
Brandenburg stellt sich auf 'schwierigstes' Schuljahr ein – 131 Lehrerstellen unbesetzt
Das neue Schuljahr in Brandenburg beginnt am 24. August mit 131 noch unbesetzten Lehrerstellen, wie Bildungsminister Gordon Hoffmann vor dem schwierigsten Jahr des Landes warnt.
Lehrermangel dominiert das neue Schuljahr
Das neue Schuljahr in Brandenburg beginnt am 24. August mit 131 noch unbesetzten Lehrerstellen, wie die Website des Bildungsministeriums Mitte August, nur wenige Tage vor Schulbeginn, zeigt. Die Vakanzen betreffen Kernfächer im ganzen Land. Eine Stelle für Deutsch und Englisch in Treuenbrietzen, nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt, wird seit etwa April ausgeschrieben. In Friesack im Havelland ist eine Stelle für Mathematik und Physik auch nach Ablauf der Bewerbungsfrist noch offen, obwohl weiterhin Bewerbungen angenommen werden. Hoffmanns Sprecher sagte eine Woche vor Schulbeginn, dass die Nachfrage nach Lehrern in Brandenburg nach wie vor so hoch sei wie nie, trotz neuer Einstellungen in den Sommerferien. Hoffmann hatte auch Hoffnungen auf Bewerbungen von Lehrern aus anderen Bundesländern gesetzt.
Die vorherige Koalition aus SPD und BSW hatte die Lehrerstellen im Haushalt 2025 um 345 Vollzeitstellen gekürzt. Die neue SPD-CDU-Koalition, die seit Hoffmanns Ernennung im März im Amt ist, hat 250 neue Lehrerstellen vorgesehen, allerdings erst mit dem kommenden Haushalt. In der Zwischenzeit müssen die Lehrer eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten.
- Gordon Hoffmann als Brandenburger Bildungsminister vereidigt
- Stelle für Deutsch und Englisch in Treuenbrietzen ausgeschrieben
- 131 Lehrerstellen auf Ministeriumswebsite noch unbesetzt, Tage vor Schulbeginn
- Neues Schuljahr beginnt in Brandenburg
- Haushalt 2025 (SPD/BSW)
- -345 Vollzeitstellen
- Kommender Haushalt (SPD/CDU)
- 250 Vollzeitstellen
Einschätzung und Garantien des Ministers
Hoffmann schlägt seit Wochen Alarm, dass der Stundenplan und die Anzahl der Unterrichtsstunden in Kernfächern gefährdet seien. Im schlimmsten Fall könnte der Mangel die Schulabschlüsse in Brandenburg beeinträchtigen. Hoffmann äußerte vorsichtigen Optimismus, dass die Anforderungen erfüllt werden können.
Wir haben uns hier im Ministerium zusammengesetzt und Lösungen erarbeitet, mit denen wir, so nehme ich an, sicherstellen können, dass die Schüler ihre Abschlüsse bei uns machen.
Er räumte auch die Kluft zwischen Bemühungen und Ergebnissen bei der Besetzung der Stellen ein.
Wir arbeiten ständig daran, Lehrer zu finden. Und doch sehe ich natürlich, dass wir den Bedarf nicht an allen Schulen decken können.
Belastung für Lehrer und Eltern
Hoffmann beschrieb die derzeitige Situation für die Lehrer als eine große Belastung und setzte sich selbst ein persönliches Ziel der Verbesserung.
Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, mein Bestes zu geben, um sie zu unterstützen, damit sie irgendwann sagen können: Es ist besser geworden.
Matthias Knoll, Sprecher des Landeselternrates, lobte die Transparenz des Ministers, während er die Angst der Eltern vor einem verlässlichen Unterricht für ihre Kinder zum Ausdruck brachte.
Der Minister geht mit dieser schwierigen Situation im neuen Schuljahr sehr offen und proaktiv um. Wir sind extrem besorgt.
Online-Kurse und Lehrplanänderungen
Über die Sicherstellung des Unterrichts hinaus plant Hoffmanns Ministerium Online-Kurse in mehreren Fächern für die gymnasiale Oberstufe. Die neuen Angebote umfassen Französisch, Latein, Geografie, Politische Bildung, Psychologie und Philosophie und erweitern ein bestehendes Recht um sechs weitere Fächer. Hoffmann beschrieb das Format.
Der Kurs wird als dreistündiger Grundkurs über die Schulcloud organisiert und findet am Abend oder am späten Nachmittag statt, damit wir sicherstellen können, dass alle Schüler die Möglichkeit zur Teilnahme haben.
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Plätze pro Kurs begrenzt. Das Ministerium entwickelt außerdem einen eigenen Rahmenlehrplan, nachdem Brandenburg den gemeinsamen Rahmenlehrplan mit Berlin verlassen hat.


