren großangelegten Angriff auf die Region Moskau in der Nacht zum Sonntag, bei dem etwa 600 Drohnen das Gebiet angriffen. Diese Sonntagsoperation führte nach von Sobjanin veröffentlichten Opfermeldungen zu einem bestätigten Todesfall und mehreren Verletzten. Die Luftoperationen intensivierten sich gleichzeitig in beiden Ländern, da in der Nacht zum Sonntag auch schwere Angriffe auf Kiew stattfanden. Ukrainische Luftverbände haben ein Muster nahezu täglicher Drohnenoperationen gegen Ziele in der russischen Hauptstadtregion etabliert. Russische Behörden wiesen darauf hin, dass operative Angaben, einschließlich genauer Abschusszahlen und Gefechtsopferzahlen, nicht unabhängig überprüft werden konnten.
- Nacht zum 16. August
- 600 Drohnen
- 17.–18. August
- 620 Drohnen
Ukrainische Langstreckenangriffsdoktrin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich mit den obersten Militärbefehlshabern, um die strategischen Ergebnisse der tief im russischen Territorium durchgeführten Drohnenangriffe zu bewerten. Ukrainische Planer haben diese unbemannten Angriffe gezielt auf russische Rüstungsproduktionsstätten und Rohöl-Infrastruktur gerichtet, um die operative Angriffskraft der russischen Streitkräfte zu schwächen. Ukrainische Kommandeure überprüften Schadensbewertungen und diskutierten künftige Einsätze, bevor sie aktualisierte operative Fahrpläne genehmigten. Selenskyj bestätigte, dass die ukrainischen Führungsstrukturen bereits konkrete Ziele und Angriffspläne für die kommenden Wochen festgelegt haben.
Wir setzen unsere Langstreckenoperationen fort. Die Prioritäten für Präzisionsschläge bis September wurden bereits festgelegt.
Westliche Lieferketten und regionale Auswirkungen
Während der strategischen Überprüfung der Drohnenoperationen sprach Selenskyj die Fortdauer ausländischer industrieller Lieferketten an, die die russische Militärproduktion aufrechterhalten. Der ukrainische Präsident kritisierte ausländische Lieferanten und erklärte, dass weiterhin wesentliche Waffenkomponenten aus dem Ausland, auch aus G7-Volkswirtschaften, in russische Fabriken gelangen.
Sogar aus Ländern, die der G7 angehören und sicherlich kein Interesse daran haben, dass Putin den Krieg verlängert und das Ausmaß der Angriffe erhöht.
Die sich ausweitende Luftkampagne fiel mit regionalen Entwicklungen über die Nachbargrenzen hinweg zusammen, darunter die Auswirkungen einer mutmaßlichen russischen Drohne, die in Moldau niederging. In Russland kam es zu innerstaatlichen Spannungen über den Konflikt, als ein leitender Chefökonom nach öffentlicher Kritik am Krieg in der Ukraine von seinem Posten entlassen wurde.

