Bundesbildungsministerin Karin Prien will das sogenannte begleitete Trinken abschaffen. Damit dürfte Alkohol für 14- und 15-Jährige künftig auch in Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten tabu sein. Der Entwurf liegt vor, die Ressorts stimmen ihn derzeit mit den Ländern und Verbänden ab.

Geplante Gesetzesänderung

Karin Prien will die Ausnahme für begleitetes Trinken im Jugendschutzgesetz streichen. Für 14- und 15-Jährige wäre Alkohol damit auch in Begleitung nicht mehr erlaubt.

Rückhalt in Ländern und Politik

Bundesrat, Gesundheitsministerinnen und -minister sowie der Suchtbeauftragte Hendrik Streeck hatten sich bereits für ein Verbot ausgesprochen.

Breite Zustimmung in der Bevölkerung

Laut einer Forsa-Umfrage befürworten 65 Prozent der Deutschen die Abschaffung des begleiteten Trinkens.

Verzögerter Gesetzgebungsprozess

Der Entwurf ist Teil einer größeren Reform und soll erst Ende 2026 in den Bundestag kommen.

Deutschland's Federal Minister for Education, Family, Seniors, Women and Youth Karin Prien has drafted legislation to abolish the so-called "supervised drinking" exception that currently allows 14- and 15-year-olds to purchase and consume beer, wine, and sparkling wine in public when accompanied by a legal guardian. A ministry spokeswoman confirmed the draft bill on Sunday, following initial reporting by the Politico news portal. The proposal would amend the Youth Protection Act to remove the exception entirely, meaning alcohol would be off limits for all young people under the age of 16 regardless of parental presence. The draft states that the change follows "the approach of taking the growing problem of addiction seriously," and warns that consequences can range "from health risks to violent behavior and neglect." The ministry said preventive measures are needed to protect children and young people from "everyday addictions."

Bundesrat und Gesundheitsminister hatten ein Verbot bereits gefordert Der Vorschlag kam nicht aus dem Nichts. Der Bundesrat stimmte im September 2025 mit Mehrheit dafür, das begleitete Trinken abzuschaffen. In seiner Entschließung hieß es, wissenschaftliche Studien belegten, dass junge Menschen besonders sensibel auf Alkohol reagierten und dass „Trinken unter Aufsicht“ nicht schützend wirke, sondern riskanten Alkoholkonsum eher fördere. Die Initiative des Bundesrats kam aus Bayern. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken von der CDU hatte sich schon vor Veröffentlichung des Entwurfs positiv zu den Plänen geäußert. Auch der Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, warb wiederholt für die Abschaffung der Ausnahme. Die Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese (SPD), bezeichnete die geltende Regelung als „anachronistische Regelung“, die in Europa einzigartig sei und den Zielen des Jugendschutzes widerspreche. Sie verwies auf Studien, die einen Zusammenhang zwischen frühem Alkoholkonsum und problematischem Trinkverhalten im Erwachsenenalter sehen. Auch die Gesundheitsministerkonferenz hatte einen entsprechenden Beschluss für die Änderung gefasst.

Umfrage sieht breite Zustimmung in der Bevölkerung Eine vom Forsa-Institut im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse durchgeführte Umfrage ergab, dass 65 (Prozent) — 65 Prozent der Deutschen die Abschaffung des begleiteten Trinkens unterstützen. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent sagte zudem, dass Bier und Wein künftig nicht mehr schon ab 16, sondern erst ab 18 Jahren erhältlich sein sollten. Damit gingen die Befragten noch weiter als Prien mit ihrem aktuellen Vorschlag. In der Entschließung des Bundesrats hieß es, der Alkoholkonsum im Alter von 14 und 15 Jahren berge hohe Risiken, zumal sich das Gehirn in der Pubertät in einer besonders verletzlichen Reifungsphase befinde. Ein früher Erstkonsum stehe außerdem mit späteren riskanten Konsummustern bei Alkohol und anderen Substanzen in Verbindung. Der Tagesspiegel berichtete, die bestehende Ausnahme habe nach der eigenen Formulierung des Bundesrats „in klarem Widerspruch zum Ziel eines konsequenten Jugendschutzes“ gestanden. Das Jugendschutzgesetz erlaubt in Deutschland seit Langem, dass 14- und 15-Jährige unter Aufsicht der Eltern Bier, Wein und Sekt trinken dürfen. Kritiker bezeichnen diese Regelung als in Europa einzigartig. Auch die frühere Bundesregierung, die umgangssprachlich als Ampelkoalition bezeichnet wurde, hatte das begleitete Trinken abschaffen wollen, das Gesetzgebungsverfahren aber vor dem vorzeitigen Ende der Koalition nicht mehr abgeschlossen. Die jetzige Bundesregierung ist eine CDU/CSU-SPD-Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz, der im Mai 2025 ins Amt kam.

Entwurf in größere Reform der Kinder- und Jugendhilfe eingebettet Die Änderung des Jugendschutzgesetzes ist in einen größeren Gesetzentwurf zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe aufgenommen worden. Kritiker und Beobachter weisen darauf hin, dass Ministerien so separate Parlamentsdebatten und Ausschussanhörungen umgehen können. Für dieses Vorgehen wird mitunter der Begriff Omnibus-Gesetzgebung verwendet. Der Entwurf wird derzeit mit den Ländern und Verbänden abgestimmt und dürfte dem Bundestag nach aktuellem Stand erst Ende 2026 vorgelegt werden. Die Welt schrieb, die Entscheidung des Ministeriums, die Änderung der Alkoholregelung mit der größeren Reform zu verbinden, sei „überraschend“, weil beide Vorhaben inhaltlich unabhängig seien. Nach der geltenden Rechtslage, die für Jugendliche ab 16 Jahren weiter gelten würde, bleiben Bier, Wein und Sekt kauf- und konsumierbar; hochprozentige Spirituosen sind bis zur Volljährigkeit verboten. Wegen des Zeitplans dürfte die Ausnahme fürs begleitete Trinken noch mehrere Monate in Kraft bleiben, während das weitere Gesetzgebungsverfahren läuft.

Alkoholregeln für Minderjährige nach der geplanten Reform: 14- bis 15-Jährige mit Erziehungsberechtigten (before: Dürfen Bier, Wein und Sekt kaufen und trinken, after: Alkohol vollständig verboten); 16- bis 17-Jährige (before: Dürfen Bier, Wein und Sekt kaufen und trinken, after: Keine Änderung vorgesehen); Unter 16 Jahren ohne Erziehungsberechtigte (before: Alkohol verboten, after: Alkohol verboten (unverändert))

Mentioned People

  • Karin Prien — Federalna minister edukacji, rodziny, seniorów, kobiet i młodzieży od 6 maja 2025 roku
  • Nina Warken — Federalna minister zdrowia w gabinecie Merza od maja 2025 roku
  • Hendrik Streeck — Wirusolog i federalny pełnomocnik rządu do spraw uzależnień od maja 2025 roku
  • Stefanie Drese — Minister spraw społecznych, zdrowia i sportu Meklemburgii-Pomorza Przedniego
  • Friedrich Merz — Kanclerz Niemiec od maja 2025 roku

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