Die neuesten makroökonomischen Daten weisen auf eine starke Position Polens hin, das 2026 ein BIP-Wachstum von 4 % erreichen und den Status eines der Spitzenreiter der europäischen Konjunktur erlangen soll. In den USA wurde derweil eine Abkühlung des Wachstums auf 1,4 % bei unerwartet hoher PCE-Inflation verzeichnet, was baldige Zinssenkungen durch die Fed in Frage stellt. In der Europäischen Union laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung des Industrial Accelerator Act, der die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken soll.

Ehrgeizige Ziele der polnischen Regierung

Polen plant, Spanien im Pro-Kopf-BIP bis 2026 zu überholen und innerhalb von 6 Jahren dank Investitionswachstum Großbritannien einzuholen.

Enttäuschung in den USA

Das amerikanische BIP stieg nur um 1,4 % gegenüber Prognosen von etwa 3 %, während die PCE-Inflation über dem Ziel bleibt.

EU-Industriestrategie

Das neue Industrial Accelerator Act soll im Februar 2026 in Kraft treten und das Prinzip Made in Europe unterstützen sowie Investitionen beschleunigen.

Stabilisierung im KMU-Sektor

Der Konjunkturindex stieg auf 88,6 Punkte, was eine langsame Wiederherstellung der Investitionsbereitschaft durch polnische Unternehmen signalisiert.

Die polnische Wirtschaft zeigt eine starke Wachstumsdynamik, was durch Prognosen der Bank Pekao bestätigt wird, die auf ein 4-prozentiges BIP-Wachstum im Jahr 2026 hindeuten. Finanzminister Andrzej Domański erklärte die Ambition, Großbritannien hinsichtlich des kaufkraftbereinigten Pro-Kopf-BIP innerhalb der nächsten 5-6 Jahre einzuholen. Dieser Optimismus wird durch Daten des Hauptstatistikamts gestützt, die im Februar 2026 eine Stabilisierung oder Verbesserung der Konjunktur in allen untersuchten Sektoren zeigten, mit besonderem Augenmerk auf Gastronomie und Beherbergung. Ganz andere Stimmung herrscht jenseits des Atlantiks. Das amerikanische Handelsministerium gab bekannt, dass das BIP im vierten Quartal 2025 nur um 1,4 % stieg, ein Ergebnis deutlich unter den erwarteten 2,8-3,0 %. Gleichzeitig stieg die Kerninflation PCE im Dezember um 0,4 % im Monatsvergleich, was die Pläne der Federal Reserve zur Lockerung der Geldpolitik erschwert. Die hohen Zinsen in den USA beginnen das Tempo der dortigen Wirtschaft deutlich zu bremsen, was sich auf den globalen Handel auswirkt. Seit dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2004 hat Polen systematisch den Rückstand zu den westeuropäischen Ländern aufgeholt und verzeichnet eines der höchsten kumulierten BIP-Wachstums auf dem Kontinent.Auf EU-Ebene wird das für den 25. Februar 2026 geplante Vorstellen des Industrial Accelerator Act ein Schlüsselereignis sein. Diese Initiative zielt auf eine Reindustrialisierung der Gemeinschaft durch Fokus auf lokale Produktion („Made in Europe“) und Vereinfachung von Investitionsverfahren ab. Sie ist eine Antwort auf die aggressive Industriepolitik Chinas und der USA. Innerhalb der Eurozone selbst bleibt die Stimmung gemischt – während in Deutschland eine leichte Erholung des PMI-Index zu sehen ist, kämpft Frankreich weiterhin mit Stagnation im Dienstleistungs- und Industriesektor. Trotz guter Prognosen für Polen zeigen lokale Unternehmer Vorsicht. Der Investitionsindex für KMU liegt bei 88,6 Punkten, was weiterhin unter dem neutralen Niveau von 100 Punkten bleibt. Experten weisen auch auf Personalmangel hin, besonders im Sektor moderner Technologien und 5G-Infrastruktur, was eine Barriere für weitere Beschleunigung werden könnte.

Mentioned People

  • Andrzej Domański — Finanzminister Polens, kündigte Rekordinvestitionswachstum und wirtschaftliches Einholen Großbritanniens an.
  • Donald Tusk — Ministerpräsident Polens, kündigte ein „Turbo-Wirtschaftsbeschleunigung“ im Jahr 2026 an.
  • Mariusz Zielonka — Hauptökonom der Konföderation Lewiatan, bewertet den Konjunkturzustand in Studien des Hauptstatistikamts.