Ein Bundesgeschworenengericht in San Francisco hat Elon Musk am Freitag, 20. März 2026, im Zusammenhang mit der Twitter-Übernahme 2022 für haftbar erklärt. Nach einem dreiwöchigen Zivilprozess kamen die Geschworenen zu dem Schluss, dass zwei Tweets irreführende falsche Angaben enthielten. Ehemalige Twitter-Aktionäre sehen sich dadurch zu Verkäufen zu gedrückten Kursen veranlasst.

Geschworene sehen irreführende Tweets

Ein Bundesgeschworenengericht in San Francisco kam zu dem Schluss, dass zwei Tweets von Elon Musk aus dem Mai 2022 Twitter-Aktionäre vorsätzlich irregeführt hätten.

Sammelkläger bekamen Recht

Ehemalige Twitter-Investoren argumentierten erfolgreich, sie hätten ihre Aktien nach Musks öffentlichen Aussagen zu gedrückten Kursen verkauft.

Schadensersatz noch offen

Die endgültige Summe steht noch nicht fest. Nach Angaben von Klägeranwälten könnte sie sich jedoch auf Milliarden Dollar belaufen.

Vorwurf eines gezielten Kursdrückens teils zurückgewiesen

Die Geschworenen hielten die Aussagen zwar für vorsätzlich irreführend, folgten aber nicht dem weitergehenden Vorwurf eines bewusst betrügerischen Manövers zur gezielten Kurssenkung.

Seltene juristische Niederlage für Musk

Das Urteil gilt als ungewöhnlicher Rückschlag für Musk, der in anderen prominenten Verfahren, etwa 2023 im Zusammenhang mit Tesla-Tweets, erfolgreich geblieben war.

Ein Bundesgeschworenengericht in San Francisco hat Elon Musk am Freitag, 20. März 2026, für haftbar befunden, weil er Twitter-Aktionäre während seiner konfliktreichen Übernahme der Social-Media-Plattform für 44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 vorsätzlich irregeführt habe. Nach zwei Tagen Beratungen im Anschluss an einen dreiwöchigen Zivilprozess entschieden die Geschworenen, dass zwei von Musk im Mai 2022 veröffentlichte Tweets falsche Aussagen enthalten hätten, die zu einem deutlichen Rückgang des Twitter-Aktienkurses geführt hätten. Das Gremium folgte damit den Klägern, einer Gruppe ehemaliger Twitter-Investoren. Sie hatten geltend gemacht, sie hätten sich auf Musks öffentliche Äußerungen verlassen und ihre Anteile deshalb zu gedrückten Preisen verkauft. Das Urteil ist eine seltene juristische Niederlage für Musk, der als Unternehmer den Ruf hat, auch aus viel beachteten Verfahren ohne rechtliche Folgen hervorzugehen.

Zwei Tweets aus dem Mai 2022 stehen im Zentrum des Falls Die Klage konzentrierte sich auf zwei konkrete öffentliche Aussagen, die Musk im Mai 2022 gemacht hatte. Am 13. Mai 2022 schrieb Musk auf Twitter, die Übernahme von Twitter liege „vorübergehend auf Eis“, weil es Bedenken über die Zahl gefälschter Konten und automatisierter Nutzerkonten auf der Plattform gebe. Einige Tage später veröffentlichte er einen zweiten Tweet, in dem er nahelegte, automatisierte Konten könnten mehr als 20 Prozent der Twitter-Nutzer ausmachen. Das lag deutlich über den rund 5 Prozent, die das Unternehmen in regulatorischen Unterlagen offengelegt hatte. Nach dem Tweet vom 13. Mai fiel die Twitter-Aktie stark. Die Sammelklage machte geltend, diese Aussagen seien Teil eines gezielten Versuchs gewesen, den Twitter-Verwaltungsrat dazu zu bewegen, einem niedrigeren Übernahmepreis zuzustimmen. Hintergrund sei gewesen, dass fallende Tesla-Aktien die ursprüngliche Finanzierung verteuert hätten. Die Geschworenen bewerteten die Aussagen als vorsätzlich irreführend. Den weitergehenden Vorwurf, Musk habe ein bewusst betrügerisches Vorgehen betrieben, das eigens darauf angelegt gewesen sei, den Aktienkurs zu drücken, wiesen sie jedoch zurück.

