Wegen eines akuten Personalmangels bei der Transportsicherheitsbehörde TSA sind am Montag an mindestens 14 Flughäfen in den USA Hunderte Beamte der Einwanderungsbehörde ICE eingesetzt worden. Auslöser sind hohe Ausfallquoten, nachdem TSA-Beschäftigte seit dem 14. Februar 2026 infolge eines teilweisen Verwaltungsstillstands ohne Bezahlung arbeiten. Zusätzliche Belastung brachte am Montag ein tödlicher Flugunfall am New Yorker Flughafen LaGuardia.
ICE an mindestens 14 Flughäfen im Einsatz
Wegen der Personalkrise bei der TSA entsandte das DHS am 23. März 2026 Hunderte ICE-Beamte und HSI-Ermittler an große US-Flughäfen, darunter Atlanta, JFK, LaGuardia, Newark und Chicago O'Hare.
TSA-Ausfälle erreichen 11,5 Prozent
Seit dem 14. Februar 2026 arbeiten TSA-Beschäftigte infolge des teilweisen Verwaltungsstillstands ohne Bezahlung. Das führte zu steigenden Fehlzeiten und Kündigungen. An einigen Drehkreuzen fehlte mehr als ein Drittel des Personals.
Trump bringt Nationalgarde ins Gespräch
Donald Trump forderte ICE-Beamte an Flughäfen auf, keine Masken zu tragen, und sagte, er prüfe einen Einsatz der Nationalgarde, falls ICE nicht ausreiche.
Flugunfall in LaGuardia verschärft Lage
Ein tödlicher Zusammenstoß eines Flugzeugs mit einem Lastwagen führte am 23. März zur Schließung von LaGuardia und belastete das nationale Luftverkehrssystem zusätzlich.
Kritik an Eignung von ICE-Beamten
Demokraten, die republikanische Senatorin Lisa Murkowski und Gewerkschaftsvertreter äußerten Zweifel daran, dass ICE-Beamte für Aufgaben im Bereich der Luftsicherheit ausreichend ausgebildet seien.
Hunderte Beamte der Immigration and Customs Enforcement sind am Montag, 23. März 2026, an mindestens 14 Flughäfen in den USA eingesetzt worden. Hintergrund ist eine Personalkrise bei der Transportation Security Administration, die landesweit zu stundenlangen Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen und zu erheblichen Störungen im Reiseverkehr geführt hat. Das Department of Homeland Security bestätigte den Einsatz. Nach Angaben der Behörde wurden ICE-Beamte und Ermittler von Homeland Security Investigations unter anderem zu den Flughäfen Atlanta Hartsfield-Jackson, New York John F. Kennedy International, LaGuardia, Newark Liberty International, Chicago O'Hare, Cleveland, Pittsburgh, Phoenix und Fort Myers entsandt.
Die Kontrolleure der TSA arbeiten seit Beginn des teilweisen Verwaltungsstillstands am 14. Februar 2026 ohne Bezahlung. Das hat zu einem deutlichen Anstieg von Fehlzeiten und Kündigungen geführt. Am Samstag, 21. März, erreichte die Ausfallquote unter den rund 50.000 TSA-Beschäftigten nach Angaben des DHS 11,5 Prozent. Das war der höchste Wert seit Beginn des Stillstands. An Flughäfen in Houston, New York und Atlanta meldete sich jeweils mehr als ein Drittel der TSA-Beschäftigten krank oder war aus anderen Gründen abwesend. Der Flughafen Atlanta Hartsfield-Jackson, der verkehrsreichste Flughafen der USA, riet Passagieren, für Flüge am Montag mindestens vier Stunden früher anzureisen. An einigen Kontrollstellen stiegen die Wartezeiten auf nahezu sechs Stunden. Berichten zufolge prüften dort an einzelnen Punkten nur zwei TSA-Beschäftigte die Reisedokumente.
