Die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten hat am 29. März 2026 in Campo Grande, Brasilien, 40 neue Arten unter internationalen Schutz gestellt. Zu den neu gelisteten Tieren zählen unter anderem die Schneeeule, der Hudson-Godwit, der Großkopf-Hammerhai, die Streifenhyäne und der Riesenotter aus Brasilien. Die Entscheidung fiel zum Abschluss der 15. Vertragsstaatenkonferenz im Pantanal, einer der artenreichsten Regionen der Erde.

40 neue Arten unter Schutz

Die CMS hat in Campo Grande 40 zusätzliche wandernde Arten auf die internationale Schutzliste gesetzt, darunter Schneeeule, Hammerhai und Riesenotter.

Alarmierende Lage vieler Bestände

Laut einem Bericht zeigen 49 Prozent der gelisteten Arten rückläufige Bestände; fast jede vierte ist global bedroht.

Brasilien als Gastgeber wichtiger Umweltgipfel

Nach der COP30 in Belém richtete Brasilien nun auch die 15. CMS-Vertragsstaatenkonferenz im Pantanal aus.

Die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten hat am Sonntag, dem 29. März 2026, zum Abschluss ihrer 15. Vertragsstaatenkonferenz in Campo Grande in Brasilien 40 neue Arten für den internationalen Schutz beschlossen. Die neu aufgenommenen Tiere reichen von der Schneeeule und dem Hudson-Godwit bis zum Großkopf-Hammerhai, zur Streifenhyäne und zum Riesenotter aus Brasilien. Die Entscheidung fiel am Ende eines einwöchigen Gipfels im brasilianischen Pantanal, einer der artenreichsten Regionen des Planeten, südlich des Amazonas. Die Zustimmung erfolgte in der abschließenden Plenarsitzung des Treffens, an dem Vertreter von 133 Vertragsparteien teilnahmen — 132 Staaten und die Europäische Union.

Schneeeule und Godwit kommen auf eine rechtlich bindende Schutzliste Zu den bekanntesten Neuzugängen gehört die Schneeeule (Bubo scandiacus), die vielen aus der Harry-Potter-Saga bekannt ist, sowie der Hudsonian godwit (Limosa haemastica), ein vom Aussterben bedrohter Watvogel mit langem Schnabel, der pro Jahr 30.000 Kilometer entlang der Amerikas zurücklegt. Ebenfalls auf die Liste gesetzt wurden der Großkopf-Hammerhai (Sphyrna mokarran), die Streifenhyäne (Hyaena hyaena) und der Riesenotter aus Brasilien (Pteronura brasiliensis). Die CMS ist eine rechtlich bindende Konvention. Das bedeutet, dass alle 133 Vertragsparteien die rechtliche Verpflichtung haben, gelistete Arten, die als vom Aussterben bedroht eingestuft sind, zu schützen, ihre Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen, Wanderhindernisse möglichst gering zu halten und mit anderen Verbreitungsstaaten zusammenzuarbeiten. Die Konvention erfasst Arten, die im Laufe ihres Lebenszyklus nationale Grenzen überschreiten, weshalb internationale Koordination als Voraussetzung für einen wirksamen Schutz gilt. Die Aufnahme von 40 neuen Arten in einer einzigen Sitzung stellt eine deutliche Ausweitung des Anwendungsbereichs der Konvention dar.

40 (Arten) — neu unter internationalen Schutz gestellte wandernde Arten

COP15 der CMS — Wichtige Ereignisse: — ; — ; —

Fast die Hälfte der gelisteten Arten nimmt bereits ab Der Gipfel fand vor dem Hintergrund alarmierender Daten zum Zustand wandernder Wildtiere weltweit statt. Ein kurz vor der COP15 veröffentlichter Bericht kam zu dem Ergebnis, dass 49 (%) — der von der CMS gelisteten Arten rückläufige Bestände aufweisen. Damit zeigen fast die Hälfte aller von der CMS gelisteten Arten sinkende Populationsentwicklungen, und fast jede vierte ist weltweit vom Aussterben bedroht. Ein weiterer Bericht, der am Dienstag nach Eröffnung des Gipfels veröffentlicht wurde, warnte vor dem „Zusammenbruch“ der Wanderungen, die für das Überleben von Süßwasserfischarten wie Aalen entscheidend sind. Als Ursachen nannte er die Zerstörung natürlicher Lebensräume, Überfischung und den Bau von Staudämmen. Nach dieser Bewertung bedrohen Lebensraumzerstörung, Überfischung und Wasserverschmutzung vom Amazonas bis zur Donau Hunderte von Arten, deren Wanderungen entlang der großen Flüsse der Welt weitgehend unbeachtet bleiben. Die Berichte verliehen den Verhandlungen der Woche einen dringlichen Charakter. Die eigenen Daten der Konvention deuten darauf hin, dass der Schutzrahmen den Rückgang der erfassten Arten bislang nicht umgekehrt hat.

„Diese Konvention erinnert uns an eine einfache, aber wichtige Botschaft: Wanderungen sind natürlich. Indem sie Kontinente überqueren und entfernte Ökosysteme verbinden, zeigen diese Arten, dass die Natur zwischen Staaten keine Grenzen kennt” — Luiz Inácio Lula da Silva via Ouest France

Brasilien richtet zwei UN-Umweltgipfel nacheinander aus Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der den Gipfel eine Woche vor seinem Ende eröffnete, stellte das Treffen in den Zusammenhang globaler Verantwortung. Seine Worte betonten den grenzüberschreitenden Charakter des Artenschutzes und die gemeinsame Pflicht der Staaten, gemeinsam zu handeln. Die Wahl von Campo Grande im Herzen der Feuchtgebiete des Pantanal war auch ein politisches Signal. Die Region gehört zu den ökologisch bedeutendsten Gebieten der Erde und steht zugleich unter Druck durch die Ausweitung der Landwirtschaft und den Klimawandel. Brasilien hatte bereits im vergangenen November die COP30, die UN-Klimakonferenz, in der Amazonasstadt Belém ausgerichtet und wurde damit in dieser Phase zu einem zentralen Ort der globalen Umweltpolitik. Dass zwei große UN-Umweltgipfel unmittelbar hintereinander im Land stattfanden, unterstrich Brasiliens Rolle als wichtiger Akteur der internationalen Naturschutzdiplomatie.

Die Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten, auch als Bonner Konvention bekannt, ist ein unter dem Dach der Vereinten Nationen geschlossenes internationales Abkommen, das auf den Schutz wandernder Arten in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet abzielt. Sie gehört zu den wenigen rechtlich bindenden globalen Rahmenwerken, die sich ausdrücklich dem Schutz wandernder Wildtiere widmen. Die Unterzeichnerstaaten sind verpflichtet, gelistete Arten zu schützen und über nationale Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Die Konvention erfasst Arten, die über nationale Zuständigkeitsgrenzen hinweg oder außerhalb dieser Grenzen wandern, und trägt damit der Erkenntnis Rechnung, dass wirksamer Schutz die Abstimmung aller Länder im Verbreitungsgebiet einer Art erfordert. Die 15. Vertragsstaatenkonferenz, die im März 2026 in Campo Grande stattfand, war die jüngste einer Reihe regelmäßiger Treffen, bei denen die Vertragsparteien die Anhänge der Konvention überprüfen und neue Schutzmaßnahmen beschließen.

Mentioned People

  • Luiz Inácio Lula da Silva — 39. prezydent Brazylii od 2023 roku

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