Ein Geschworenengericht in Santa Fe hat Meta Platforms wegen Verstößen gegen den Kinderschutz zu 375 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt. Das Urteil gilt als erste Juryentscheidung in einer Reihe von Verfahren in den USA, die soziale Netzwerke wegen Risiken für Minderjährige ins Visier nehmen. Meta weist die Vorwürfe zurück und kündigte Berufung an.
Erstes Juryurteil gegen Meta im Kinderschutzkomplex
Eine Jury in Santa Fe verurteilte Meta zu 375 Millionen US-Dollar und fällte damit die erste Geschworenenentscheidung in einer Serie ähnlicher Verfahren in den USA.
Tausende einzelne Verstöße berücksichtigt
Die Geschworenen sahen Verstöße gegen den Unfair Practices Act New Mexicos als erwiesen an und zählten tausende Einzelfälle getrennt für die Gesamtstrafe.
Verdeckte Ermittlungen spielten zentrale Rolle
Ermittler gaben sich auf Facebook und Instagram als Kinder aus, dokumentierten sexuelle Ansprachen und zeichneten Metas Reaktion darauf auf.
Meta kündigt Berufung an
Das Unternehmen wies das Urteil zurück, betonte seine Schutzmaßnahmen für Jugendliche und erklärte, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.
Weitere Verfahren könnten folgen
Juristische Beobachter sehen in dem Urteil mögliche Signalwirkung für Hunderte ähnliche Klagen in den Vereinigten Staaten.
Eine Jury im US-Bundesstaat New Mexico hat Meta Platforms am Dienstag, dem 24. März 2026, zu 375 (million USD) — Schadenersatz wegen Verstößen von Meta gegen den Kinderschutz verurteilt. Damit fiel die erste Geschworenenentscheidung in einer Serie von Kinderschutzprozessen gegen Social-Media-Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Die in Santa Fe tagende Jury kam zu dem Schluss, dass Meta gegen den Unfair Practices Act des Bundesstaats verstoßen habe, indem das Unternehmen sein Wissen über die Gefahren sexueller Ausbeutung von Kindern auf seinen Plattformen verborgen und falsche oder irreführende Aussagen über die Sicherheit der Dienste gemacht habe. Die Geschworenen stellten tausende einzelne Verstöße fest, die jeweils gesondert in die Gesamtstrafe einflossen. Das Urteil erging nach einem fast siebenwöchigen Prozess. Vorausgegangen war eine Klage, die New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez 2023 eingereicht hatte. Er warf Meta vor, Facebook und Instagram zu einem Nährboden für Sexualstraftäter gemacht zu haben, die Kinder ins Visier nähmen. Meta erklärte, das Unternehmen sei mit dem Urteil nicht einverstanden und werde Berufung einlegen.
Verdeckte Ermittlungen und Aussagen von Hinweisgebern prägten das Verfahren Die Anklage stützte ihre Argumentation unter anderem auf eine verdeckte Operation, bei der Ermittler des Bundesstaats gefälschte Konten anlegten und sich auf Facebook und Instagram als Kinder ausgaben. Dabei dokumentierten sie sexuelle Kontaktanbahnungen, die sie erhielten, und hielten fest, wie Meta auf diese Kontakte reagierte. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurden die fingierten Konten rasch mit sexuellen Inhalten konfrontiert und von Erwachsenen kontaktiert. Die Operation habe zur Festnahme von drei Personen geführt, die verdächtigt würden, Sexualstraftaten gegen Kinder begangen zu haben. Im Prozess sagten etwa 40 (witnesses) — Zeugen, die während des siebenwöchigen Prozesses in New Mexico aufgerufen wurden aus, darunter frühere Meta-Beschäftigte, die als Hinweisgeber auftraten, psychiatrische Sachverständige, staatliche Ermittler und ranghohe Manager des Unternehmens. Besonders beachtet wurde die Aussage des früheren Meta-Vizepräsidenten Brian Boland. Er sagte, als er das Unternehmen 2020 verlassen habe, habe er absolut nicht geglaubt, dass Sicherheit für Vorstandschef Mark Zuckerberg Priorität gehabt habe. Die Jury stellte zudem fest, dass Meta „unzumutbare“ Geschäftspraktiken angewandt habe, die die Verletzlichkeit und Unerfahrenheit von Kindern in unlauterer Weise ausgenutzt hätten. Nach Auffassung der Geschworenen verfügte das Unternehmen intern über Informationen zu den Risiken sexueller Ausbeutung von Kindern, ergriff jedoch keine ausreichenden Maßnahmen und informierte die Nutzer nicht transparent. Die Anklage argumentierte darüber hinaus, Meta habe Nutzerwachstum und Bindung stärker gewichtet als wirksame Schutzvorkehrungen.
