Die USA, Israel und der Iran haben sich am Dienstagabend überraschend auf eine zweiwöchige Einstellung der Kampfhandlungen geeinigt. Die Vereinbarung erfolgte nur zwei Stunden vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump und sichert vorerst die Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Zweiwöchige Waffenruhe

Die USA, Israel und der Iran einigen sich auf eine 14-tägige Kampfpause und die Öffnung der Straße von Hormus.

Ölpreise sinken drastisch

Infolge der Einigung fiel der Ölpreis für Brent und WTI um bis zu 15 Prozent, während die Aktienmärkte weltweit deutlich zulegten.

Rolle Pakistans

Die Vermittlung durch Premier Sharif und General Munir war entscheidend für den Durchbruch kurz vor Ablauf des US-Ultimatums.

Unklarheit über Libanon

Während Pakistan eine Einbeziehung des Libanon meldete, erklärte Netanjahus Büro, die Angriffe dort würden fortgesetzt.

Die USA, Israel und der Iran haben sich am Dienstagabend, den 7. April 2026, auf eine 14-tägige Waffenruhe verständigt. Die Einigung erfolgte weniger als zwei Stunden bevor ein von US-Präsident Donald Trump gesetztes Ultimatum auslief, das von Teheran die Wiedereröffnung der Straße von Hormus forderte. Die unter Vermittlung Pakistans zustande gekommene Vereinbarung folgte auf Appelle des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif und des Militärchefs Feldmarschall Asim Munir, die Washington um eine Fristverlängerung baten und Teheran zur Öffnung der Meerenge drängten. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte, dass Teheran die Gegenangriffe einstellen und in Abstimmung mit den Streitkräften die sichere Passage durch das Gewässer für die Dauer der Waffenruhe gewährleisten werde. Trump gab die Einigung auf seiner Plattform Truth Social bekannt: „Dies wird eine beidseitige WAFFENRUHE sein!“ Der seit sechs Wochen andauernde Krieg hat Regierungsangaben und Menschenrechtsgruppen zufolge bereits zahlreiche Opfer gefordert, darunter mehr als 1.600 Zivilisten im Iran. Pakistans Vermittlung an den Märkten als „Geschenk“ gefeiertDie Vermittlerrolle Pakistans stieß auf breite Anerkennung; Börsenhändler und Analysten bezeichneten das Ergebnis als „Geschenk aus Pakistan“. Sharif gab auf X bekannt, dass er iranische und US-Delegationen für Freitag, den 10. April 2026, zu formellen Gesprächen nach Islamabad eingeladen habe. Der Iran legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, den Trump als „brauchbare Verhandlungsgrundlage“ bezeichnete, wenngleich Analysten auf erhebliche verbleibende Streitpunkte verwiesen. Ein über die Gespräche informierter Beobachter äußerte sich skeptisch über die Beständigkeit der Waffenruhe und bezeichnete sie als „vertrauensbildende Maßnahme“; in den USA werde befürchtet, der Iran wolle lediglich Zeit gewinnen. Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat interpretierte die Einigung als Sieg für Teheran und behauptete, Trump habe iranische Bedingungen akzeptiert. Trump wiederum erklärte gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, das Ergebnis sei ein „totaler und vollständiger Sieg“ für die Vereinigten Staaten. Uneinigkeit herrschte über den Umfang der Waffenruhe: Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, die Pause gelte nicht für den Libanon. Dies steht im Gegensatz zu früheren Äußerungen Sharifs, der von einer Einbeziehung des Libanon-Konflikts sprach. Die libanesische Staatsagentur meldete unterdessen fortgesetzte israelische Angriffe im Südlibanon, darunter einen Luftschlag nahe einem Krankenhaus mit vier Todesopfern.„„Ein totaler und vollständiger Sieg. 100 Prozent. Ganz ohne Frage.“” — Donald Trump via Irish IndependentDie militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran unter dem Namen „Operation Epic Fury“ begann am 28. Februar 2026 und führte bereits zu Beginn zum Tod des Obersten Führers Ali Khamenei. Sein Sohn, Mojtaba Khamenei, wurde am 9. März 2026 zum Nachfolger ernannt. Als Reaktion schloss der Iran die Straße von Hormus für die Handelsschifffahrt, was die globalen Energiemärkte destabilisierte und internationale diplomatische Bemühungen zur Wiedereröffnung auslöste. Die britische Außenministerin Yvette Cooper leitete in der Woche vor der Waffenruhe ein Treffen von mehr als 40 Staaten in London, um wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Teheran zu erörtern. Ölpreise brechen ein, europäische Aktienmärkte legen deutlich zuDie globalen Finanzmärkte reagierten unmittelbar auf die Nachricht; Ölpreise und Aktienindizes entwickelten sich gegenläufig. Der Preis für die Sorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar pro Barrel und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mitte März. Laut Schweizer Marktanalysten sanken die Sorten Brent und WTI über Nacht um 13 bis 15 Prozent. Die europäischen Börsen eröffneten mit deutlichen Gewinnen: Der DAX stieg um 4,9 Prozent auf 24.047 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gewann 4,4 Prozent auf 5.879 Zähler. Der Londoner FTSE-100 legte um 2,5 Prozent auf 10.608 Punkte zu, während der Wiener ATX um 3,6 Prozent auf 5.637 Punkte stieg. Asiatische Indizes waren bereits zuvor teils um über 5 Prozent geklettert. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, schrieb, die Waffenruhe wecke Hoffnung, dass der Anstieg der Inflationsraten nur eine „kurze Episode“ bleibe und Zentralbanken auf befürchtete Zinserhöhungen verzichten könnten. Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht, da die Ölpreise nicht sofort auf das Vorkriegsniveau fallen dürften, bevor die Schäden an Produktionsanlagen geprüft seien.DAX (Frankfurt): 4.9, Euro-Stoxx-50: 4.4, ATX (Wien): 3.6, FTSE-100 (London): 2.5 Starmer reist an den Golf, Merz fordert dauerhaften FriedensschlussDer britische Premierminister Keir Starmer reiste am Mittwoch in die Golfregion, um mit regionalen Staatschefs über diplomatische Maßnahmen zur Absicherung der Waffenruhe zu beraten. Der Besuch war bereits zuvor geplant, gewann jedoch durch den innenpolitischen Druck bezüglich der Nutzung britischer Stützpunkte für den US-geführten Einsatz an Bedeutung. Starmer begrüßte die Einigung und betonte, die internationale Gemeinschaft müsse darauf hinarbeiten, die zweiwöchige Pause in eine dauerhafte Lösung und die permanente Öffnung der Straße von Hormus zu überführen.„„Ich begrüße die heute Nacht erzielte Vereinbarung über eine Waffenruhe, die der Region und der Welt einen Moment der Entlastung bringen wird.“” — Keir Starmer via The GuardianAuch Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Übereinkunft. Ziel müsse es nun sein, durch Diplomatie ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Deutschland werde seinen Teil dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Merz erklärte, die Bundesregierung stehe in engem Austausch mit den USA und weiteren Partnern, und dankte Pakistan für die Vermittlungsbemühungen.„„Das Ziel muss es jetzt sein, in den kommenden Tagen auf diplomatischem Weg ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.“” — Friedrich Merz via Wirtschafts Woche

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Shehbaz Sharif — Premier Pakistanu
  • Abbas Araghchi — Minister spraw zagranicznych Iranu
  • Friedrich Merz — Kanclerz Niemiec
  • Keir Starmer — Premier Wielkiej Brytanii
  • Asim Munir — Dowódca armii Pakistanu, feldmarszałek

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