US-Präsident Donald Trump hat eine fünftägige Aussetzung militärischer Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur und Kraftwerke angekündigt. Er begründete den Schritt mit nach seinen Angaben „sehr guten und produktiven Gesprächen“ mit Teheran in den vergangenen zwei Tagen. Während Iran jede Form von Gesprächen zurückweist, reagierten die Märkte mit einem deutlichen Rückgang der Ölpreise.
Trump ordnet fünftägige Angriffspause an
Donald Trump erklärte, Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur würden für fünf Tage ausgesetzt. Er begründete dies mit nach seinen Angaben produktiven Gesprächen mit Teheran.
Iran bestreitet jede Verhandlung mit Washington
Die iranischen Agenturen Fars und Tasnim wiesen Berichte über direkte oder indirekte Gespräche mit den USA zurück. Eine offizielle Reaktion der Führung in Teheran blieb zunächst aus.
Ölpreise und Börsen reagieren sofort
Brent und WTI verloren jeweils mehr als 14 Prozent und fielen auf rund 96 beziehungsweise 84,37 Dollar je Barrel. Europas Börsen drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus.
Iran verschärft Drohungen gegen die Region
Teheran drohte bei Angriffen auf Küsten oder Inseln mit Seeminen im Persischen Golf. Zudem wurden mögliche Energieziele in mehreren Golfstaaten und in Israel genannt.
EU und China drängen auf Deeskalation
Die EU bestätigte direkte Kontakte zwischen Kaja Kallas und Abbas Araghchi. Auch China warnte vor einer unkontrollierbaren Ausweitung des Krieges.
US-Präsident Donald Trump hat am Montag ein fünftägiges Moratorium für militärische Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur und Kraftwerke angekündigt. Zur Begründung verwies er auf nach seiner Darstellung „sehr gute und produktive Gespräche“ mit Teheran in den vergangenen zwei Tagen. Trump veröffentlichte die Ankündigung in seinem Netzwerk Truth Social und erklärte, er habe das Department of War angewiesen, Angriffe auf iranische Elektrizitätswerke und Energieinfrastruktur für einen Zeitraum von fünf Tagen zu verschieben. Das Moratorium setzt damit faktisch auch das 48-Stunden-Ultimatum außer Kraft, das Trump am Samstag gestellt hatte. Darin hatte er mit der „vollständigen“ Zerstörung Irans gedroht, falls die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werde. Trump bezeichnete den Dialog als „tiefgehend, detailliert und konstruktiv“ und sagte, die Gespräche würden die ganze Woche über fortgesetzt. Die Aussetzung der Angriffe sei vom Erfolg dieser laufenden Kontakte abhängig. Der Konflikt der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran, der am 28. Februar 2026 begonnen hat, hat nach bisherigen Angaben mehr als 4.000 Todesopfer gefordert, die meisten davon in Iran und im Libanon.
Teheran weist Gespräche zurück, Ölpreise brechen ein Die iranischen halbamtlichen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim widersprachen Trumps Darstellung umgehend. Unter Berufung auf offizielle Quellen bestritten sie, dass es mit Washington irgendwelche Verhandlungen gegeben habe, weder direkt noch indirekt. Das iranische Regime, das nach dem Tod seines Vaters am ersten Tag der Bombardierungen nun von Oberstem Führer Mojtaba Khamenei geführt wird, hatte bis Montagnachmittag keine offizielle Stellungnahme zu Trumps Ankündigung veröffentlicht. Eine von der staatlichen Agentur Fars zitierte Quelle erklärte, Trump sei zurückgewichen, nachdem er erfahren habe, dass Iran beabsichtige, sämtliche Kraftwerke in Westasien anzugreifen. Eine offizielle Bestätigung für diese Darstellung lag allerdings nicht vor. Die Märkte reagierten ungeachtet des Dementis aus Teheran unmittelbar auf Trumps Ankündigung. Die Sorten Brent und West Texas Intermediate verloren jeweils mehr als 14 Prozent und fielen auf etwa 96 Dollar beziehungsweise 84,37 Dollar je Barrel. Damit rutschten die Preise wieder unter die Marke von 100 Dollar. Die europäischen Aktienmärkte, die im morgendlichen Handel noch mehr als 2 Prozent im Minus gelegen hatten, drehten bis zum Mittag ins Plus.