Der teilweise Verwaltungsstillstand, der das DHS betrifft, begann am 14. Februar 2026, nachdem die Demokraten im Kongress Mittel zurückhielten. Sie reagierten damit auf den Tod der US-Bürger Renee Good und Alex Pretti, die bei einem Einsatz von ICE zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet wurden. Die Demokraten verlangen Reformen. Dazu gehören die Pflicht für ICE-Beamte, eine ordnungsgemäße Kennzeichnung zu tragen, sowie ein Verbot des Einsatzes von Masken bei Operationen. Sie argumentieren, die weitverbreitete Nutzung von Masken erschwere es, einzelne Beamte zur Verantwortung zu ziehen. Die derzeitige Finanzierungslücke ist für TSA-Beschäftigte bereits der zweite längere Verwaltungsstillstand innerhalb von weniger als sechs Monaten. Im Jahr 2025 arbeiteten sie laut Wall Street Journal bereits während eines 43 Tage dauernden Verwaltungsstillstands ohne Bezahlung. ICE selbst arbeitet weiter ohne Einschränkungen, da die Behörde über einen separaten Finanzierungsweg abgesichert ist, der im Rahmen des One Big Beautiful Bill Act von 2025 beschlossen wurde.
Trump fordert ICE-Beamte an Flughäfen zum Ablegen von Masken auf Präsident Donald Trump forderte die an Flughäfen eingesetzten ICE-Beamten öffentlich auf, ihre Gesichtsmasken abzunehmen. Er stellte dies als Zeichen von Offenheit in einem zivilen Umfeld dar. „Ich bin ein GROẞER Befürworter davon, dass ICE Masken trägt, wenn Beamte nach hartgesottenen Kriminellen suchen und gezwungen sind, mit ihnen umzugehen. Ich würde es jedoch sehr begrüßen, wenn es KEINE MASKEN gäbe, wenn sie unserem Land aus dem von den Demokraten verursachten CHAOS an den Flughäfen helfen usw.” — Donald Trump via Wall Street Journal Vor Reportern sagte Trump am Montag außerdem, er werde einen Einsatz der Nationalgarde in Betracht ziehen, falls die Präsenz von ICE nicht ausreiche, um die Warteschlangen an den Flughäfen unter Kontrolle zu bringen. Unabhängig davon deutete Trump an, dass ICE-Beamte an Flughäfen auch Menschen ohne gültige Papiere festnehmen könnten. Nach Angaben des Guardian sagte er, die Beamten könnten nun „Illegale festnehmen, wenn sie ins Land kommen“, fügte aber hinzu, sie seien „wirklich da, um zu helfen“. Tom Homan, der für Trumps zweite Amtszeit als Grenzbeauftragter vorgesehen ist, sagte, ICE-Beamte würden in nicht spezialisierten Aufgaben als „Kraftverstärker“ eingesetzt. Er räumte ausdrücklich ein, dass die Beamten nicht dafür ausgebildet seien, Sicherheitsgeräte wie Röntgenmaschinen zu bedienen. „Es gibt Aufgaben, die wir übernehmen können, um TSA-Beamte von weniger wichtigen Tätigkeiten zu entlasten, etwa die Bewachung eines Ausgangs, damit sie an die Scan-Geräte zurückkehren und die Menschen schneller abfertigen können.” — Tom Homan via Al Jazeera Der amtierende stellvertretende TSA-Administrator Adam Stahl bezeichnete die Funktion der ICE-Beamten am Montagmorgen in einem Interview mit Fox News als „nicht spezialisierte Sicherheitsunterstützung“, darunter auch die Lenkung von Menschenmengen.
