OpenAI zieht sich nach weniger als sieben Monaten aus dem Geschäft mit KI-Kurzvideos für Verbraucher zurück. Das Unternehmen stellt die Sora-App, die zugehörige API und Sora.com ein. Damit scheitert auch ein erst im Dezember 2025 angekündigtes Lizenzabkommen mit Disney, das eine Investition von 1 Milliarde US-Dollar vorsah. Künftig will OpenAI Rechenleistung und Personal stärker auf Produktivitätswerkzeuge, Programmierung und autonome Agenten konzentrieren.
Sora wird vollständig eingestellt
OpenAI beendet die Sora-iOS-App, die API und Sora.com. Ein genauer Zeitplan für die Abschaltung wurde noch nicht genannt.
Disney-Abkommen aufgehoben
Das am 11. Dezember 2025 angekündigte Lizenzabkommen mit Disney ist hinfällig. Die vorgesehene Investition von 1 Milliarde US-Dollar kam laut Axios nie zur Auszahlung.
Strategische Neuausrichtung bei OpenAI
Das Unternehmen verlagert Rechenleistung und Personal von KI-Videos zu Produktivitätswerkzeugen, Programmierung, autonomen Agenten sowie Forschung zu Weltsimulation und Robotik.
Sora verzeichnete nach starkem Start deutlichen Rückgang
Nach einem schnellen Aufstieg in den App-Store-Charts fielen die Downloads laut von Axios zitierten TechCrunch-Daten bis Januar 2026 um 45 Prozent.
Sicherheitsaufsicht wird neu verteilt
Laut Axios sollen Mark Chen künftig für Sicherheitsarbeit und Greg Brockman für Security zuständig sein, während Sam Altman sich auf Kapital und Rechenzentren konzentriert.
OpenAI hat am Dienstag angekündigt, die Sora-App und die KI-Videogenerierung-API einzustellen. Damit endet ein Versuch im verbrauchernahen Kurzvideogeschäft, der weniger als sieben Monate dauerte. Auf der Plattform X veröffentlichte das Unternehmen eine kurze Mitteilung mit den Worten „Wir verabschieden uns von der Sora-App“. Weitere Einzelheiten zu Zeitplänen und dazu, wie Nutzerinnen und Nutzer ihre auf der Plattform erstellten Inhalte sichern können, wolle OpenAI in Kürze mitteilen. Das Wall Street Journal berichtete, OpenAI-Chef Sam Altman habe die Entscheidung am Dienstag in einer Unternehmensversammlung den Beschäftigten mitgeteilt. Zugleich sei bestätigt worden, dass weder die App noch die API in ChatGPT integriert würden, wie zuvor kolportiert worden war. Die iOS-App, die API und das Angebot auf Sora.com werden vollständig abgeschaltet; einen genauen Zeitplan nannte OpenAI nicht. Die Entscheidung steht für eine deutliche strategische Neuausrichtung: OpenAI verlagert Rechenkapazitäten und Teamressourcen auf Produktivitätswerkzeuge, Programmierung und autonome Agenten.
„Mit Sora haben Sie Dinge geschaffen, die Bedeutung haben. Wir wissen, dass diese Nachricht enttäuschend ist.” — OpenAI via AP News
Milliardenschweres Disney-Abkommen scheitert schon nach drei Monaten Die unmittelbarste Folge der Schließung ist das Aus für ein viel beachtetes Lizenzabkommen mit Disney, das am 11. Dezember 2025 angekündigt worden war und nun aufgehoben ist. Nach den Bedingungen des Vertrags hätte Sora kurze, von Nutzerinnen und Nutzern angestoßene Social-Videos erzeugen können, die auf mehr als 200 animierten Figuren, maskierten Charakteren und Kreaturen aus Disney, Marvel, Pixar und Star Wars basieren. Dazu zählten auch Kostüme, Requisiten, Fahrzeuge und ikonische Umgebungen. Disney hatte sich zudem bereit erklärt, 1 (billion USD) — Disneys geplante Investition in OpenAI im Rahmen des aufgehobenen Abkommens in OpenAI zu investieren und zu einem wichtigen Kunden seiner APIs zu werden. Diese sollten für neue Produkte bei Disney+ sowie für den Einsatz von ChatGPT für Beschäftigte des Konzerns genutzt werden. Laut einer von Axios zitierten, mit dem Vorgang vertrauten Quelle floss vor dem Scheitern des Abkommens allerdings kein Geld. Disney erklärte in einer Stellungnahme, man respektiere OpenAIs Entscheidung, das Geschäft mit Videogenerierung zu verlassen. Zugleich deutete der Konzern an, weiterhin mit anderen KI-Plattformen im Gespräch zu bleiben, um neue Wege zur Ansprache von Fans zu finden und zugleich geistiges Eigentum sowie die Rechte von Kreativen zu schützen.