„Das Urteil der Jury ist ein historischer Erfolg für jedes Kind und jede Familie, die den Preis für Metas Entscheidung zahlen mussten, Gewinne über die Sicherheit von Kindern zu stellen.” — Raúl Torrez via AP News
375 Millionen Dollar sind nur ein Bruchteil von Metas Jahresumsatz von 201 Milliarden Dollar Auch wenn die Strafe eine erhebliche juristische Niederlage darstellt, macht die zugesprochene Summe nur einen kleinen Teil von Metas finanzieller Größenordnung aus. Nach Angaben von AP News erzielte Meta 2025 201 (billion USD) — Metas Gesamtumsatz im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund ist die Strafe von 375 Millionen US-Dollar für sich genommen finanziell begrenzt. Die Behörden in New Mexico hatten ursprünglich mehr als 2 Milliarden US-Dollar Schadenersatz verlangt. In einer späteren Phase des Verfahrens könnte Meta nach einem Bericht von Adevarul dazu verpflichtet werden, Änderungen an seinen Plattformen vorzunehmen und zusätzliche Strafen zu zahlen. Torrez erklärte, er wolle erreichen, dass Meta wirksamere Alterskontrollen einführt und mehr unternimmt, um problematische Akteure von seinen Plattformen zu entfernen. Meta erklärte seinerseits, das Unternehmen arbeite intensiv daran, Menschen auf seinen Plattformen zu schützen, und bleibe von seiner Bilanz beim Schutz von Jugendlichen im Internet überzeugt.
„Wir arbeiten intensiv daran, die Sicherheit der Menschen auf unseren Plattformen zu gewährleisten, und uns sind die Herausforderungen bei der Identifizierung und Entfernung problematischer Akteure oder schädlicher Inhalte bewusst. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck verteidigen und bleiben von unserer Bilanz beim Schutz von Jugendlichen im Internet überzeugt.” — Meta spokesperson via adevarul.ro
Auf soziale Netzwerke wächst seit mehreren Jahren der juristische und regulatorische Druck im Zusammenhang mit dem Schutz von Kindern. Die Klagen kommen von Schulbezirken, kommunalen und bundesstaatlichen Behörden, der Bundesregierung und tausenden Familien. Sie alle wollen die Plattformen für mutmaßliche Schäden verantwortlich machen, darunter Depressionen, Essstörungen und die Konfrontation mit Sexualstraftätern. Die Ergebnisse dieser Verfahren könnten den Schutz der Unternehmen nach Section 230 des Communications Decency Act von 1996 infrage stellen, die Technologiekonzerne historisch vor Haftung für von Nutzern erstellte Inhalte geschützt hat. Die Verfahren könnten Unternehmen zudem dazu zwingen, Gestaltungsentscheidungen ihrer Plattformen zu ändern, die Kritiker als bewusst darauf ausgelegt ansehen, die Nutzung junger Menschen zu maximieren.
Urteil im Verfahren in Los Angeles gegen Meta und YouTube steht noch aus Das Urteil aus New Mexico ergeht, während sich ein separates Verfahren in Los Angeles seinem Ende nähert. Dort sehen sich Meta und YouTube, eine Tochter von Google, mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Dienste absichtlich so gestaltet zu haben, dass Kinder abhängig würden und die psychische Gesundheit Minderjähriger geschädigt werde. Mehreren Berichten zufolge berieten die Geschworenen in diesem Fall bereits seit Mitte März 2026. Im Zentrum des Verfahrens in Los Angeles steht eine 20-jährige Frau, die geltend macht, Instagram und YouTube hätten sie als Minderjährige abhängig gemacht. Über diese beiden Prozesse hinaus ist eine breitere Welle von Klagen von Schulbezirken, Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten und Familien bei Gerichten in den gesamten Vereinigten Staaten anhängig. Juristische Analysten und Beobachter verweisen darauf, dass die Entscheidung in New Mexico Signalwirkung für Hunderte ähnlicher Fälle haben könnte. Die Urteile insgesamt könnten Social-Media-Unternehmen dazu zwingen, ihre Arbeitsweise zu ändern, was sich möglicherweise auf ihre Nutzerbasis und ihre Werbeeinnahmen auswirken würde. Der Fall in New Mexico ist das erste Mal, dass Meta in einem Geschworenenprozess ausdrücklich für Fragen der Sicherheit von Kindern und Jugendlichen auf seinen Plattformen zur Verantwortung gezogen wurde.
Key events in the New Mexico v. Meta case: — ; — ; —
Mentioned People
- Raúl Torrez — prokurator generalny Nowego Meksyku
- Mark Zuckerberg — dyrektor generalny Meta Platforms
- Brian Boland — były wiceprezes Mety i sygnalista
Sources: 13 articles
- USA: Gericht verurteilt Meta wegen mangelnden Kinderschutzes (SRF News)
- Meta ma zapłacić 375 mln dol. w procesie dotyczącym wykorzystywania dzieci (Press.pl)
- Meta: 375 Millionen Dollar Strafe im Prozess um junge Nutzer (Spiegel Online)
- Meta, amendată cu 375 milioane de dolari: "Verdictul, o victorie istorică pentru fiecare copil" - HotNews.ro (HotNews.ro)
- Meta este vinovată privind exploatarea sexuală a copiilor pe platformele sale, a decis un juriu din New Mexico - Știrile ProTV (Stirile ProTV)
- "C'est un tournant pour tous les parents inquiets": le géant de la tech Meta déclaré responsable de mise en danger de mineurs par un tribunal américain - Le Temps (Le Temps)
- As New Mexico jury finds Meta platforms harm children, social media firms await more legal decisions (The Independent)
- Meta, găsită vinovată într-un proces privind siguranța copiilor. Compania trebuie să plătească 375 de milioane de dolari (adevarul.ro)
- As New Mexico jury finds Meta platforms harm children, social media firms await more legal decisions (AP NEWS)
- Meta deve pagar 322,8 ME por ocultar exploração infantil nas suas redes (RTP - Rádio Televisão Portuguesa)