US-Präsident Donald Trump hat für Ende dieser Woche ein Telefonat zwischen der Führung Israels und des Libanon angekündigt, das erste dieser Art seit rund 34 Jahren. Während die israelische Seite das Gespräch zwischen Netanjahu und Aoun bestätigte, gab sich die Regierung in Beirut offiziell unwissend. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe und diplomatischer Bemühungen in Washington.
Diplomatischer Durchbruch angekündigt
Präsident Trump kündigte den ersten direkten Kontakt zwischen der Führung Israels und des Libanon seit 1991 an.
Widersprüchliche Aussagen aus Beirut
Während Israel das Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun bestätigt, weist die libanesische Regierung Berichte über geplante Kontakte offiziell zurück.
Vorangegangene Botschaftertreffen
In Washington trafen sich die Botschafter beider Länder erstmals seit Jahrzehnten zu direkten Gesprächen, die als „konstruktiv“ beschrieben wurden.
Fortsetzung der militärischen Operationen
Trotz Verhandlungen ordnete Israel die Ausweitung einer Pufferzone im Südlibanon und die Bekämpfung von Hisbollah-Kämpfern bis zum Litani-Fluss an.
US-Präsident Donald Trump gab auf seiner Plattform Truth Social bekannt, dass die Staatsführungen von Israel und dem Libanon zum ersten Mal seit etwa 34 Jahren direkt miteinander sprechen werden. Das Treffen soll am Donnerstag, den 16. April, oder Freitag, den 17. April 2026, stattfinden. Trump schrieb, Ziel des Kontakts sei es, „etwas Atempause zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen“, spezifizierte jedoch weder die Teilnehmer noch den Ort oder das Format des Gesprächs. Die israelische Ministerin für Innovation, Gila Gamliel, bestätigte, dass Premierminister Benjamin Netanjahu mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun sprechen werde. Ein Vertreter der libanesischen Regierung erklärte jedoch gegenüber den Nachrichtenagenturen AFP und Al Jazeera, dass Beirut „keine Kenntnis von geplanten Kontakten mit der israelischen Seite“ habe und „über offizielle Kanäle nicht darüber informiert wurde“. Weder Netanjahu noch der libanesische Premierminister Nawaf Salam hatten sich bis Donnerstagmorgen öffentlich zu der Ankündigung geäußert.
Gespräche in Washington brachen das Eis nach Jahrzehnten des Schweigens Trumps Ankündigung folgt auf die ersten direkten diplomatischen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten, die am Dienstag, den 14. April 2026, in Washington stattfanden. Dabei trafen die Botschafter beider Länder persönlich zusammen. Der israelische Botschafter Yechiel Leiter und die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad nahmen an der etwa zweistündigen Sitzung teil, die laut dem US-Außenministerium zu keiner sofortigen Einigung führte. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Gespräche in Washington als „historische Chance“. Botschafter Leiter nannte die Sitzung einen „wunderbaren Austausch“ und erklärte, die libanesische Regierung habe klargestellt, dass sie „nicht länger von der Hisbollah besetzt sein will“. Botschafterin Moawad beschrieb die Gespräche als „konstruktiv“, forderte jedoch laut dem Guardian einen Waffenstillstand, die Rückkehr von Vertriebenen und Maßnahmen zur Bewältigung der humanitären Krise. Beide Seiten einigten sich in der Folge grundsätzlich darauf, direkte Verhandlungen fortzusetzen, wobei die Inhalte dieser Verhandlungen weiterhin stark umstritten sind.
„„Die libanesische Regierung hat klargestellt, dass sie nicht länger von der Hisbollah besetzt sein will“” — Yechiel Leiter via AP
Die letzten direkten Gespräche zwischen den Staatsführungen Israels und des Libanon fanden laut NOS während der Madrider Konferenz im Jahr 1991 statt. Bilaterale Friedensverhandlungen dauerten bis 1993 an, danach folgten nur noch indirekte Konsultationen. Die aktuelle Eskalation begann mit dem Start der Operation Epic Fury am 28. Februar 2026, als Israel und die Vereinigten Staaten Militärschläge gegen den Iran starteten. Die vom Iran unterstützte Hisbollah nahm daraufhin die Angriffe auf Israel wieder auf, was schwere israelische Schläge gegen den Libanon auslöste. Am 8. April 2026 wurde ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, doch Israel betonte, dass diese Vereinbarung den Libanon nicht einschließe, und setzte seine Militäroperationen dort fort.