„Wir schätzen die konstruktive Zusammenarbeit unserer Teams und die Erkenntnisse, die wir daraus gewonnen haben, und wir werden den Austausch mit KI-Plattformen fortsetzen, um neue Wege zu finden, Fans dort zu erreichen, wo sie sind, und zugleich neue Technologien verantwortungsvoll zu nutzen, die das geistige Eigentum und die Rechte von Kreativen achten.” — Disney via Axios
Sora wurde erstmals im Februar 2024 öffentlich als Text-zu-Video-KI-Modell vorgestellt und zog damit in der Technologie- und Unterhaltungsbranche erhebliche Aufmerksamkeit auf sich. Im September 2025 brachte OpenAI dann unter der Marke Sora eine eigenständige App auf den Markt und positionierte sie als TikTok-ähnliche soziale Plattform für KI-generierte Kurzvideos. Das im Dezember 2025 angekündigte Lizenzabkommen mit Disney wurde als Vertrag über drei Jahre beschrieben und galt als eine der bedeutendsten Partnerschaften zwischen einem großen Hollywood-Studio und einem KI-Unternehmen. Hollywood-Gewerkschaften hatten sich bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung gegen das Abkommen ausgesprochen.
Downloads stiegen zunächst stark und brachen dann ein – minus 45 Prozent bis Januar Die kommerzielle Entwicklung von Sora verlief in einem steilen Bogen: Auf anfängliche Begeisterung folgte rasch eine deutliche Abwendung der Nutzer. Nach Angaben von Axios erreichte die App einen wichtigen Meilenstein schneller als ChatGPT nach dessen eigenem Start. In den Wochen nach der Veröffentlichung im September 2025 stieg die App in Apples App Store an die Spitze der Ranglisten. Nach Daten, auf die sich TechCrunch berief und über die Axios berichtete, waren die Downloads jedoch bis Januar 2026 um 45 Prozent eingebrochen. Während der gesamten Laufzeit von Sora äußerten Kritiker und Interessenverbände Bedenken, die Plattform könne nicht einvernehmliche Bildinhalte und realitätsnahe Deepfake-Inhalte erzeugen. OpenAI sah sich veranlasst, KI-generierte Darstellungen öffentlicher Persönlichkeiten einzuschränken, darunter Michael Jackson, Martin Luther King Jr. und Mister Rogers, nachdem Nachlassverwalter und eine Schauspielergewerkschaft protestiert hatten.
Sora: Von der Einführung bis zur Abschaltung: — ; — ; — ; — ; —
Das Forschungsteam hinter Sora wendet sich Robotik und Weltsimulation zu Trotz des Endes des Verbraucherprodukts bestätigte OpenAI, dass das Forschungsteam hinter Sora nicht aufgelöst wird. Ein Sprecher des Unternehmens sagte Axios, das Team werde sich weiterhin auf Forschung zur Weltsimulation konzentrieren, um die Robotik voranzubringen und Menschen bei der Lösung physischer Aufgaben in der realen Welt zu unterstützen. Ein zentraler Grund für die Abschaltung liegt in begrenzten Rechenressourcen. Axios beschrieb Sora als ein Experiment mit sehr hohem Bedarf an Rechenleistung. Alle großen Unternehmen an der Spitze der KI-Entwicklung kämpften derzeit sowohl für Forschung als auch für kommerzielle Anwendungen mit einem Mangel an Verarbeitungskapazität. OpenAI bündelt seine Ressourcen nun bei Produktivitätswerkzeugen, Programmierung und autonomen Agenten. Erst kürzlich hatte das Unternehmen angekündigt, seine ChatGPT-App, das Programmierwerkzeug Codex und seinen Browser in einer einheitlichen Plattform zusammenzuführen. Unabhängig davon berichtete Axios, OpenAI habe in derselben Mitarbeiterversammlung am Dienstag mitgeteilt, dass die Aufsicht über Sicherheits- und Schutzmaßnahmen künftig nicht mehr bei Altman liegen solle, sondern auf andere Führungskräfte übergehe. Chief Research Officer Mark Chen übernehme demnach die Verantwortung für Sicherheitsarbeit, Präsident Greg Brockman solle den Bereich Security beaufsichtigen, damit Altman sich auf Kapitalbeschaffung und die Sicherung von Rechenzentren konzentrieren könne.
Mentioned People
- Sam Altman — Dyrektor generalny organizacji badawczej zajmującej się sztuczną inteligencją OpenAI od 2019 r.
Sources: 20 articles
- OpenAI's Sora was the creepiest app on your phone -- now it's shutting down | TechCrunch (TechCrunch)
- OpenAI Is Shutting Down Sora, Its A.I. Video Generator (The New York Times)
- OpenAI shutters AI video generator Sora after just six months (The Guardian)
- R.I.P Sora (2024-2026) (Gizmodo)
- OpenAI unexpectedly kills Sora, and I wonder if this is the start of a mini AI bubble collapse (TechRadar)
- OpenAI to end Disney deal and Sora video app (Financial Times News)
- OpenAI will shutter Sora video app (Axios)
- OpenAI parecía imparable. Ahora ha decidido dejar atrás Sora y cambiar de rumbo (Xataka)
- Adiós a Sora: OpenAI pone punto final a su "experimento" de vídeo con IA (La Razón)
- OpenAI pulls the plug on Sora, the viral AI video app that sparked deepfake concerns (AP NEWS)