
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 2.954; Portugal bestätigt 93 tote Bürger
Eine Woche nach den beiden Erdbeben in Venezuela ist die offizielle Zahl der Toten auf 2.954 gestiegen, 93 portugiesische Staatsbürger wurden bestätigt tot, 57 werden noch vermisst.
Die Erdbeben
Am 24. Juni erschütterten zwei starke Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Venezuela, deren Epizentren etwa 200 Kilometer von Caracas entfernt lagen. Die Beben traten im Abstand von weniger als einer Minute auf und wurden von Hunderten von Nachbeben gefolgt. Die Behörden haben in der Woche seit den ersten Beben zwischen 890 und 942 Nachbeben registriert. Der United States Geological Survey bestätigte die Stärken und die Nähe der Epizentren zur Hauptstadt.
Opfer und Schäden
Die offizielle Zahl der Toten ist auf 2.954 gestiegen, 16.592 Menschen wurden verletzt, so der Parlamentspräsident Jorge Rodríguez. Frühere offizielle Zahlen hatten mindestens 2.645 Tote und 12.666 Verletzte gemeldet. Zwischen 15.050 und 16.309 Menschen wurden obdachlos, und zwischen 856 und 885 Gebäude wurden beschädigt, 189 bis 190 stürzten vollständig ein. Die Behörden richteten 59 bis 80 provisorische Lager ein, und 86.117 Familien erhielten Hilfe. Rettungsteams haben 6.462 Menschen gerettet, es wurden 3.281 internationale Helfer und 26.984 Freiwillige registriert.
Portugiesische Opfer
Das portugiesische Außenministerium bestätigte, dass 93 portugiesische Staatsbürger bei der Katastrophe ums Leben kamen, 80 von ihnen besaßen auch die venezolanische Staatsbürgerschaft. Unter den Toten sind 17 Kinder und 76 Erwachsene. Weitere 57 portugiesische Staatsangehörige werden vermisst. Die portugiesische Rettungsmission hat ihren Sitz in Catia la Mar, La Guaira, einem Gebiet mit einer großen portugiesischen Gemeinde, das zu den am stärksten betroffenen zählt. Portugal hat für Sonntag, den 5. Juli, einen nationalen Trauertag ausgerufen, und Staatssekretär Emídio Sousa kündigte an, dass zwei portugiesische Luftwaffenflugzeuge bereit seien, bis Dienstag mit Hilfsgütern abzufliegen und möglicherweise Bürger auf dem Rückflug zurückzubringen.
Internationale Reaktion und Vermisste
Mehrere Länder, darunter Portugal und andere EU-Mitgliedstaaten, haben Such- und Rettungsteams entsandt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass rund 50.000 Menschen vermisst werden, während eine von der Opposition geführte Plattform 39.161 Personen zur Lokalisierung registriert hat. Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado bewirbt die Seite. Die venezolanischen Behörden haben sieben Tage Staatstrauer ausgerufen und vermeiden es, aktualisierte Zahlen der Vermissten zu veröffentlichen, obwohl sie am 25. Juni mindestens 157 Vermisste gemeldet hatten.
Historischer Kontext
Dieses Doppelerdbeben ist das tödlichste, das Venezuela im letzten Jahrhundert heimgesucht hat. Das vorherige große seismische Ereignis in der Nähe von Caracas ereignete sich im Juli 1967, also 59 Jahre zuvor.
- Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttern 200 km von Caracas entfernt, weniger als eine Minute auseinander.
- Behörden melden mindestens 157 Vermisste.
- Zahl der Toten steigt auf 2.954, 16.592 Verletzte; 93 portugiesische Staatsbürger bestätigt tot, 57 vermisst.
- Portugal begeht nationalen Trauertag; zwei Luftwaffenflugzeuge zur Lieferung von Hilfsgütern bereit.


