
EU räumt "viel zu tun" ein – neues Grenzsystem verursacht 5-stündige Warteschlangen an Flughäfen
Das im Herbst eingeführte Einreise-/Ausreisesystem der EU, das die Grenzkontrollen digitalisieren soll, hat an europäischen Flughäfen massive Warteschlangen ausgelöst. Die Wartezeiten erreichten in Spitzenzeiten bis zu fünf Stunden. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte am Freitag ein, dass "noch viel zu tun" sei, um die technischen Probleme zu lösen.
Verzögerter Start
Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ging schließlich im Oktober 2025 in Betrieb – drei Jahre hinter dem Zeitplan. Es sollte bis April 2026 vollständig einsatzbereit sein und manuelle Passstempel durch biometrische Registrierung für Nicht-EU-Reisende ersetzen. Das System erfasst Gesichtsscans und Fingerabdrücke, vermerkt Ein- und Ausreisedaten und verfolgt so Überschreitungen der Aufenthaltsdauer.
Schlangen außer Kontrolle
Bis zum Sommer 2026 hatten sich die Bearbeitungszeiten für Nicht-EU-Passagiere laut der Beratungsfirma Veovo seit April mehr als verdoppelt. Eine Umfrage von ACI Europe ergab, dass die Spitzenwartezeiten im Mai an einigen Flughäfen dreieinhalb Stunden erreichten. Diese Woche warnten Flughäfen und Fluggesellschaften Brüssel, dass die Schlangen "in Spitzenzeiten mittlerweile bis zu 5 Stunden erreichen können", was Passagiere dazu zwinge, außerhalb der Terminals und auf dem Vorfeld zu warten.
Das EES ist das, was mich und viele andere Flughafenchefs in Europa nachts wach hält.
Technische Pannen und Hitzewellen
Fingerabdruckscanner fielen bei Hitzewellen aus, weil verschwitzte Finger nicht zuverlässig gelesen werden konnten. Reisende berichteten von instabiler Software und wiederholten Neuregistrierungen bei mehreren Reisen. Selbstbedienungsterminals, die den Prozess beschleunigen sollten, haben ihre Funktion weitgehend nicht erfüllt.
EU verteidigt das System
Die Europäische Kommission erklärte, das EES habe bereits rund 30.000 Menschen daran gehindert, illegal in den Schengen-Raum einzureisen, darunter knapp 7.000, die bei früheren Besuchen ihre Aufenthaltsdauer überschritten hatten. Über 108 Millionen Menschen wurden über das System abgefertigt, und fast 44.000 wurde die Einreise verweigert, meist weil kein gültiger Aufenthaltszweck vorlag.
Wir arbeiten mit den Mitgliedstaaten zusammen, um diese technischen Probleme zu lösen.
Druck der Branche und nächste Schritte
Flughäfen und Fluggesellschaften bezeichnen die Lage als "unhaltbaren Druck", insbesondere angesichts der laufenden Sommerferien. Ein EU-Beamter wies frustrierte Passagiere mit dem Hinweis ab, sie sollten doch "dem Schengen-Raum beitreten". Die Kommission hat für Dienstag, den 7. Juli, ein Treffen mit Branchenvertretern anberaumt.
- EES geht in Betrieb – drei Jahre hinter dem Zeitplan
- Ziel der vollständigen Umsetzung verfehlt
- ACI-Umfrage ermittelt Spitzenwartezeiten von 3,5 Stunden
- ACI Europe-Direktor warnt, EES halte Flughafenchefs wach
- Von der Leyen räumt Probleme ein und verspricht Lösungen
- Treffen mit Branchenvertretern anberaumt