44 (billion USD) — Wert von Musks Übernahmevereinbarung für Twitter im Jahr 2022

Schadensersatz könnte Milliardenhöhe erreichen, Endsumme ist offen Wie hoch der von Musk zu zahlende Schadensersatz ausfallen könnte, ist noch nicht abschließend festgelegt. Von CNBC zitierte Anwälte der Kläger erklärten jedoch, die Summe könne sich auf Milliarden Dollar belaufen. Die Geschworenen berechneten, dass betroffene Aktionäre pro Aktie und Tag eine Entschädigung zwischen 3 und 8 Dollar erhalten sollten. Im Prozess sagte Musk persönlich aus. Er argumentierte, seine Tweets seien lediglich Ausdruck seiner Meinung gewesen, und Twitter-Manager hätten ihn über die tatsächliche Zahl der automatisierten Konten auf der Plattform getäuscht. Die Kläger hielten dagegen, sie hätten sich auf seine öffentlichen Aussagen verlassen und ihre Aktien deshalb zu künstlich gedrückten Kursen verkauft. Auf das Urteil reagierte Musk zunächst nicht, wie aus von der Agence France-Presse ausgewerteten Berichten hervorgeht. Er hat das Recht, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Sein Vermögen wurde nach Angaben des Magazins Forbes Anfang März 2026 auf etwa 839 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit gilt er als reichster Mensch der Welt.

[{"aspect": "Musks Behauptung zu automatisierten Konten", "before": "Twitter gab in regulatorischen Unterlagen rund 5% gefälschte Konten an", "after": "Musk twitterte, Bots könnten mehr als 20% der Nutzer ausmachen"},{"aspect": "Feststellung der Geschworenen zu irreführenden Aussagen", "before": "Musk erklärte, die Tweets seien lediglich ‚seine Meinung‘ gewesen", "after": "Die Geschworenen befanden die Aussagen als vorsätzlich irreführend"},{"aspect": "Betrugsvorwurf", "before": "Die Kläger warfen ihm ein gezieltes Vorgehen zur Senkung des Aktienkurses vor", "after": "Die Geschworenen wiesen den Vorwurf eines bewusst betrügerischen Manövers zurück"}]

Seltene Niederlage für einen Mann, der einst „Teflon Elon“ genannt wurde Das Urteil wird von der französischen Zeitung Ouest France unter Berufung auf AFP als seltene gerichtliche Niederlage für Musk beschrieben. Er trägt den inoffiziellen Beinamen „Teflon Elon“, weil er in der Vergangenheit häufig rechtlicher Haftung entgangen ist. 2023 hatte ihn eine Jury am selben Bundesgericht in San Francisco innerhalb weniger Stunden von ähnlichen Vorwürfen freigesprochen, die Tesla-Aktionäre wegen seines Tweets aus dem Jahr 2018 erhoben hatten. Damals hatte Musk erklärt, die Finanzierung für einen Rückzug des Elektroautobauers von der Börse sei „gesichert“. Auch die Twitter-Übernahme selbst führte zu mehreren Rechtsstreitigkeiten: Wegen der verspäteten Offenlegung seiner ersten Beteiligung an dem Unternehmen sah sich Musk weiteren Aktionärsklagen ausgesetzt. Ehemalige Twitter-Manager klagten zudem auf ausstehende Abfindungsleistungen. Diese Ansprüche regelte Musk später im Vergleich. Nachdem er versucht hatte, aus dem 44-Milliarden-Dollar-Geschäft auszusteigen, verklagte ihn Twitter in Delaware, um ihn zur Einhaltung der Vereinbarung zu zwingen. Kurz bevor dieser Prozess beginnen sollte, lenkte Musk ein, zahlte den ursprünglichen Preis und benannte die Plattform später in X um. Unabhängig davon führt Musk auch Gespräche über eine Beilegung einer zivilrechtlichen Klage der U.S. Securities and Exchange Commission. Darin wird ihm vorgeworfen, mit der verspäteten Offenlegung seiner ersten Twitter-Beteiligung gegen Bundesrecht verstoßen zu haben.

Elon Musk kündigte im April 2022 an, Twitter zu einem Preis von 54,20 Dollar je Aktie übernehmen zu wollen. Seine späteren öffentlichen Äußerungen über automatisierte Konten veranlassten Twitter dazu, ihn in Delaware zu verklagen, um den Abschluss der Transaktion zu erzwingen. Musk rückte später von seinem Rückzugsversuch ab und schloss die Übernahme Ende 2022 zum ursprünglichen Preis ab; anschließend benannte er die Plattform in X um. Die Jury in San Francisco, die Musk 2023 wegen seiner Tesla-Tweets zum Stichwort „funding secured“ entlastete, kam bereits nach wenigen Stunden Beratung zu ihrem Urteil. Das stärkte damals seinen Ruf, juristische Verfahren häufig ohne nachhaltige Folgen zu überstehen. Im aktuellen Fall klagten ehemalige Twitter-Investoren im Rahmen einer Sammelklage. Sie argumentierten, ihnen seien durch Musks öffentliche Aussagen während der Übernahmephase unmittelbar finanzielle Verluste entstanden.

Mentioned People

  • Elon Musk — Przedsiębiorca i biznesmen znany z kierowania Teslą, SpaceX, X i xAI; od 2025 roku najbogatsza osoba na świecie.
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych.