In Hamburg-Altona hat ein Wolf am Montagabend, 30. März 2026, eine Frau auf der Großen Bergstraße gebissen. Nach Angaben von Behörden ist es der erste bestätigte Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland seit der Rückkehr der Art. Das Tier wurde später am Jungfernstieg eingefangen und in den Wildpark Schwarze Berge gebracht?

Erster bestätigter Angriff seit der Rückkehr des Wolfs

Nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz ist dies der erste bestätigte Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland seit 1998.

Wolf wird in Hamburg eingefangen

Die Polizei stoppte das Tier nach einer Flucht durch mehrere Stadtteile schließlich am Jungfernstieg und brachte es anschließend in Sicherheit.

Behörden und Experten sehen jungen, gestressten Wolf

Fachleute gehen davon aus, dass ein junger Wolf in die Stadt geraten ist, weil er auf der Suche nach einem Revier war.

Ein Wolf hat am Montagabend, 30. März 2026, eine Frau auf der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona angegriffen und gebissen. Es handelt sich nach Angaben der Bundesamt für Naturschutz um den ersten bestätigten Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland seit Beginn der erneuten Ausbreitung der Art. Eine Sprecherin oder ein Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 1998 habe es keinen vergleichbaren Fall gegeben. Nach Angaben der Polizei habe die Frau offenbar versucht, das verunsicherte Tier aus der Einkaufsstraße zu führen, als der Wolf sie ins Gesicht biss, wie die Boulevardzeitung Bild berichtete. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht und inzwischen wieder entlassen. Die genauen Umstände des Angriffs sind nach Angaben einer Sprecherin der Hamburger Umweltbehörde noch nicht abschließend geklärt. Die Behörden beschrieben das Tier als aufgeregt und gestresst. Fachleute gehen davon aus, dass es sich um einen jungen Wolf handelte, der auf der Suche nach einem eigenen Revier in die Stadt geraten war.

Polizei fischt Wolf nach mehr als einstündigem Einsatz aus der Binnenalster Nach dem Angriff floh der Wolf in Richtung Osten durch Hamburg bis in die Innenstadt. Zahlreiche Passantinnen und Passanten meldeten Sichtungen entlang der Strecke über St. Pauli, die Feldstraße und in der Nähe der Messehallen. Polizeibeamte entdeckten das Tier schließlich schwimmend in der Binnenalster am Jungfernstieg und zogen es mit einer Schlinge an der Anlegestelle aus dem Wasser. An Land verhielt sich das Tier aggressiv, woraufhin Polizeikräfte es mehr als eine Stunde lang mit Schutzschilden an der Baustelle des früheren Veranstaltungsorts „Alex“ auf Distanz hielten. Anschließend trafen ein Stadtjäger des Bezirksamts Altona und eine Tierärztin beziehungsweise ein Tierarzt ein, betäubten den Wolf und verpackten ihn in einer Transportbox. Das Tier wurde in den Wildpark Klövensteen am Stadtrand gebracht. Der zuständige Stadtjäger sagte dem NDR, dem Tier gehe es den Umständen entsprechend gut, es sei aber weiter aufgeregt und brauche Zeit, um sich zu beruhigen. Die Behörden wollten über das weitere Schicksal des Wolfs am Dienstag gemeinsam mit der Umweltbehörde und den zuständigen Stellen beraten.

Derselbe Wolf wohl seit Samstag in Hamburg unterwegs Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich bei dem am Jungfernstieg eingefangenen Wolf um dasselbe Tier, das bereits am Samstag am Falkensteiner Ufer in Blankenese und am Klein Flottbeker Weg in Othmarschen am westlichen Stadtrand gesehen worden war. Am Sonntag gingen bei der Polizei weitere Anrufe besorgter Anwohnerinnen und Anwohner ein, die Sichtungen im Bereich des Schinckels Parks und des Römischen Gartens in Blankenese meldeten. Das Tier wurde zudem in der Nähe der S-Bahn-Station Othmarschen beobachtet. Ein Wolfsexperte der TU Dresden bestätigte anhand von Videoaufnahmen von Anwohnerinnen und Anwohnern zweifelsfrei, dass es sich um einen Wolf handele. Die Hamburger Umweltbehörde hatte die Lage zunächst als ungefährlich eingestuft und darauf verwiesen, das Tier habe sich „extrem scheu“ verhalten und Menschen konsequent gemieden. Zeugen beschrieben den Wolf als abgemagert. Die Umweltbehörde bezeichnete die städtische Umgebung als Quelle „enormen Stresses“ für das Tier. Die Polizei teilte mit, es sei wahrscheinlich, dass das eingefangene Tier und der am Wochenende gesichtete Wolf identisch seien, da man nicht von mehreren Wölfen im Stadtgebiet ausgehe.

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgestorben. Erst nach dem Fall der Berliner Mauer kehrten über Polen einzelne Tiere nach Deutschland zurück, seit 1998 breitet sich die Art in den Wäldern zahlreicher Bundesländer wieder aus. Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde gab es seit 2013 insgesamt 21 bestätigte Wolfssichtungen in Hamburg. Zuletzt wurde Mitte März 2026 auf der A25 nahe der Ausfahrt Curslack nach einer Kollision ein toter Wolf gefunden. Eine Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung aus dem Jahr 2002 kam zu dem Ergebnis, dass Wolfsangriffe auf Menschen vor allem auf drei Ursachen zurückgeführt werden können: Tollwut, Provokation und Futtergewöhnung.

Experte warnt: Größere Wolfsbestände erhöhen die Zahl der Stadtstreuner Klaus Hackländer, Wolfsexperte bei der Deutschen Wildtier Stiftung und Professor für Wildbiologie an der Universität für Bodenkultur Wien, sagte, der Vorfall passe zu einer Entwicklung, die mit wachsenden Wolfsbeständen in Deutschland zusammenhänge. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf in eine Siedlung oder sogar in eine Stadt geht, ist hoch, weil wir inzwischen so viele Wölfe haben.” — Klaus Hackländer via tagesschau.de Fachleute vermuten, dass es sich in Hamburg um einen jungen Wolf handelte, der auf der Suche nach einem eigenen Revier versehentlich in die Millionenstadt geraten war. Das Bundesumweltministerium wies darauf hin, dass Wolfsangriffe auf Menschen sehr selten seien. Als Hauptursachen nannte es Tollwut, Provokation oder eine Gewöhnung an Fütterung durch Menschen. Wölfe gelten grundsätzlich als scheue Tiere, die Menschen meiden. Vor allem jüngere Tiere können jedoch eher mit Neugier als mit Flucht reagieren. Der Tages-Anzeiger verwies darauf, dass Wölfe in der Schweiz zunehmend Anzeichen von Gewöhnung an Menschen zeigten. Dort tauchten regelmäßig Videos auf, auf denen die Tiere den erwarteten Abstand nicht einhielten.

21 (bestätigte Sichtungen) — Wolfssichtungen in Hamburg seit 2013

Wolf in Hamburg — Ablauf der Ereignisse: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Klaus Hackländer — Niemiecki biolog dzikiej przyrody i profesor biologii dzikiej fauny oraz gospodarki łowieckiej na Uniwersytecie Zasobów Naturalnych i Nauk Przyrodniczych (BOKU) w Wiedniu

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