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Osloer Gericht verkündet Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby, Sohn der norwegischen Kronprinzessin

Ein Osloer Gericht verkündet heute Morgen sein Urteil im Prozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette‑Marit, wegen 40 Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, Gewalt und Drogendelikte.

Der Angeklagte

Marius Borg Høiby, 29, ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette‑Marit aus einer früheren Beziehung. Er wuchs als Stiefsohn von Kronprinz Haakon auf und ist Mitglied der königlichen Familie, hat aber keine offizielle Rolle. Høiby hat öffentlich über seine Kämpfe mit Drogenabhängigkeit und psychischen Problemen gesprochen; vor dem Prozess hatte er keine geregelte Beschäftigung.

Die Anklage

Die Anklageschrift listet 40 Anklagepunkte auf, die Staatsanwaltschaft strebt eine Verurteilung in 39 Fällen an. Die schwerwiegendsten Vorwürfe sind vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht: Høiby wird beschuldigt, Frauen im Schlaf missbraucht und die Taten teilweise gefilmt zu haben. Zwei Ex-Freundinnen haben ihn zudem der häuslichen Gewalt beschuldigt; weitere Anklagepunkte umfassen Bedrohungen, Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung, Drogendelikte und Verkehrsverstöße.

Ich erinnere mich, aufgewacht zu sein und einen kleinen Schock gespürt zu haben. Danach war ich wie gelähmt.

Ein Opfer

Høiby bestritt die Vergewaltigungsvorwürfe und betonte, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Allerdings räumte er andere Straftaten ein, darunter eine gewalttätige Episode unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gegenüber einer Ex-Freundin sowie die Zerstörung von Gegenständen in ihrer Wohnung.

Ich hatte ein extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in sehr viel Sex, sehr vielen Drogen und sehr viel Alkohol übersetzt.

Der Prozess und das heutige Urteil

Der Prozess dauerte sieben Wochen von Anfang Februar bis Mitte März 2026. Høiby wurde kurz vor Prozessbeginn in Untersuchungshaft genommen, nachdem er gegen ein Kontaktverbot mit einer Ex-Freundin verstoßen hatte. Während des Verfahrens warf er den Medien unter Tränen vor, ihn seit seiner Kindheit zu verfolgen, und versuchte wiederholt, seine Freilassung zu erwirken – unter anderem mit Verweis auf den sich verschlechternden Gesundheitszustand seiner Mutter –, doch das Gericht lehnte ab. Das Osloer Gericht beginnt heute um 08:30 Uhr mit der Urteilsverkündung. Die Richter benötigen voraussichtlich ein bis eineinhalb Stunden, um die Entscheidung zusammenzufassen; anschließend wird das schriftliche Urteil an die Presse übergeben. Høiby wird die Sitzung aus gesundheitlichen Gründen per Video aus dem Gefängnis verfolgen.

Königliche Familie unter Druck

Der Fall trifft die norwegische Monarchie in einem besonders schwierigen Moment. Kronprinzessin Mette‑Marit ist schwer krank und benötigt eine neue Lunge; zudem sah sie sich monatelanger Kritik wegen ihrer Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgesetzt. Weder sie noch Kronprinz Haakon nahmen an dem Prozess teil, besuchten Høiby jedoch regelmäßig im Gefängnis. Das Urteil bringt zusätzlichen Druck auf eine Familie, die bereits mit privaten Krisen und öffentlicher Prüfung zu kämpfen hat.

Oslo

4 Quellen

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