Vor dem Landgericht Erfurt hat am 27. März 2026 der Prozess gegen ein Ehepaar begonnen. Der 44-jährige Vater räumte ein, sich nicht ausreichend um seinen schwerbehinderten Sohn gekümmert zu haben. Beide Eltern stehen wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen vor Gericht. Der Sohn wurde im März 2023 in einem lebensbedrohlichen Zustand entdeckt.

Vater gesteht Versäumnisse ein

Der 44-Jährige sagte vor dem Landgericht Erfurt, er habe als Vater versagt und die Pflege seines Sohnes der Ehefrau überlassen.

Anklage wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen

Beide Eltern stehen unter dem Vorwurf, ihre rechtliche Fürsorgepflicht über längere Zeit verletzt zu haben.

Schule und Arzt fanden den Sohn in lebensbedrohlichem Zustand

Im März 2023 wurde der schwerbehinderte Sohn in der Wohnung in Weimar mit nur 15 Kilogramm Gewicht und stark dehydriert entdeckt.

Prozess soll bis 24. April 2026 dauern

Weitere Verhandlungstage sind angesetzt, auch die Mutter soll sich später noch äußern.

Ein 44-jähriger Vater hat am 27. März 2026 vor Gericht eingeräumt, sich nicht ausreichend um seinen schwerbehinderten Sohn gekümmert zu haben, als in Deutschland der Prozess vor dem Landgericht Erfurt begann. Gegen den Vater und seine ebenfalls 44 Jahre alte Ehefrau wird wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen ermittelt, nachdem ihr 2001 geborener und seit der Geburt schwer körperlich und geistig behinderter Sohn im März 2023 in einem lebensbedrohlichen Zustand gefunden worden war. Der Sohn wog bei der Entdeckung nur 15 (Kilogramm) — 15 Kilogramm und war schwer dehydriert, als eine Schulpädagogin und ein Arzt nach mehrfachen erfolglosen Versuchen, die Eltern zu erreichen, die Wohnung der Familie in Weimar aufsuchten. Der Verteidiger des Vaters verlas eine schriftliche Erklärung, in der der Angeklagte vor dem Gericht seine Verantwortung einräumte.

Vater sagt, er sei überfordert gewesen und habe die Pflege der Ehefrau überlassen Die von seinem Anwalt verlesene Erklärung des Vaters zum Auftakt des Verfahrens schilderte, wie sich die Lage nach und nach verschlechtert habe. „Ich stehe heute vor Ihnen, weil ich in der schwersten Zeit meines Lebens als Vater versagt habe.” — 44-jähriger Vater via N-tv Er sagte, er sei überfordert gewesen und habe die Pflege seines Sohnes vollständig seiner Ehefrau überlassen. Zugleich räumte er ein, dass auch sie wegen eigener Beschwerden körperlich nicht in der Lage gewesen sei, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Er erklärte, er könne nicht sagen, warum das Paar in dieser Zeit keine Hilfe von außen gesucht habe. Der Vater gab außerdem an, er habe das Ausmaß des Zustands seines Sohnes damals nicht vollständig erkannt. Der Sohn sei immer klein gewesen und habe nie zunehmen oder Muskulatur aufbauen können; als höchstes dokumentiertes Gewicht seien 18 Kilogramm festgehalten worden. Erst später habe er im Rückblick verstanden, dass die unhygienischen Zustände in der Wohnung für ein Kind mit geschwächtem Immunsystem ein besonderes Gesundheitsrisiko dargestellt hätten.

Schule schlug mehrfach Alarm, bevor Behörden eingriffen Nach Angaben der Anklage hatte die Schule des Sohnes mehrfach versucht, die Eltern wegen der Sorgen um den Zustand des jungen Mannes zu kontaktieren, doch die Eltern hätten auf diese Bitten und Hinweise nicht reagiert. Erst nach diesen erfolglosen Kontaktversuchen besuchten im März 2023 eine Schulpädagogin und ein Arzt die Familienwohnung in Weimar. Was sie dort vorfanden, wurde laut Anklage als erschütternde Szene beschrieben: Die Wohnung sei in einem schmutzigen und unhygienischen Zustand gewesen, und der Sohn, der im Rollstuhl saß und nicht sprechen konnte, habe sich in einem vernachlässigten, ausgezehrten und körperlich desolaten Zustand befunden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, dem Sohn über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Essen und Trinken gegeben und ihn nicht gewaschen zu haben. Zudem seien sie sich bewusst gewesen, dass sein Zustand lebensbedrohlich geworden sei, hätten aber keine Hilfe gerufen. Die Verteidigerin der Mutter kündigte in der ersten Sitzung an, dass auch ihre Mandantin im weiteren Verlauf des Verfahrens noch eine Erklärung abgeben werde.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein junger Mann, der seit der Geburt schwer körperlich und geistig behindert war und bei allen Aspekten der täglichen Versorgung auf seine Eltern angewiesen war. Die Entdeckung seines Zustands im März 2023 führte zu einem Strafverfahren, das drei Jahre bis zum Prozessbeginn benötigte. Die Vorwürfe des versuchten Totschlags durch Unterlassen spiegeln die Position der deutschen Ermittler wider, wonach die Eltern eine rechtliche Fürsorgepflicht hatten, die sie über einen längeren Zeitraum wissentlich nicht erfüllt haben sollen.

Prozess soll bis Ende April fortgesetzt werden Der Fall Weimar soll mit weiteren Verhandlungsterminen bis zum 24. April 2026 fortgesetzt werden. Das Gericht will im Verlauf des Verfahrens weitere Erklärungen beider Angeklagten hören. Die Position der Mutter ist bislang noch nicht vollständig dargestellt worden; ihre Anwältin hat signalisiert, dass sie sich in einer späteren Sitzung äußern werde. Der Prozess untersucht nicht nur das Verhalten der Eltern, sondern auch die Umstände, unter denen ein schwerbehinderter junger Mann ohne rechtzeitiges Eingreifen von Behörden oder Sozialdiensten in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten konnte. Das Ergebnis wird davon abhängen, ob das Gericht zu der Auffassung kommt, dass die Eltern mit der für eine Verurteilung wegen Totschlags erforderlichen Kenntnis und dem entsprechenden Vorsatz gehandelt haben, oder ob andere rechtliche Bewertungen gelten.

Wichtige Ereignisse im Vernachlässigungsfall: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • 44-year-old father via N-tv — 44-letni ojciec w cytacie przytoczonym za N-tv

Sources: 4 articles