Tödlicher Flugunfall in LaGuardia verschärft das Reisechaos am Montag Die Störungen im Reiseverkehr am Montag wurden zusätzlich durch einen tödlichen Flugunfall am Flughafen LaGuardia in New York verschärft. Dort kollidierte am Morgen des 23. März ein Flugzeug mit einem Lastwagen. Nach Angaben des Guardian kamen dabei zwei Piloten ums Leben. Der Unfall führte zur Schließung von LaGuardia und hatte Folgen für das ohnehin stark belastete nationale Luftverkehrssystem. Reisende am Flughafen Hartsfield-Jackson in Atlanta berichteten von einer außergewöhnlich starken Überlastung. Die Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen reichten demnach aus den Terminals bis an den Straßenrand. Tom Healey, ein Reisender aus Alpharetta im Bundesstaat Georgia, sagte dem Guardian, er habe um 8 Uhr bereits seit drei Stunden für einen Flug angestanden, der gegen 9 Uhr starten sollte. Ein anderer Passagier, Karan Ghura, sagte, er habe seit 4 Uhr morgens in der Schlange gestanden, seinen ursprünglichen Flug nach Phoenix verpasst und warte nun erneut, um eine Alternative zu buchen. Mehrere Passagiere berichteten außerdem, dass der beschleunigte Sicherheitsdienst Clear in Atlanta ausgefallen sei. Das habe für Reisende, die für den Umgehungsdienst bezahlt hätten, zusätzliche Verzögerungen verursacht.
Kritik und Zustimmung gleichermaßen: Zweifel am ICE-Plan für Flughäfen Der Einsatz stieß sowohl bei demokratischen Abgeordneten als auch mindestens bei einer republikanischen Senatorin auf Kritik. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, sagte CNN, bei den ICE-Beamten handele es sich „um nicht ausgebildete Personen, wenn es um die Aufgabe geht, die sie jetzt haben“. Er warnte, ihr Einsatz in „hoch sensiblen Situationen an Flughäfen“ werde Spannungen verstärken. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski nannte die Maßnahme laut Notícias ao Minuto eine „schlechte Idee“. Vorrang müsse es haben, den Finanzierungsstreit um das DHS zu beenden und sicherzustellen, dass die TSA-Beschäftigten bezahlt würden. Everett Kelley, Präsident der American Federation of Government Employees, warnte, ICE-Beamte seien weder für Luftsicherheit ausgebildet noch entsprechend zertifiziert. Atlantas Bürgermeister Andre Dickens erklärte in einer Stellungnahme, der Einsatz des Bundes sei „nicht dazu gedacht, Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts durchzuführen“. Die Rolle der ICE-Beamten beschränke sich auf die Lenkung von Menschenmengen und das Management von Sicherheitsschlangen in Inlandsterminals. Der Milliardär Elon Musk bot am Samstag auf der Plattform X an, die TSA-Beschäftigten während der Finanzierungslücke zu bezahlen. Trump sagte Reportern am Montag, er unterstütze diesen Vorschlag. „Ja, das würde ich gern sehen. Ich finde das großartig. Er soll das tun.” — Donald Trump via Wall Street Journal Die Verhandlungen im Kongress waren bis Montag weiterhin festgefahren. Die Demokraten knüpfen eine Wiederherstellung der Finanzierung des DHS weiter an Änderungen bei den Einsatzpraktiken von ICE.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Tom Homan — car ds. granicy na drugą prezydenturę Trumpa
- Andre Dickens — 61. burmistrz Atlanty w stanie Georgia
- Elon Musk — miliarder, który zaoferował opłacenie wynagrodzeń pracowników TSA w czasie impasu
Sources: 20 articles
- Des agents de l'ICE en renfort dans les aéroports américains (La Libre.be)
- Des policiers de l'immigration en renfort dans les aéroports américains (La Libre.be)
- Trump despliega agentes del ICE en los aeropuertos ante la ausencia de personal de seguridad (LaVanguardia)
- US air system under strain: frozen funding, ICE agents in airports, crash shutting LaGuardia (Reuters)
- ICE Agents Fan Out at Airports Across the U.S. (The New York Times)
- Trump deploys ICE agents to US airports amid staffing issues, delays (Al Jazeera Online)
- TSA lines stretch for hours as Trump deploys ICE agents to US airports (The Guardian)
- ICE agents expected at Pittsburgh airport (Axios)
- Warum stehen auf US-Airports plötzlich ICE-Beamte herum? (der Standard)
- ICE agents deployed to over a dozen US airports; activities to include 'arrest of all illegal immigrants' (Irish Independent)