Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem Besuch in London am 17. und 18. März 2026 für anhaltende Unterstützung für die Ukraine geworben. Im Gespräch mit Premierminister Keir Starmer drängte er auf ein direktes Treffen zwischen Starmer und US-Präsident Donald Trump. Zugleich bemühte sich Kiew, die EU wegen der Stabilität der Druschba-Pipeline zu beruhigen.

Selenskyj drängt auf Treffen Starmer-Trump

Der ukrainische Präsident warb in London für ein direktes Gespräch zwischen Keir Starmer und Donald Trump, um Differenzen über einen möglichen Weg zur Beendigung des Krieges mit Russland zu überbrücken.

Starmer will Fokus auf Ukraine halten

Der britische Premier sagte Selenskyj laut France 24 zu, dass die internationale Aufmerksamkeit trotz des Krieges im Iran nicht von der Ukraine abgezogen werden solle.

Streit um Druschba-Pipeline belastet EU

Selenskyj versicherte der EU die Stabilität der Pipeline, während Ungarns Regierung eine EU-Inspektionsmission als politisches Theater bezeichnete.

London und Kiew wollen Zusammenarbeit vertiefen

Nach Angaben von Europa Press kündigten die Ukraine und das Vereinigte Königreich an, ihre bilaterale Kooperation auszubauen. Konkrete Details wurden zunächst nicht genannt.

Iran-Krieg verändert diplomatisches Umfeld

Kiew befürchtet, dass die Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran internationale Aufmerksamkeit und Ressourcen von der Ukraine abzieht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat London am 17. und 18. März 2026 zu Gesprächen mit Premierminister Keir Starmer besucht. Dabei bezeichnete er Russland und den Iran als „Brüder im Hass“ und drängte auf ein direktes Treffen zwischen Starmer und US-Präsident Donald Trump, um bei der Suche nach einer gemeinsamen Linie zur Beendigung des Krieges in der Ukraine voranzukommen. Der Besuch fiel in eine Phase, in der Selenskyj zugleich versuchte, die Europäische Union von der Stabilität der Druschba-Pipeline zu überzeugen, während die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán eine Inspektionsmission der EU als politisches Theater zurückwies. Selenskyjs Aufenthalt in London war Teil einer breiteren diplomatischen Initiative, mit der die westliche Aufmerksamkeit trotz anderer Krisen weiter auf die Ukraine gerichtet werden soll. Anlass dafür ist auch, dass die laufende Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran den internationalen Blick zuletzt auf andere Regionen gelenkt hat. Nach Angaben von Europa Press kündigten die Ukraine und das Vereinigte Königreich während des Besuchs zudem an, ihre bilaterale Zusammenarbeit auszubauen.

Starmer sichert zu, dass die Ukraine nicht vom Iran verdrängt werden soll Starmer sagte Selenskyj nach Angaben von France 24, die internationale Aufmerksamkeit müsse trotz des Krieges im Iran auf die Ukraine gerichtet bleiben. Diese Zusage spiegelt die Sorge in Kiew wider, dass der am 28. Februar 2026 von den Vereinigten Staaten und Israel begonnene Krieg gegen den Iran, der unter der Bezeichnung Operation Epic Fury bekannt ist, diplomatische Kapazitäten und militärische Ressourcen vom inzwischen fast vier Jahre andauernden Krieg in der Ukraine abziehen könnte. Selenskyj sprach sich ausdrücklich für ein persönliches Treffen zwischen Starmer und Trump aus. Er argumentierte, ein direkter Austausch zwischen beiden Politikern könne helfen, Differenzen über einen möglichen Weg zu einer Beilegung des Konflikts mit Russland zu überbrücken. Die BBC berichtete, Selenskyj habe ein mögliches Treffen zwischen Starmer und Trump als Gelegenheit dargestellt, gemeinsamen Boden zu finden. Damit unterstrich er Kiews fortgesetztes Bemühen, die westliche Koalition zusammenzuhalten. Die griechische Rundfunkanstalt SKAI berichtete über Selenskyjs Formulierung, Russland und Iran seien „Brüder im Hass“. Diese Wortwahl war Teil seines Versuchs, beide Konflikte rhetorisch miteinander zu verknüpfen und sie als Ausdruck einer gemeinsamen autoritären Herausforderung für die westlich geprägte internationale Ordnung darzustellen. Die Ukraine und das Vereinigte Königreich kündigten an, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Konkrete Einzelheiten zu diesem Rahmen waren in den herangezogenen Berichten zunächst nicht verfügbar.

