23 Vermisste nach Untergang eines vietnamesischen Frachters nahe dem umstrittenen Fiery Cross Reef im Südchinesischen Meer
Eine von China geführte Such- und Rettungsaktion sucht nach 23 Seeleuten, nachdem der vietnamesische Frachter Khoi Nguyen 18 am Samstagabend nahe dem Fiery Cross Reef in den Spratly-Inseln gesunken war. Retter haben bisher 39 der 62 Crewmitglieder gerettet.
Untergang und Notsignal
Am Samstag, den 25. Juli 2026, sank der unter vietnamesischer Flagge fahrende Frachter Khoi Nguyen 18 in den Spratly-Inseln. An Bord befanden sich 62 Besatzungsmitglieder, alle vietnamesische Staatsangehörige. Das Schiff war knapp 70 Meter lang. Es sank nahe dem Fiery Cross Reef, einer von China besetzten künstlichen Insel. Gegen 18:30 Uhr Ortszeit (12:30 Uhr MEZ) feuerte die Besatzung eine Notrakete ab, die von chinesischen Seenotrettungskräften gesichtet wurde. Angesichts des sinkenden Schiffs verließen die Seeleute das Schiff und gingen auf Rettungsflöße über, die dann mit den Meeresströmungen in Richtung des Riffs trieben.
Such- und Rettungsaktion
Das Maritime Such- und Rettungszentrum Chinas in Sansha übernahm die Leitung der Maßnahmen. In der Nacht orteten die Retter zwei Rettungsflöße und bargen 36 Überlebende aus dem Wasser. Am Sonntagmorgen, dem 26. Juli, wurden drei weitere Besatzungsmitglieder gerettet, sodass sich die bestätigte Gesamtzahl auf 39 erhöht. Das Schicksal der verbleibenden 23 ist noch unbekannt, die Suche dauert an. Sechs chinesische Überwasserschiffe, ein chinesischer Hubschrauber und ein von Vietnam entsandtes Schiff sind an der Operation beteiligt. Die Behörden der Provinz Hainan gaben an, dass das Schiff knapp 70 Meter lang war und dass alle Geretteten Vietnamesen sind. CCTV, der staatliche chinesische Rundfunk, verbreitete die Details unter Berufung auf das Rettungszentrum Sansha. Bis Sonntagnachmittag gab es keine Informationen über die Ursache des Untergangs oder die Ladung des Schiffs. Das vietnamesische Außenministerium hatte sich noch nicht geäußert.
- Notrakete gesichtet; Besatzung verlässt Schiff und evakuiert auf Rettungsflöße.
- Zwei Flöße geortet, 36 Überlebende gerettet.
- 3 weitere Besatzungsmitglieder gerettet, insgesamt 39 Überlebende. Suche nach 23 Vermissten fortgesetzt.
- 6 chinesische Schiffe, chinesischer Hubschrauber und vietnamesisches Schiff durchsuchen das Gebiet.
Umstrittene Gewässer
Das Fiery Cross Reef liegt im Spratly-Archipel, einem der umstrittensten Abschnitte des Südchinesischen Meers. China beansprucht fast das gesamte rohstoffreiche Gebiet für sich und hat jahrelang Riffe in befestigte Militärstützpunkte umgewandelt, künstliche Inseln, Landebahnen und Marinestützpunkte errichtet. Seine Souveränitätsansprüche werden von Vietnam, den Philippinen, Malaysia, Taiwan und Brunei bestritten. Im Jahr 2016 entschied der Ständige Schiedshof in Den Haag, dass Chinas historische Rechtsansprüche nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen keine rechtliche Grundlage haben. Während China die Rettungsaktion leitete, fand der Einsatz in Gewässern statt, die auch von Vietnam beansprucht werden, unter dessen Flagge das Schiff und die Besatzung fuhren.

