Bundesdigitalminister Karsten Wildberger rechnet mit erheblichen Veränderungen am Arbeitsmarkt durch künstliche Intelligenz. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der CDU-Politiker, die Zeit, in der die Industrie als Jobmaschine fungiert habe, gehe zu Ende. Zugleich warb er dafür, die wirtschaftlichen Chancen der Technologie aktiv zu nutzen.

Wildberger warnt vor Strukturwandel

Der Bundesdigitalminister sagt, künstliche Intelligenz werde in Deutschland erhebliche Jobverluste auslösen und das bisherige industrielle Beschäftigungsmodell verändern.

Appell an Arbeitgeber, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft

Wildberger fordert eine gemeinsame Reaktion auf den Wandel und bezeichnet neue Perspektiven für verdrängte Beschäftigte als gesellschaftliche Aufgabe.

Minister sieht auch Chancen durch KI

Neben Arbeitsplatzverlusten erwartet Wildberger neue Tätigkeitsfelder, Wachstum und die Notwendigkeit gezielter Investitionen in Qualifikationen und Zukunftsbranchen.

Neues Digitalministerium als strategischer Rahmen

Das im Mai 2025 geschaffene Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung soll die digitale Transformation in Verwaltung und Wirtschaft koordinieren.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat am Samstag vor erheblichen Jobverlusten durch künstliche Intelligenz in Deutschland gewarnt. Die Zeit, in der die Industrie eine Jobmaschine gewesen sei, gehe zu Ende, sagte Wildberger. Der Politiker der CDU, der im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz als erster Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung amtiert, äußerte sich in einem Interview mit der Neue Osnabrücker Zeitung. Wildberger stellte die Entwicklung nicht als fernes Risiko dar, sondern als unmittelbaren Strukturwandel, der abgestimmtes Handeln von Arbeitgebern, Arbeitnehmervertretungen und der Zivilgesellschaft erfordere. Seine Aussagen deuten darauf hin, dass die Bundesregierung den durch KI verursachten Arbeitsplatzabbau stärker als politische Priorität öffentlich benennt. Das am Samstag veröffentlichte Interview fand in deutschen Medien, darunter Die Welt und Focus, Beachtung.

Minister ruft Gewerkschaften und Arbeitgeber zum gemeinsamen Handeln auf Wildberger richtete seinen Appell an ein breites Publikum und forderte die maßgeblichen gesellschaftlichen Akteure auf, sich mit dem Wandel auseinanderzusetzen, statt ihn abzuwehren. „Mein Appell richtet sich deshalb an alle Gruppen, an Arbeitgeber, Gewerkschaften und die Zivilgesellschaft: Wir müssen uns zusammenraufen und die Zukunft neu gestalten.” — Karsten Wildberger via Neue Osnabrücker Zeitung Der Minister machte deutlich, dass eine Ablehnung künstlicher Intelligenz aus seiner Sicht keine tragfähige Option sei. Die Technologie lasse sich nicht aufhalten, sagte er. Deutschland müsse sich daher so aufstellen, dass es neben den Verwerfungen auch die wirtschaftlichen Chancen nutzen könne, die künstliche Intelligenz eröffne. Wildberger räumte ein, dass Beschäftigte, deren Arbeitsplätze durch KI wegfielen, neue und sinnvolle Tätigkeiten benötigten. Die Wiedereingliederung in Arbeit stellte er damit als gesellschaftliche Aufgabe dar und nicht als alleinige Last des Einzelnen. Sein Ruf nach Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg verweist auf eine breitere Herausforderung europäischer Regierungen, technologischen Wandel zu steuern, ohne soziale Instabilität auszulösen.

Wildberger erwartet neben Verlusten auch neue Arbeitsplätze Trotz seiner Warnungen vermied Wildberger eine ausschließlich pessimistische Bewertung und betonte, dass künstliche Intelligenz auch neue Beschäftigungsfelder und zusätzliches wirtschaftliches Wachstum hervorbringe. Die denkbar schlechteste Reaktion sei eine pauschale Ablehnung der Technologie. Ein solcher Kurs würde Deutschland nach seiner Auffassung daran hindern, den Übergang nach eigenen Maßstäben zu gestalten. „Die schlechteste aller Antworten wäre zu sagen: Wir lehnen KI ab. Aufhalten können wir sie ohnehin nicht. Wir können und müssen alles dafür tun, dass auch wir als Gesellschaft von KI profitieren.” — Karsten Wildberger via Neue Osnabrücker Zeitung Die Haltung des Ministers steht für einen doppelten Ansatz: einerseits die Belastungen für traditionelle industrielle Beschäftigung anzuerkennen, andererseits für vorausschauende Investitionen in jene Branchen und Qualifikationen zu werben, die der Ausbau künstlicher Intelligenz erforderlich machen werde. Ergebnisse von Websuchen deuten darauf hin, dass Wildberger sich im März 2026 auch zu Fragen digitaler Souveränität und europäischer Technologiealternativen geäußert hat. Das legt einen breiteren strategischen Rahmen hinter seinen Bemerkungen zum Arbeitsmarkt nahe. Sein Ministerium, das im Mai 2025 als neues Ressort innerhalb der Regierung Merz geschaffen wurde, soll Deutschlands digitale Transformation sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der Gesamtwirtschaft koordinieren.

Ein neues Ministerium an Deutschlands digitaler Weggabelung Der deutsche Industriesektor gehörte historisch zu den größten Arbeitgebern des Landes und prägte die Volkswirtschaft mit der Automobil-, Chemie- und Maschinenbaubranche. Die Schaffung eines eigenständigen Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz im Mai 2025 markierte einen strukturellen Wandel in der Berliner Technologiepolitik. Wildberger, 1969 in Gießen geboren, übernahm das Amt nach Stationen in der Unternehmensberatung und in Führungspositionen der Wirtschaft, bevor er für die CDU in die Politik ging. Das von Wildberger geführte Ministerium ist das erste seiner Art in der Geschichte des Bundes und spiegelt die Einschätzung wider, dass Digitalpolitik den bisherigen Zuschnitt innerhalb größerer Wirtschafts- oder Innenressorts überschritten hat. Seine öffentlichen Äußerungen zu künstlicher Intelligenz und Beschäftigung gehören zu den bislang deutlichsten Hinweisen eines ranghohen deutschen Regierungsvertreters darauf, dass die Folgen von KI für den Arbeitsmarkt nicht nur theoretischer Natur sind. Das Interview in der Neuen Osnabrücker Zeitung zeichnet Wildberger als einen Minister, der der Öffentlichkeit auch unbequeme Botschaften zumutet, statt die Aussichten abzuschwächen. Ob sein Aufruf zur Zusammenarbeit von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft in konkrete politische Vorschläge mündet, dürfte sich erst mit künftigen Ankündigungen der Bundesregierung zeigen.

Mentioned People

  • Karsten Wildberger — federalny minister do spraw cyfryzacji i modernizacji państwa w rządzie kanclerza Friedricha Merza
  • Friedrich Merz — kanclerz Niemiec