Zwei Kinder aus dem französischen Département Aveyron sind am Mittwoch, 25. März 2026, in Portugal wohlauf gefunden worden. Nach Angaben von Justizkreisen arbeiten französische und portugiesische Behörden nun an ihrer Rückführung nach Frankreich. Ihr Vater, der 42 Jahre alte Cédric Prizzon, sitzt in Portugal in Untersuchungshaft.
Kinder in Portugal gefunden
Ein 12-Jähriger und ein anderthalb Jahre altes Kind wurden am 25. März 2026 wohlauf entdeckt. Ihre Rückführung nach Frankreich wird vorbereitet.
Zwei Frauen tot aufgefunden
Die Mutter der beiden Kinder und Prizzons frühere Partnerin wurden an einem abgelegenen Ort in Portugal vergraben gefunden.
Prizzon in Untersuchungshaft
Dem 42-Jährigen werden vorsätzliche Tötung mit erschwerenden Umständen, Entführung und Schändung einer Leiche vorgeworfen.
Frühere Konflikte mit der Ex-Partnerin
Bereits 2021 war Prizzon strafrechtlich verurteilt worden, nachdem er seinen Sohn ohne Erlaubnis nach Spanien gebracht hatte.
Zwei Kinder, ein 12-Jähriger und ein anderthalb Jahre altes Kind, sind am Mittwoch, 25. März 2026, in Portugal wohlauf gefunden worden und befinden sich weiter im Ausland, während französische und portugiesische Behörden ihre Rückkehr nach Frankreich organisieren, wie von Agence France-Presse zitierte Justizquellen mitteilten. Die Kinder waren am Freitag, 20. März, gemeinsam mit ihren Müttern im Département Aveyron als vermisst gemeldet worden. Die portugiesische Polizei fand sie in einem Fahrzeug, das von ihrem Vater Cédric Prizzon gesteuert wurde. Der 42-Jährige ist ein ehemaliger französischer Polizeibeamter und hochrangiger Rugby-League-Spieler. Prizzon wurde in Untersuchungshaft genommen. Ihm werden vorsätzliche Tötung mit erschwerenden Umständen, Entführung und Schändung einer Leiche vorgeworfen. Die Leichen der beiden Frauen — von Prizzons aktueller Partnerin und seiner früheren Partnerin, den Müttern der beiden Kinder — wurden am selben Tag an einem abgelegenen Ort in Portugal vergraben gefunden. Prizzon hatte vor dem Verschwinden seiner früheren Partnerin gegenüber dokumentierte Konflikte. Im Jahr 2021 brachte er seinen Sohn für mehrere Wochen illegal nach Spanien, was zu einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Nichtvorführens eines Kindes und Belästigung seiner Ex-Partnerin führte. Auf Social Media warf er seiner früheren Partnerin zudem öffentlich vor, den gemeinsamen Sohn zu gefährden. Zum Zeitpunkt des Verschwindens im März 2026 war Prizzon das Sorgerecht entzogen worden. Leichen beider Mütter an abgelegenem Ort in Portugal gefundenDer Fund der beiden Frauenleichen am 25. März markierte eine ernste Wende in einem Fall, der zunächst als Vermisstenfall eingestuft worden war. Französische Gendarmen wurden nach Portugal entsandt, nachdem die vergrabenen sterblichen Überreste an einem abgelegenen Ort entdeckt worden waren. Prizzon steht unter Verdacht, beide Frauen getötet zu haben, bevor er mit den beiden Kindern über die Grenze floh. AFP-Journalisten beobachteten am Donnerstagabend kurz nach 22 Uhr, wie Prizzon ein portugiesisches Gericht verließ. Er wurde von portugiesischen Polizisten begleitet und verbarg sein Gesicht mit den Händen. Die Vorwürfe gegen ihn — vorsätzliche Tötung mit erschwerenden Umständen, Entführung und Schändung einer Leiche — spiegeln aus Sicht der Ermittler die Schwere dessen wider, was sich vor und während der Flucht aus Frankreich abgespielt haben soll. Gespräche über Rückführung zwischen Lissabon und Pariser Botschaft laufenAm Freitag, 27. März, befanden sich die beiden Kinder weiter in Portugal, während diplomatische und juristische Schritte zur Rückführung nach Frankreich eingeleitet wurden. Portugiesische Behörden hätten Verfahren mit der französischen Botschaft in Portugal begonnen, um ihre Rückführung vorzubereiten, sagte eine Justizquelle AFP. Die Kinder seien bei ihrem Auffinden als wohlauf beschrieben worden. Gespräche zwischen den zuständigen Behörden liefen weiter, berichtete BFMTV unter Berufung auf eigene Quellen. Ein bestätigter Zeitplan für die Rückkehr der Kinder nach Frankreich lag bis zum Berichtszeitpunkt nicht vor. Frühere Verurteilung deutete auf Muster grenzüberschreitender Entführung hinDer Vorfall aus dem Jahr 2021, als Prizzon seinen Sohn ohne Erlaubnis nach Spanien brachte, zog aus Sicht von Ermittlern und Justizquellen eine direkte Parallele zu den Ereignissen vom März 2026, auch wegen seiner früheren Verurteilung wegen Nichtvorführens eines Kindes. Seine Beziehung zu seiner früheren Partnerin sei stark konfliktbelastet gewesen, und er habe über soziale Netzwerke öffentlich Vorwürfe gegen sie erhoben. Prizzon war vor dem Verschwinden das Sorgerecht entzogen worden, was von BFMTV zitierte Quellen als Teil des weiteren Kontextes des Falls beschrieben. Der Wikipedia-Eintrag zu Prizzon — dort unter dem Namen Cédric Gay geführt — nennt ihn als am 12. März 1982 in Tonneins geborenen französischen Rugby-League-Spieler, der als Flanker oder Hooker für Vereine wie Tonneins und Toulouse spielte und vier Einsätze für die französische Nationalmannschaft absolvierte. Seine Vergangenheit als ehemaliger Polizist findet in den französischen Medien, die über den Fall berichten, besondere Beachtung.
Mentioned People
- Cédric Prizzon — Francuski zawodnik rugby league, który grał w Tonneins i Toulouse oraz zaliczył cztery występy w reprezentacji Francji.
Sources: 3 articles
- La Franc va rapatrier les enfants des deux victimes de féminicides au Portugal (20minutes)
- Disparitions en Aveyron: les enfants toujours au Portugal, des discussions en cours pour un éventuel retour en France (BFMTV)
- Disparitions d'Aveyron: les enfants encore au Portugal, des démarches engagées pour les rapatrier en France (Mediapart)
- Disparitions dans l'Aveyron : les enfants des victimes encore au Portugal, des démarches en cours pour les rapatrier (Ouest France)
- Disparus d'Aveyron : démarches engagées pour rapatrier les deux enfants sains et sauf encore au Portugal (Le Figaro.fr)