Hisbollah lehnt Gespräche ab, Netanjahu ordnet Ausweitung der Pufferzone an Die Hisbollah war bei den Gesprächen in Washington nicht vertreten, obwohl ihr politischer Flügel Sitze in der libanesischen Regierung innehat. Der hochrangige Hisbollah-Funktionär Wafiq Safa erklärte, die Gruppe fühle sich an keinerlei Verhandlungsergebnisse gebunden. Die Hisbollah fordert eine Rückkehr zum Waffenstillstandsrahmen von 2024, der indirekt durch die USA, Frankreich und die UN-Mission UNIFIL vermittelt worden war. Unterdessen erklärte Netanjahu in einer Fernsehansprache, Israels Ziele in den Verhandlungen seien die Entwaffnung der Hisbollah und „Frieden durch Stärke“. Er wies zudem die israelischen Verteidigungsstreitkräfte an, eine Sicherheits-Pufferzone im Südlibanon weiter auszuweiten. Israelische Soldaten im Gebiet südlich des Litani-Flusses erhielten Befehl, jeden Hisbollah-Kämpfer in der Zone anzugreifen. Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich warnte, der Süden Beiruts werde „eine ähnliche Zerstörung wie Gaza erleiden“, und Verteidigungsminister Israel Katz argumentierte, es dürfe „keine Häuser oder Siedlungen“ im Südlibanon geben. Israelische Medien berichteten, die Regierung beabsichtige nicht, die Angriffe trotz Bitten der libanesischen Regierung einzustellen, reduzierte jedoch auf Druck der USA die Angriffe auf Beirut.
Fast 2.200 Tote im Libanon – Hoffnung auf Waffenstillstand fragil Die humanitären Folgen im Libanon haben sich seit der Eskalation nach den Schlägen gegen den Iran im Februar drastisch verschärft. Libanesische Behörden berichteten, dass in den rund sechs Wochen des Konflikts fast 2.200 (Personen) — Getötete im Libanon in etwa sechs Wochen des Konflikts ums Leben gekommen sind. Große Teile des Südlibanon liegen in Trümmern, die kritische Infrastruktur ist zerstört. Das israelische Militär gab an, am Mittwoch, den 15. April, allein 200 Angriffe auf den Libanon durchgeführt zu haben. Laut Al Jazeera wurden erst am Mittwoch vier humanitäre Helfer bei israelischen Angriffen getötet. Libanesische Beamte erklärten gegenüber der Financial Times, dass die Bekanntgabe eines Waffenstillstands „in Kürze“ erwartet werde. Ein hochrangiger Vertreter der Trump-Regierung sagte derselben Zeitung, der US-Präsident würde ein Ende der Feindseligkeiten zwischen Israel und dem Libanon „begrüßen“. Der Iran und Pakistan, das als Vermittler auftrat, bestanden darauf, dass der Libanon in den am 8. April zwischen Teheran und Washington vereinbarten Waffenstillstandsrahmen einbezogen wird – eine Position, die sowohl Israel als auch die USA ablehnten. Laut Israel Hayom nannte ein US-Diplomat das Framework der Abraham-Abkommen als langfristiges Ziel der Verhandlungen – mit einem potenziellen Beitritt des Libanon zum Normalisierungsprozess. Bisher hat jedoch kein libanesischer Offizieller dieses Ziel unterstützt.
Wichtige Ereignisse in der Diplomatie zwischen Israel und dem Libanon, 2026: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Benjamin Netanyahu — Premier Izraela od 2022 roku
- Michel Aoun — 13. prezydent Libanu w latach 2016–2022
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Yechiel Leiter — Ambasador Izraela w Stanach Zjednoczonych
- Wafiq Safa — Urzędnik Hezbollahu
Sources: 11 articles
- Trump Says Leaders From Israel and Lebanon Will Speak Thursday (The New York Times)
- Trump kündigt Spitzengespräch zwischen Israel und Libanon an (Deutsche Welle)
- ترامب يؤكد أن رئيس وزراء إسرائيل والرئيس اللبناني سيجريان محادثات مباشرة الخميس (France 24)
- Trump kondigt topoverleg aan tussen Israël en Libanon (NOS)
- Trump duyurdu: İsrail ile Lübnan liderleri buluşuyor (Deutsche Welle)
- Beiroet: geen ontmoeting van leiders Israël en Libanon (NOS)
- Libanon 'niet op de hoogte' van door Trump geannonceerd onderhoud met Israël (NRC)
- USA/ Trump: Przywódcy Izraela i Libanu przeprowadzą rozmowy (Nasz Dziennik)
- Guerre au Moyen-Orient - Le Liban "n'est pas au courant" d'un prochain contact avec Israël (La Libre.be)
- Trump kündigt Spitzentreffen zwischen Israel und Libanon an (Berliner Zeitung)