Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz hat am Montag um 11.30 Uhr das Frankfurter Bürgerhospital besucht. Vor Ort machte sie sich ein Bild vom neu installierten „Gemeinsamen Tresen“, an dem Patienten direkt zu stationärer Notfallversorgung oder zum ambulanten Bereitschaftsdienst gelenkt werden. Die Klinik ist seit Anfang 2026 die vierte Einrichtung in Hessen mit diesem Modell.

Ministerin prüft neuen Triage-Schalter

Diana Stolz besuchte am Montag um 11.30 Uhr das Frankfurter Bürgerhospital und sah sich den Gemeinsamen Tresen an.

Vier Kliniken in Hessen nutzen das Modell

Das Bürgerhospital ist seit Anfang 2026 die vierte hessische Klinik mit diesem Ansatz.

Nicht-Notfälle werden umgelenkt

Patientinnen und Patienten ohne akuten Behandlungsbedarf werden an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst verwiesen.

Pilot in Höchst als Ausgangspunkt

Das Modell wurde zuerst in Frankfurt-Höchst getestet und anschließend auf Darmstadt und Offenbach übertragen.

Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz besuchte am Montag um 11.30 Uhr das Frankfurter Bürgerhospital, um sich den neu installierten "Gemeinsamer Tresen" anzusehen — einen gemeinsamen Triage-Schalter, der Patienten entweder in die Krankenhausnotaufnahme oder zu einem ambulanten Bereitschaftsdienst leitet. Das Bürgerhospital ist seit Anfang 2026 die vierte Klinik in Hessen, die dieses Modell eingeführt hat. Armin Beck, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KV Hessen, begleitete Stolz bei dem Besuch. Beide machten sich ein Bild davon, wie die ersten Wochen des Betriebs verlaufen sind, und prüften, ob das Konzept als Modell für die Notfallversorgung im ganzen Land dienen könnte. In der Einladung zu dem Termin hieß es, das System solle „eine Blaupause für die Notfallversorgung bundesweit“ sein.

Triage am Eingang trennt Notfälle von Routinefällen Das Kernproblem, das das System adressiert, ist struktureller Natur: In Deutschland sind die stationäre Krankenhausversorgung und die ambulante Versorgung in Arztpraxen weiterhin weitgehend getrennt und werden nach unterschiedlichen Systemen abgerechnet. Patientinnen und Patienten, die keinen zeitnahen Termin bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt bekommen oder am Wochenende erkranken, wenden sich deshalb häufig an die Notaufnahme eines Krankenhauses, obwohl eine stationäre Behandlung nicht erforderlich ist. Der gemeinsame Tresen nimmt alle Patientinnen und Patienten auf, die ohne Termin kommen, sowie jene, die mit dem Rettungswagen eintreffen. Das Personal entscheidet zunächst, ob der Fall in die Notaufnahme gehört oder ambulant versorgt werden kann. Wer als Nicht-Notfall eingestuft wird, wird an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst verwiesen, also an den von der KV organisierten Nacht- und Wochenenddienst für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Wer tatsächlich eine Notfallbehandlung braucht, geht auf dem üblichen Weg in den Wartebereich der Krankenhausnotaufnahme. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten, die an den ÄBD verwiesen werden, nicht noch einmal anderswohin fahren müssen: Der Bereitschaftsdienst ist erst vor Kurzem vom Universitätsklinikum in das Bürgerhospital selbst umgezogen, sodass beide Angebote unter einem Dach liegen.

Pilot in Frankfurt-Höchst ebnete den Weg für die Ausweitung in Hessen Erprobt wurde das Modell zunächst am Klinikum Frankfurt-Höchst. Dort galt der Versuch als erfolgreich genug, um eine Ausweitung auf das ganze Land zu rechtfertigen — zu dieser Ausweitung ist es bislang jedoch nicht gekommen. In Hessen verbreitete sich das System anschließend auf das Klinikum Darmstadt und das Sana Klinikum Offenbach, bevor das Bürgerhospital es zu Beginn des Jahres 2026 übernahm. Das langsame Tempo der weiteren Ausbreitung zeigt, wie schwer es ist, die in Deutschland fest verankerte Trennung zwischen Krankenhaus- und ambulantem Versorgungssystem zu überbrücken. Fachleute aus der Gesundheitspolitik weisen seit Langem darauf hin, dass Patientinnen und Patienten „in das richtige System geleitet“ werden müssten, damit Notaufnahmen nicht Nachfrage aufnehmen, die in einer hausärztlichen Versorgung effizienter und kostengünstiger behandelt werden könnte. Der Besuch im Bürgerhospital wurde deshalb auch als Gelegenheit verstanden, erste Ergebnisse auszuwerten und Argumente für eine breitere Einführung zu sammeln.

Das deutsche Gesundheitssystem hält seit jeher an einer strikten administrativen und finanziellen Trennung zwischen der stationären Krankenhausversorgung und der ambulanten Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte fest. Diese Aufteilung führt dazu, dass Krankenhäuser und Arztpraxen nach unterschiedlichen Abrechnungsregeln arbeiten und aus getrennten Finanzierungswegen gespeist werden. Daraus entstehen strukturelle Anreize, die Patientinnen und Patienten auch dann in die Notaufnahmen lenken können, wenn ihre Beschwerden in einer hausärztlichen Versorgung behandelt werden könnten. Das Modell des gemeinsamen Tresens setzt genau an dieser Stelle beim ersten Patientenkontakt an. Triage-Personal soll Nicht-Notfälle umleiten, bevor sie in den Notaufnahmeprozess des Krankenhauses gelangen.

Einführung des Gemeinsamen Tresens in Hessen: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Diana Stolz — Minister Hesji ds. rodziny, seniorów, sportu, zdrowia i opieki w rządzie zbudowanym przez koalicję Rhein II
  • Armin Beck — Zastępca przewodniczącego zarządu KV Hesja

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