Eine neue Erhebung des Meinungsforschungsinstituts IBRiS sieht die regierende Bürgerkoalition weiterhin als stärkste Kraft in Polen. Gleichzeitig verzeichnet die oppositionelle PiS deutliche Zuwächse, nachdem sie Przemysław Czarnek als Schatten-Ministerpräsidenten präsentiert hat.
Zweistelliges Umfrage-Plus
Die PiS legt um 2,4 Prozentpunkte zu, was auf die Nominierung von Przemysław Czarnek zurückgeführt wird.
Bürgerkoalition bleibt vorn
Mit 32,4 Prozent führt das Lager von Premierminister Tusk weiterhin vor der Opposition.
Regierungsprogramm wirkt
Analysten sehen das Programm zur Senkung der Kraftstoffpreise (CPN) als Grund für die stabilen Werte der Koalitionsparteien.
Eine neue Umfrage des Instituts IBRiS, die am 27. und 28. März 2026 im Auftrag der Tageszeitung Rzeczpospolita durchgeführt wurde, sieht die Bürgerkoalition mit 32,4 Prozent der Stimmen an der Spitze. Die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) erzielte mit einem Plus von 2,4 Prozentpunkten auf 24,5 Prozent den größten Zuwachs aller Parteien. Die Umfrage, die mittels der CATI-Methode unter 1.067 Befragten erhoben wurde, bildet die erste bedeutende Verschiebung in der polnischen Parteienlandschaft seit zwei wesentlichen politischen Weichenstellungen ab: dem Start des staatlichen Programms zur Senkung der Kraftstoffpreise und der Nominierung von Przemysław Czarnek als Ministerpräsidentenkandidat der PiS. Die Konfederacja belegt mit 13,4 Prozent den dritten Platz. Bemerkenswerte Veränderungen gab es auf den weiteren Rängen, wo die Linke mit 7,9 Prozent auf den vierten Platz kletterte und damit Grzegorz Brauns Konföderation der Krone Polens überholte, die auf 7,5 Prozent zurückfiel. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Polarisierung zwischen den beiden dominierenden Blöcken das Wählerverhalten im Vorfeld des nächsten Parlamentszyklus weiterhin prägt.
Bürgerkoalition (KO): 32,4, Recht und Gerechtigkeit (PiS): 24,5, Konfederacja: 13,4, Die Linke: 7,9, Konföderation der Krone Polens: 7,5, Razem: 2.9, PSL: 4.5, Polska 2050: 1.8
Kraftstoffpreisprogramm stützt Umfragewerte der Koalition Alle vier Parteien der Regierungskoalition konnten im Vergleich zur vorangegangenen IBRiS-Umfrage von Ende Februar Gewinne verzeichnen. Analysten sehen das CPN-Programm als wesentlichen Treiber für diese Entwicklung. Die Unterstützung für die Bürgerkoalition stieg um 2,3 Prozentpunkte auf 32,4 Prozent, was den stärksten Wert in jüngeren Umfragen darstellt. Die Linke verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent und erreichte damit erstmals seit Längerem wieder den vierten Platz. Die PSL steigerte sich von 4,2 auf 4,5 Prozent, bleibt damit jedoch unter der Parlamentshürde. Polska 2050 legte leicht von 1,5 auf 1,8 Prozent zu; die Rzeczpospolita wies jedoch darauf hin, dass dieses Ergebnis innerhalb der statistischen Fehlermarge liegt. Włodzimierz Czarzasty, der als Parlamentspräsident fungiert, wird der Aufstieg der Linken zugeschrieben, insbesondere durch seine öffentlichen Auseinandersetzungen mit Präsident Karol Nawrocki und seine Positionierung als Verfechter schnellerer Preissenkungen an den Tankstellen.
