
Über 250.000 Evakuierte bei Bränden in Südwestfrankreich und Zentralspanien
Soldaten und Militärflugzeuge beteiligen sich an den Löscharbeiten, während die Flammen Zehntausende Hektar nahe Bordeaux und Madrid verzehren und der Tiefraumkomplex der NASA den Betrieb einstellen muss.
Beispielloses Ausmaß der Brände
Waldbrände haben die Löschkapazitäten beider Länder überfordert und bisher in diesem Jahr insgesamt 228.000 Hektar vernichtet. In Frankreich berichtete Innenminister Laurent Nuñez von 98.000 verbrannten Hektar und nannte es einen historischen Rekord. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez erklärte, 130.000 Hektar seien zerstört worden, was den Zehnjahresdurchschnitt von 100.000 Hektar übersteigt. Der französische Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete die Lage als beispiellos.
Die Waldbrände, die unser Land erfasst haben, haben ein beispielloses Ausmaß erreicht.
Im Département Gironde stießen die Rettungskräfte auf ein sogenanntes konvektives Feuer, ein Phänomen, das eigene Windströmungen erzeugt, die Ausbreitung beschleunigt und plötzlich die Richtung ändern kann. Lecornu merkte an, dass Zivilschutzexperten noch nie zuvor mit einem solchen Phänomen konfrontiert waren.
- Zwei Waldbrände westlich von Madrid vereinigen sich zu einem einzigen Großbrand; 40.000 Menschen von der Halbinsel Cap-Ferret in Frankreich evakuiert.
- Sieben Städte in der Nähe von Bordeaux werden zur Evakuierung aufgefordert, rund 60.000 Menschen sind betroffen, da sich die Windrichtung ändert.
- Der französische Premierminister bestätigt 197.000 Evakuierte und bezeichnet die Brände als beispiellos; Spanien meldet 130.000 Hektar verbrannte Fläche und 70.000 Evakuierte.
- Frankreich setzt ein Militärflugzeug A400M und 1.500 Soldaten ein; 1,5 Millionen FFP2-Masken werden in der Gironde verteilt.
Massenevakuierungen und militärische Reaktion
Bis Samstag, den 25. Juli, hatten die Behörden rund 197.000 Menschen angewiesen, ihre Häuser in den Départements Gironde und Landes zu verlassen. Am Vortag wurden etwa 40.000 Menschen von der Halbinsel Cap-Ferret über die einzige Straße und mit Booten evakuiert, was der Innenminister als wahrscheinlich größte Evakuierungsoperation in Friedenszeiten in Frankreich bezeichnete. Am frühen Samstag wurden etwa 60.000 Einwohner von sieben Städten nahe Bordeaux aufgefordert, zu gehen, da Winde drohten, das Feuer in Richtung der Stadt zu treiben, die noch etwa 30 Kilometer entfernt liegt. Bordeaux' Bürgermeister Thomas Cazeneuve sagte, eine Evakuierung der Stadt stehe noch nicht auf der Agenda.
Frankreich setzte über 500 Militärangehörige ein, weitere 500 werden bald erwartet. Erstmals wurde ein Militärtransportflugzeug vom Typ A400M zur Brandbekämpfung eingesetzt, das pro Flug 20 Tonnen Wasser oder Löschmittel abwirft. Rund 1,5 Millionen FFP2-Masken wurden in der Gironde an Feuerwehrleute und von Rauch betroffene Anwohner verteilt.
Spaniens Krise nahe Madrid
In Spanien verschmolzen am Freitag zwei Brände westlich von Madrid zu einem einzigen Großbrand, der kurz davor stand, sich mit einem weiteren Feuer in der benachbarten Region Kastilien und León zu vereinen. Der regionale Notfallchef Carlos Novillo sagte, das Feuer übersteige die Kapazität der Feuerwehr.
In diesem Gebiet ist es unmöglich, das Feuer zu bekämpfen, daher werden defensive Maßnahmen ergriffen.
Die Regionalregierung von Madrid rief den Notstand aus, und Präsidentin Isabel Díaz Ayuso bezeichnete es als das schlimmste Feuer in der Geschichte der Region. Rund 70.000 Menschen wurden aus Dörfern westlich von Madrid evakuiert. Der Madrid Deep Space Communications Complex, eines von drei Antennensystemen, die der NASA die Kommunikation mit Raumfahrzeugen ermöglichen, stellte den Betrieb ein. Die Behörden forderten die Bewohner auf, wegen des Rauchs und der schlechten Luftqualität in Innenräumen zu bleiben, insbesondere gefährdete Gruppen.
- Frankreich
- 98000 ha
- Spanien
- 130000 ha
Wetter und Ausblick
Ein leichter Temperaturrückgang und eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit am Samstag boten den Feuerwehrleuten eine Gelegenheit, aber Premierminister Sánchez warnte, dass das Windverhalten unberechenbar bleibe. Vorhersagen warnen vor einem weiteren Temperaturanstieg in der nächsten Woche, ohne Regen, sodass die Region nach Monaten von Hitze und Dürre extrem brandgefährdet bleibt.


