
Brand in Seveso-Lagerhaus in der Moselle zwingt 30.000 Anwohner zum Schutz im Haus
Am Sonntag brach in einem 500 Quadratmeter großen Lagerhaus der unteren Seveso-Schwelle in Gandrange, Moselle, ein Feuer aus, das die Behörden dazu veranlasste, für 30.000 Menschen aus fünf Gemeinden eine Schutzanordnung mit Aufenthalt im Haus und Abdichtung der Fenster zu erlassen.
Brand in Chemielager ausgebrochen
Am Sonntagmorgen brach in einem 500 Quadratmeter großen Lagerhaus der Firma SAFE (SUEZ Alternative Fuels & Energies) in der Industriezone von Gandrange, Moselle, ein Feuer aus. Das Gelände ist als Seveso-Schwelle niedrig eingestuft, eine Bezeichnung für Anlagen, die Gefahrstoffe in Mengen unterhalb der Hochschwelle lagern. Laut lokalen Medien wurde ab 10 Uhr eine dicke schwarze Rauchwolke sichtbar, und Anwohner berichteten von einem lauten Knall gegen 10:45 Uhr. Das Lagerhaus befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen ArcelorMittal-Stahlwerks, einem Wahrzeichen der Industriegeschichte der Region.
- Dicke schwarze Rauchwolke wird vom Gelände aus sichtbar
- Lauter Knall von Anwohnern gehört
- Präfekt ordnet Schutz für 30.000 Menschen in fünf Gemeinden an
- Bürgermeister sagt Feuer eingedämmt, aber chemisches Risiko bleibt bestehen, Schutzmaßnahmen fortgesetzt
Schutzanordnung für 30.000 Menschen
Der Präfekt von Moselle ordnete umgehend für die Bewohner von fünf Gemeinden – Gandrange, Amnéville, Vitry-sur-Orne, Clouange und Rombas – an, in ihren Häusern zu bleiben. Rund 30.000 Menschen wurden aufgefordert, „bis auf Weiteres eingeschlossen zu bleiben“, erklärte die Präfektur in einer Stellungnahme. Die Anweisungen waren klar: in den Häusern bleiben, alle Türen und Fenster schließen und etwaige Spalten so gut wie möglich abdichten. Bürgermeister Quentin Bigot von Gandrange verbreitete die Nachricht auf der Facebook-Seite der Stadt und drängte die Bewohner, die Anordnungen strikt zu befolgen.
Die Situation bleibt unter Beobachtung, und insbesondere angesichts der Anwesenheit chemischer Produkte müssen die Schutzmaßnahmen unbedingt weiterhin eingehalten werden.
Feuerwehreinsatz und chemisches Risiko
Der Departementsfeuerwehrdienst setzte mindestens 130 Feuerwehrleute und 75 Fahrzeuge am Ort ein. BFMTV berichtete, dass etwa 50 Feuerwehrfahrzeuge vor Ort sichtbar waren. Gegen Mittag gab Bürgermeister Bigot bekannt, dass das Feuer eingedämmt sei, betonte jedoch, dass die Anwesenheit giftiger Produkte den Einsatz komplex mache. Die Präfektur bestätigte, dass chemische Substanzen im Lagerhaus gelagert waren, machte jedoch zunächst keine Angaben zu deren Art. Die Einstufung als Seveso-Schwelle niedrig verpflichtet die Betreiber zur Einhaltung von Sicherheitsprotokollen, und der Vorfall löste einen Notfallplan aus. Es wurden keine Verletzten gemeldet.
Industrieller Kontext
Die SAFE-Anlage ist Teil der Abteilung für alternative Kraftstoffe und Energie der SUEZ-Gruppe. Die Industriezone von Gandrange ist seit langem mit der Schwerindustrie verbunden, insbesondere mit dem ArcelorMittal-Stahlwerk, das einst die lokale Wirtschaft dominierte. Der Seveso-Status des Geländes spiegelt die anhaltende Präsenz gefährlicher Stoffe wider, auch nach der Schließung des Stahlwerks. Die Schutzanordnung blieb bis in den frühen Nachmittag in Kraft, während die Behörden die Luftqualität überwachten und daran arbeiteten, das Feuer vollständig zu löschen.