Ungarn nennt EU-Mission zur Pipeline eine Inszenierung Selenskyj versuchte nach Berichten von ANSA und La Repubblica, der Europäischen Union Zusicherungen zur Sicherheit und zum weiteren Betrieb der Druschba-Pipeline zu geben. Die Leitung bleibt für mehrere Länder Mittel- und Osteuropas ein zentrales Element der Energieversorgung. Mit der Dauer des Krieges sind die Sorgen über ihren Zustand gewachsen. Die EU reagierte darauf mit der Entsendung einer Delegation, die den Zustand der Pipeline bewerten sollte. Die ungarische Regierung unter Viktor Orbán wies diesen Schritt nach Berichten von Correio da Manhã und Notícias ao Minuto als „politisches Theater“ zurück. Orbán, der gegenüber Moskau seit Langem einen entgegenkommenderen Kurs verfolgt als die meisten seiner EU-Kollegen, rückte nach Angaben von ANSA trotz Selenskyjs Zusicherungen nicht von seiner Haltung ab. Die Zurückweisung der EU-Delegation durch die ungarische Regierung fügt sich in ein breiteres Muster von Spannungen zwischen Budapest und Brüssel in der Politik gegenüber der Ukraine und Russland ein. Ergebnisse aus Websuchen verweisen zudem darauf, dass Ungarn auf eine Wahlperiode zugeht und Orbán Selenskyj in der innenpolitischen Kommunikation weiter als hervorgehobenes Ziel nutzt. Der Streit über die Pipeline verschärft damit eine ohnehin belastete Beziehung zwischen Ungarn und dem Rest der Europäischen Union im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Der London-Besuch passt in Selenskyjs breitere Kriegsdiplomatie Russland begann im Februar 2022 seine groß angelegte Invasion der Ukraine und löste damit den größten bewaffneten Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg aus. Seitdem ist die Ukraine in hohem Maß auf militärische und finanzielle Unterstützung westlicher Partner angewiesen, darunter das Vereinigte Königreich, das zu den ersten Staaten gehörte, die Kiew mit modernen Waffensystemen versorgten. Die Druschba-Pipeline war während des gesamten Krieges immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen, weil Europas Abhängigkeit von Energieinfrastruktur auf ukrainischem Gebiet die Bemühungen um umfassende Sanktionen gegen Russland erschwert hat. Ergebnisse aus Websuchen deuten darauf hin, dass der Kreml Selenskyj noch am 29. Januar 2026 zu einem Besuch in Moskau für Friedensgespräche eingeladen hat, ein bestätigtes Treffen jedoch nicht stattfand. Selenskyjs Besuch in London reiht sich in eine intensive Pendeldiplomatie ein, die seine Präsidentschaft im Krieg prägt. Der ukrainische Staatschef reist regelmäßig in Hauptstädte verbündeter Staaten, um politische und materielle Unterstützung zu sichern. Die von Europa Press gemeldete Ankündigung eines ausgebauten Kooperationsrahmens zwischen der Ukraine und dem Vereinigten Königreich deutet darauf hin, dass London auch unter veränderten geopolitischen Bedingungen einer der engsten Partner Kiews bleibt. Selenskyjs Darstellung Russlands und des Irans als ideologisch verbundene Gegner zielte ersichtlich darauf, westliche Unterstützung für die Ukraine und westliches Engagement gegenüber dem Iran als einander ergänzende und nicht als konkurrierende Prioritäten darzustellen. Der Besuch machte zugleich deutlich, dass Kiew befürchtet, die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung, die sich schon bisher nur schwer im Sinne der Ukraine lenken ließ, könne sich noch stärker auf den Nahen Osten verlagern. Starmers öffentliche Zusage, die Ukraine im Zentrum der internationalen Agenda zu halten, verschaffte Selenskyj damit einen symbolischen Erfolg. Offen blieben jedoch die schwierigeren Fragen nach dem Umfang künftiger Militärhilfe und nach einem möglichen Rahmen für spätere Friedensgespräche. Das breitere diplomatische Bild gegen Ende März 2026 zeigte eine Ukraine, die unter Bedingungen wachsender globaler Ablenkung darum ringt, ihre Unterstützerkoalition zusammenzuhalten.

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