Migration · Belfast

Unruhen in Belfast: 27 Obdachlose, Online-Hass schürt fremdenfeindliche Gewalt; Großbritannien und Irland verstärken Grenzsicherheit

Drei Nächte voller Gewalt, ausgelöst durch einen Messerangriff, haben in Belfast mindestens 27 Menschen obdachlos gemacht. Vermummte Mobzielten auf Migranten und Polizisten, während die Führungen in London und Dublin eilig die Sicherheit des gemeinsamen Reiseverkehrsraums (Common Travel Area) verschärfen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Spiegel Online, The Guardian, Irish Independent und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Belfast · Vereinigtes Königreich
Wie es dazu kam
  1. 10.06.Zweite Nacht der Gewalt – Polizei setzt Wasserwerfer und Plastikgeschosse ein nach Angriffen mit Steinen und Molotowcocktails.
  2. 11.06.Deutlich ruhigere Nacht mit nur kleineren Störungen; drei weitere Festnahmen. Polizei setzt Wochenendeinsatz fort.
  3. 12.06.Premierminister Micheál Martin und der britische Premierminister Keir Starmer vereinbaren, die Sicherheit des gemeinsamen Reiseverkehrsraums zu stärken; Abgeordnete warnt vor algorithmischer Verstärkung von Falschinformationen.

Der Angriff

Ein Messerangriff im Norden Belfasts am Montagabend verletzte den 44-jährigen Stephen Ogilvie schwer: Er verlor sein linkes Auge und erlitt tiefe Schnittwunden im Gesicht, am Hals und am Rücken. Aufnahmen des Überfalls zirkulierten innerhalb von Minuten in den sozialen Medien. Hadi Alodid, ein 30-jähriger Sudanese, wurde am Tatort in der Kinnaird Avenue festgenommen und später wegen versuchten Mordes angeklagt. Alodid war im Februar 2023 mit dem Bus aus Dublin nach Nordirland eingereist, nachdem er aus Paris geflogen war; ihm wurde das Aufenthaltsrecht bis 2028 gewährt.

Flammen in den sozialen Medien

Weniger als eine Stunde nach dem Angriff teilte Tommy Robinson das Grafikvideo auf X mit über zwei Millionen Followern und bezeichnete den Verdächtigen als „Eindringling“. Am Dienstagmorgen hatte der Clip sechs Millionen Aufrufe erreicht, und Elon Musk stimmte einem Beitrag zu, der „Konsequenzen“ für Politiker forderte. Facebook-Gruppen und reichweitenstarke Accounts auf TikTok und X verbreiteten Zeiten und Orte von Demonstrationen, Straßensperrlisten und ein Verzeichnis von Privatadressen, die angeblich Migranten gehörten. Eine Wired-Recherche ergab, dass die weiße suprematistische Active-Club-Bewegung die Gewalt aus den USA orchestrierte.

„Die Active Clubs, die am schnellsten wachsende Neonazi-Bewegung weltweit, lassen keine Gelegenheit aus, eine Tragödie für ihre eigenen hasserfüllten Zwecke auszunutzen. Die Proteste in Belfast hatten kaum begonnen, da fungierten führende Stimmen der Active Clubs bereits als Unterstützungsnetzwerk für die rassistischen Unruhen und ermutigten zu Nachahmungen in anderen Ländern.“

Wendy Via, Mitbegründerin des Global Project Against Hate and Extremism

Gewalt und Vertreibung

In den Nächten von Dienstag und Mittwoch legten vermummte Randalierer Fahrzeuge, Häuser und einen Bus in Brand, traten Türen ein und griffen Geschäfte von Migranten an. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Plastikgeschosse ein, nachdem die Menge Steine und Molotowcocktails geworfen hatte. Mindestens zwölf Beamte wurden verletzt. Ein zwei Monate altes Baby wurde gerettet, als maskierte Gruppen von Haus zu Haus gingen und ausländischstämmige Bewohner vertrieben; mindestens 27 Menschen wurden obdachlos. Die Gewerkschaftsvertreterin Patricia McKeown berichtete, eine Krankenschwester mit anderer Hautfarbe sei von vier Vermummten in ein Krankenhaus im Ostteil Belfasts gejagt worden.

„Das ist Hass. Hass, der Leben gefährdet.“

Patricia McKeown, Gewerkschaftsvertreterin von Unison

Politische Reaktion

Am Donnerstagabend beruhigte sich die Lage weitgehend, es gab nur noch kleinere Störungen. Die Polizei nahm 19 Festnahmen vor, darunter einen 16-Jährigen, und setzte das Wochenende über einen Einsatz fort. Der irische Premierminister Micheál Martin und der britische Premierminister Keir Starmer führten am Freitag ein Telefonat, in dem sie sich auf eine Stärkung des gemeinsamen Reiseverkehrsraums durch verstärkten Datenaustausch und gemeinsame Geheimdiensteinsätze einigten. Die gemeinsame Reisezone (CTA) sei von großer Bedeutung, müsse aber vor Missbrauch geschützt werden.

„Die Unruhen in Belfast zeigen, dass die Regierung nicht genug getan hat, um das Ausmaß und die Geschwindigkeit der algorithmischen Verstärkung von Falschinformationen im Internet zu bekämpfen.“

Chi Onwurah, Vorsitzende des britischen Ausschusses für Wissenschaft

Die Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Innovation und Technologie, Chi Onwurah, schrieb an Technologieministerin Liz Kendall und warf der Regierung vor, einen früheren Bericht ignoriert zu haben, der davor warnte, dass Algorithmen sozialer Medien durch die Verstärkung schädlicher Inhalte gewalttätige Unruhen ausgelöst hätten. In dem Brief wurde gefordert, dass Plattformen in Krisenzeiten gezwungen werden müssten, die virale Verbreitung von Falschinformationen zu stoppen, selbst wenn diese nicht die rechtliche Schwelle zur Illegalität überschreite.

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