Kandidatur von Czarnek als strategisches Angebot an Braun-Wähler Die PiS verzeichnete das größte Plus der Umfrage und stieg um 2,4 Prozentpunkte auf 24,5 Prozent, was in der Rzeczpospolita als „Czarnek-Effekt“ bezeichnet wird. Die Erhebung fand statt, nachdem die PiS Przemysław Czarnek, einen Rechtswissenschaftler und ehemaligen Bildungsminister, offiziell als Ministerpräsidentenkandidaten benannt hatte. Mehrere Quellen bewerten diesen Schritt als gezielte Strategie, um Wähler zurückzugewinnen, die zur Konföderation der Krone Polens von Grzegorz Braun abgewandert waren. Die Daten stützen diese Interpretation: Die Konföderation der Krone Polens verlor 1,7 Prozentpunkte und fiel vom vierten auf den fünften Platz bei 7,5 Prozent zurück. Der Politikwissenschaftler Antoni Dudek äußerte sich vorsichtig dazu, ob dieser Trend anhalten könne. „Es hängt alles davon ab, welche Ideen Czarnek entwickeln wird und wie originell er gegenüber der Regierung punktet. Er muss radikaler sein als Braun.” — Antoni Dudek via Do Rzeczy Die Konfederacja, ein separates libertär-nationalistisches Bündnis, gab ebenfalls leicht um 0,4 Prozentpunkte nach und liegt nun bei 13,4 Prozent, womit sie den dritten Platz jedoch stabil behauptet.
Deklarierte Wahlbeteiligung bei 53,7 Prozent, jeder Zehnte noch unentschlossen Die Umfrage ermittelte auch die hypothetische Wahlbeteiligung: 53,7 Prozent der Befragten gaben an, wählen zu gehen, falls am kommenden Sonntag Parlamentswahlen stattfänden. Laut den von Wprost veröffentlichten Daten sagten 43,6 Prozent „definitiv ja“ und 10,1 Prozent „eher ja“. Demgegenüber erklärten 41,8 Prozent, nicht teilnehmen zu wollen, darunter 25,6 Prozent sichere Nichtwähler und 16,2 Prozent, die zur Nichtteilnahme neigen. 5.1 (Prozent) — Anteil der Befragten, die bezüglich ihrer Wahlabsicht noch unentschlossen sind Die Partei Razem musste einen Rückgang von 3,4 auf 2,9 Prozent hinnehmen und liegt damit unter der Sperrklausel. Die Rzeczpospolita merkte an, dass die Bildung einer Mehrheitsregierung ohne die Konfederacja rechnerisch nicht möglich wäre, da die vier Koalitionsparteien selbst unter Einbeziehung der Linken derzeit keine parlamentarische Mehrheit erreichen würden.
Mentioned People
- Karol Nawrocki — Prezydent Rzeczypospolitej Polskiej od sierpnia 2025 roku
- Przemysław Czarnek — Kandydat Prawa i Sprawiedliwości na premiera oraz poseł na Sejm
- Włodzimierz Czarzasty — Marszałek Sejmu od 2025 roku i lider Lewicy
- Grzegorz Braun — Członek Komisji Europejskiej i lider Konfederacji Korony Polskiej
- Donald Tusk — Prezes Rady Ministrów od grudnia 2023 roku
- Jarosław Kaczyński — Prezes partii Prawo i Sprawiedliwość
Sources: 6 articles
- Nowy sondaż niespodzianką dla Brauna. Lewica wraca i nie pyta o pozwolenie (naTemat.pl)
- KO marginalizuje koalicjantów, PiS rośnie najbardziej. Kto dziś tworzyłby rząd? | Niezalezna.pl (NIEZALEZNA.PL)
- Pierwszy sondaż partyjny po wprowadzeniu CPN. Oto wyniki (Do Rzeczy)
- Tusk i Kaczyński dostali ważną odpowiedź. W tle dwie decyzje. Nowy sondaż (Wprost)
- PiS z największym wzrostem w SONDAŻU! "Rz": To efekt Czarnka (wpolityce.pl)
- Manewry Tuska i Kaczyńskiego się opłaciły. Sondaż nie zostawia złudzeń (Wprost)