Brent (before): 111.63, Brent (after): 96.00, WTI (before): 98.57, WTI (after): 84.37
Iran droht mit Seeminen, Parlamentspräsident warnt vor regionalem Stromausfall Während Trump die Pause ankündigte, verschärfte Iran seinerseits den Ton an mehreren Fronten. Teheran warnte, jeder Versuch der Vereinigten Staaten oder Israels, iranische Küsten oder Inseln anzugreifen, werde die Verlegung von Seeminen auf sämtlichen Zufahrtswegen und Kommunikationslinien im Persischen Golf auslösen. Das ging aus einer Erklärung des iranischen Verteidigungsrats hervor, die von staatlichen Medien veröffentlicht wurde. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, jeder Angriff auf iranische Anlagen werde zur „unumkehrbaren“ Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur in der gesamten Region führen. Iranischen staatsnahen Medien, darunter die Nachrichtenagentur Mehr, veröffentlichten Infografiken mit möglichen Energiezielen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Kuwait unter der Überschrift „Verabschiedet euch vom Strom!“. Das mit der Justiz verbundene Medium Mizan Online veröffentlichte zudem Infografiken, in denen Israels zwei wichtigste Kraftwerke, Orot Rabin und Rutenberg, als mögliche Ziele genannt wurden. Die israelische Armee teilte getrennt davon mit, sie habe Raketen registriert, die aus Iran in Richtung israelisches Staatsgebiet abgefeuert worden seien. Die Luftverteidigungssysteme seien zum Abfangen bereit. Bei einem Angriff auf ein Rundfunkzentrum in der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas gegenüber der Straße von Hormus wurde nach Angaben des iranischen Staatssenders Irib ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt.
20 (%) — Anteil des weltweiten Öl- und Gastransports durch die Straße von Hormus
EU-Außenbeauftragte Kallas dringt auf diplomatischen Weg Die Europäische Union bestätigte am Montag, dass ihre Außenbeauftragte Kaja Kallas in direktem Kontakt mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi steht, um diplomatische Wege zur Deeskalation auszuloten. Der Sprecher für Außenpolitik der EU, Anouar El Anouni, sagte auf einer Pressekonferenz in Brüssel, der Staatenverbund stehe „in ständigem Kontakt mit unseren Partnern in der Region und anderen Ländern, darunter Iran, um weiter an Deeskalation sowie an der Wahrung regionaler Stabilität, Sicherheit und des Völkerrechts zu arbeiten“.
„Wir stehen weiterhin in ständigem Kontakt mit unseren Partnern in der Region und anderen Ländern, wie Sie gesehen haben, darunter auch Iran, um weiter an Deeskalation sowie an der Wahrung regionaler Stabilität, Sicherheit und des Völkerrechts zu arbeiten.” — Anouar El Anouni via 20 minutos
Brüssel bezeichnete eine Wiederöffnung der Straße von Hormus als „dringend“ und erklärte, Kallas habe in ihren Kontakten mit Teheran „klar zu Deeskalation und größtmöglicher Zurückhaltung“ aufgerufen. Auch China meldete sich zu Wort. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums warnte, sollte sich der Krieg weiter ausweiten, könne „die gesamte Region in eine unkontrollierbare Lage geraten“. Der internationale Druck aus Peking und Moskau hatte sich in den Tagen vor Trumps Ankündigung verstärkt. Beide Staaten hatten die Konfliktparteien aufgefordert, eine Eskalation zu vermeiden, die einen weltweiten Zusammenbruch der Energieversorgung auslösen könnte.
Die US-israelische Militärkampagne gegen Iran, die unter der Bezeichnung Operation Epic Fury geführt wird, begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen, bei denen der damalige Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt hat auch den Libanon erfasst, wo israelische Streitkräfte eine Front gegen die Hisbollah wieder eröffneten. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verlaufen, ist seit Beginn des Krieges von Iran blockiert, was die Sorge vor einer globalen Energiekrise verstärkt hat. Der iranische Verteidigungsrat, der die Warnung vor Seeminen veröffentlichte, wurde nach einem zwölftägigen Krieg zwischen Iran und Israel im Juni 2025 eingerichtet, wie aus einer Berichterstattung von RFI hervorgeht.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
- Kaja Kallas — wysoka przedstawicielka Unii Europejskiej do spraw zagranicznych
- Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący parlamentu Iranu od 2020 roku
Sources: 19 articles
- Merz "reconnaissant" envers Trump d'avoir annoncé le report de frappes contre les centrales iraniennes (France 24)
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- Trump aplaza ataques a plantas nucleares iraníes tras afirmar que hay diálogo en curso (France 24)
- Trump anuncia "puntos importantes de acuerdo" con Irán negociados con un líder que no es Mojtaba Jamenei (La Razón)
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- Kallas, en contacto con el ministro de Exteriores iraní para buscar "una vía diplomática" para la desescalada (20 minutos)
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