Der EU-Gipfel vom 19. und 20. März 2026 ist ohne Zustimmung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu einem milliardenschweren Kreditpaket für die Ukraine zu Ende gegangen. Nach Angaben von Diplomaten hielt Orbán trotz erheblichen Drucks der übrigen Staats- und Regierungschefs an seinem Veto fest. Damit konnte die EU den Finanzmechanismus nicht einstimmig voranbringen.
Guterres fordert Kriegsende
UN-Generalsekretär António Guterres rief die Vereinigten Staaten und Israel dazu auf, den Krieg zu beenden, und forderte Iran auf, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
EU prüft Ölstrategie bei Hormus-Risiko
Die mögliche längere Schließung der Straße von Hormus gilt aus Sicht der EU als zentrales wirtschaftliches Risiko für Energiemärkte und Lieferketten.
Marineeinsatz nur mit UN-Mandat
Die EU-Spitzen verständigten sich darauf, dass ein möglicher europäischer Einsatz in der Region der Hormusstraße nur mit einem UN-Mandat erfolgen könne. Giorgia Meloni unterstützte diese Linie ausdrücklich.
Aspides im Roten Meer soll gestärkt werden
Die EU will die Marineoperation Aspides ausbauen, allerdings nur innerhalb des bestehenden Mandats, um Handelsrouten im Roten Meer besser zu sichern.
Sorge vor neuer Migrationskrise
Die Staats- und Regierungschefs warnten vor möglichen neuen Fluchtbewegungen und betonten, eine Wiederholung der Lage von 2015 vermeiden zu wollen.
Unterstützung für Zypern signalisiert
Die EU erklärte sich bereit, Zypern in Gesprächen mit London über britische Militärstützpunkte auf der Insel zu unterstützen.
Ein EU-Gipfel ist am 19. und 20. März 2026 zu Ende gegangen, ohne die Unterstützung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán für ein milliardenschweres Kreditpaket für die Ukraine zu sichern. Diplomaten berichteten, Orbán habe trotz intensiven Drucks anderer Staats- und Regierungschefs an seinem Veto festgehalten. Damit war der Staatenbund nicht in der Lage, den Mechanismus für die Finanzhilfe im Einstimmigkeitsverfahren voranzubringen. Das bedeutet einen Rückschlag für die europäischen Bemühungen, die ukrainische Kriegswirtschaft weiter zu stützen. Diplomaten, die bei dem Gipfel anwesend waren, sagten Journalisten, die Sitzung habe sich zugespitzt; die Kritik an der Haltung Ungarns habe die vertraulichen Beratungen dominiert. In den Stunden nach dem Ende des Treffens reagierten mehrere europäische Spitzenpolitiker auch öffentlich deutlich. Auf der Tagesordnung standen nach einem Bericht von tagesschau.de zudem Sorgen mit Blick auf Iran.
Kallas: Rechtliche Mittel sind vorhanden, es fehlt aber am politischen Mut Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Kaja Kallas erklärte nach dem Gipfel, die Europäische Union verfüge über rechtliche Mittel, um Ungarns Veto bei dem Ukraine-Kredit zu umgehen. Nach einem Bericht von Reuters sagte sie zugleich, der Staatenbund müsse den Mut aufbringen, diese Mittel auch einzusetzen. Kallas, eine estnische Politikerin, die vor ihrer jetzigen EU-Funktion Ministerpräsidentin Estlands war, stellte die Blockade als Frage des politischen Willens und nicht als rechtliche Begrenzung dar. Ihre Äußerungen deuteten darauf hin, dass die EU-Mitgliedstaaten womöglich alternative Mechanismen verfolgen könnten, um das Finanzpaket auch ohne die Zustimmung Budapests bereitzustellen. Die Erklärung spiegelt die wachsende Frustration unter EU-Vertretern über die wiederholte Blockade von Ukraine-bezogenen Maßnahmen durch Ungarn. Welche konkreten Rechtsinstrumente sie meinte, führte Kallas in ihren öffentlichen Äußerungen nicht aus.
Tusk nennt Orbáns Haltung „etwas sehr Schlechtes“ Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete Orbán nach Angaben von TVN24 als „entschlossen“ und bewertete die Lage als „etwas sehr Schlechtes“. Tusk ist seit 2023 Ministerpräsident Polens und stand zuvor von 2014 bis 2019 an der Spitze des Europäischen Rates. Er gehört seit Langem zu den entschiedensten Befürwortern einer anhaltenden europäischen Unterstützung für die Ukraine. Seine Aussagen fielen in einer Phase, in der Polen an der östlichen Flanke der EU besonders exponiert ist, weil das Land sowohl an die Ukraine als auch an Belarus grenzt. Bundeskanzler Friedrich Merz soll laut Die Welt während des Gipfels oder in dessen Umfeld ebenfalls Drohungen in Richtung Orbán geäußert haben. Orbán zeigte sich davon dem Bericht zufolge jedoch unbeeindruckt. Die Welt zitierte eine Quelle mit den Worten, die Rechtslage sei „völlig klar“. Dies wurde offenbar als Verweis auf die Argumente gegen die ungarische Blockadehaltung verstanden. In deutschsprachigen Medien wurde Orbáns Vorgehen in ungewöhnlich scharfer Form beschrieben. Nach einer Zusammenfassung der Reaktionen deutscher Medien durch Deutsche Welle schrieb ein Medium von „Erpressung mit einem Fakt“, ein anderes urteilte, Orbán sei „zu weit gegangen“.
Diplomaten: Fast alle im Raum stellten sich gegen Orbán Diplomaten sagten Journalisten nach einem Bericht von Die Welt, „fast alle im Raum“ hätten Orbán während der Gipfelsitzung scharf kritisiert. Die nahezu einhellige Kritik verdeutlicht, wie tief der Konflikt zwischen Ungarn und dem übrigen Teil der Europäischen Union in der Frage der Unterstützung für die Ukraine inzwischen ist. Orbán positioniert Ungarn seit Langem als abweichende Stimme innerhalb des Staatenbundes, wenn es um den Russland-Ukraine-Krieg geht. Er wirbt für eine Verhandlungslösung statt für eine fortgesetzte militärische und finanzielle Unterstützung Kyjiws. Dass der Gipfel keine Einigung hervorbrachte, lässt die Zukunft des Kreditpakets offen; einen bestätigten Zeitplan für eine Lösung gibt es bislang nicht. Auf dem Gipfel wurden auch Sorgen über Iran behandelt, detaillierte Ergebnisse zu diesem Thema gingen aus den verfügbaren Quellen jedoch nicht hervor. Ungarn unter Viktor Orbán ist seit dem russischen Großangriff im Februar 2022 wegen seiner Ukraine-Politik wiederholt mit EU-Institutionen und anderen Mitgliedstaaten aneinandergeraten. Orbán hat engere Beziehungen zu Moskau aufrechterhalten als jeder andere EU-Regierungschef und die ungarische Vetomacht mehrfach genutzt, um EU-weite Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine zu verzögern oder zu blockieren. Das Erfordernis der Einstimmigkeit bei wichtigen finanz- und außenpolitischen Entscheidungen der EU gibt jedem einzelnen Mitgliedstaat die Möglichkeit, gemeinsames Handeln des Staatenbundes zu verhindern. Kritiker argumentieren, dass Budapest diese strukturelle Besonderheit gezielt ausgenutzt habe.
Mentioned People
- António Guterres — dziewiąty sekretarz generalny Organizacji Narodów Zjednoczonych
- Giorgia Meloni — premier Włoch od października 2022 r.