US-Präsident Donald Trump hat am Freitag erklärt, Washington werde NATO-Verbündete womöglich künftig nicht mehr verteidigen. Als Begründung nannte er deren aus seiner Sicht unzureichende militärische Unterstützung im laufenden Krieg zwischen den USA und Iran. Die Äußerungen werfen neue Fragen zur Verlässlichkeit der amerikanischen Sicherheitszusagen für Europa auf.
Trump stellt NATO-Schutz offen infrage
Der US-Präsident sagte, Washington müsse Verbündete womöglich künftig nicht mehr verteidigen, wenn sie die USA nicht unterstützten.
Streit über die Straße von Hormus
Im Zentrum der Kritik steht die iranische Blockade der Straße von Hormus, die für den Ölhandel von großer Bedeutung ist.
Rutte weist Vorwurf zurück
Der NATO-Generalsekretär machte geltend, die USA hätten ihre Verbündeten vor dem Angriff auf Iran nicht informiert.
Waffenstillstandsvorschlag läuft parallel
Trump ließ Iran nach Angaben aus Suchergebnissen einen 15-Punkte-Plan über Pakistan zukommen.
US-Präsident Donald Trump warnte am Freitag, Washington werde NATO-Verbündete womöglich künftig nicht mehr verteidigen, und verwies dabei auf deren mangelnde militärische Unterstützung im laufenden Krieg zwischen den USA und Iran. Trump äußerte sich bei einer Investorenveranstaltung in Miami und richtete seinen Unmut vor allem gegen die europäischen Mitgliedstaaten des NATO-Bündnisses. Die Äußerungen sind seine bislang schärfste öffentliche Attacke auf die transatlantische Sicherheitsordnung und werfen neue Fragen nach der Verlässlichkeit der US-Verteidigungszusagen für Europa auf.
„Sie waren einfach nicht da. Wir geben jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar für die NATO aus, Hunderte, um sie zu schützen. Wir wären immer für sie da gewesen. Aber jetzt, angesichts ihres Handelns, müssen wir das nicht mehr tun, oder? Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?” — Donald Trump via De Gelderlander
Die Vereinigten Staaten und Israel haben am 28. Februar 2026 mit militärischen Operationen gegen Iran begonnen, die unter der Bezeichnung Operation Epic Fury liefen. Bei den Angriffen wurde Ali Khamenei, Irans langjähriger Oberster Führer, am ersten Tag der Kampagne getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Seitdem hat sich der Konflikt auf eine iranische Blockade der Straße von Hormus ausgeweitet, einem wichtigen Engpass für weltweite Öllieferungen. US-Vertreter haben erklärt, sie rechneten damit, dass die Militäraktionen innerhalb von Wochen und nicht erst in Monaten enden würden.
Blockade der Straße von Hormus wird zum Streitpunkt unter Verbündeten Trumps schärfster Vorwurf richtete sich gegen die Blockade der Straße von Hormus, die Iran nach Beginn der Kampfhandlungen verhängt hatte. Der US-Präsident zeigte sich vor allem darüber verärgert, dass die europäischen Verbündeten keine militärischen Mittel beigesteuert hätten, um die iranische Seeblockade zu durchbrechen. In den vergangenen Wochen hatte Trump NATO-Verbündete wegen ihrer Abwesenheit aus dem Konflikt bereits als „Feiglinge“ bezeichnet. Seine Äußerungen bei der Investorenveranstaltung in Miami verschärften diese Rhetorik zu einer direkten Bedrohung der gegenseitigen Beistandsgarantie des Bündnisses. Die Kommentare fanden in den europäischen Hauptstädten umgehend Beachtung, wo die Regierungen den Konflikt verfolgen, ohne sich formell an den militärischen Operationen der USA und Israels zu beteiligen.
Rutte verteidigt Europa und verweist auf fehlende US-Warnung vor den Angriffen NATO-Generalsekretär Mark Rutte wies Trumps Kritik zurück und sagte, Europa stehe „im Großen und Ganzen auf der Seite des Krieges“. Rutte, ein niederländischer Politiker, der seit Oktober 2024 Generalsekretär des Bündnisses ist, lieferte eine deutliche Erklärung für die Verzögerung des europäischen militärischen Engagements. Die europäischen Verbündeten bräuchten mehr Zeit, um vor allem bei der Blockade der Straße von Hormus zu helfen, weil die Vereinigten Staaten ihre NATO-Verbündeten vor dem Angriff auf Iran nicht informiert hätten, sagte er. Damit verschob er die Verantwortung für die fehlende Abstimmung indirekt auf Washington und nicht auf die europäischen Hauptstädte. Auf Trumps weitergehende Drohung, den Mitgliedern des Bündnisses künftigen US-Militärschutz zu verweigern, ging Rutte nicht direkt ein.
Trumps Waffenstillstandsvorschlag läuft parallel zu Spannungen im Bündnis Die Spannungen innerhalb des Bündnisses fielen zeitlich mit einer separaten diplomatischen Aktivität aus Washington zusammen. Aus Suchergebnissen im Netz geht hervor, dass Trump über Pakistan einen 15-Punkte-Waffenstillstandsvorschlag an Iran übermittelt habe, in dem er die Beseitigung von Irans Beständen hochangereicherten Urans und ein Ende der Anreicherungsaktivitäten verlangte. US-Vertreter haben zudem öffentlich erklärt, sie rechneten damit, dass die Militäraktionen gegen Iran innerhalb von Wochen enden würden. Die gleichzeitige Kombination aus militärischem Druck und diplomatischer Annäherung erschwert europäischen Regierungen die Einschätzung ihrer Reaktion. Trumps wiederholte öffentliche Angriffe auf die Geschlossenheit der NATO sprechen jedoch dafür, dass selbst ein rasches Ende des Iran-Krieges die grundlegenden Spannungen zwischen Washington und seinen europäischen Partnern über Lastenteilung und vorherige Konsultationen vor militärischen Aktionen nicht ausräumen dürfte.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Mark Rutte — 14. sekretarz generalny NATO
Sources: 1 articles
- Trump haalt opnieuw uit naar Navo-landen: 'We hoeven ze niet meer te helpen' (De Gelderlander)
- Irankrieg und die Nato: Donald Trump stellt Unterstützung für Nato infrage (ZEIT ONLINE)
- Donald Trump dit que les États-Unis pourraient ne pas venir en aide à l'Otan en cas de besoin (Ouest France)
- Trump assure que les États-Unis pourraient ne pas venir en aide à l'Otan en cas de besoin (Le Figaro.fr)
- Trump warnt wegen fehlender Unterstützung der Nato-Partner vor möglichen Konsequenzen (stern.de)
- USA by nemusely přijít NATO v případě potřeby na pomoc, prohlásil Trump (ČT24 - Nejdůvěryhodnější zpravodajský web v ČR - Česká televize)
- Trump dit que les Etats-Unis pourraient ne pas venir en aide à l'Otan en cas de besoin (La Libre.be)
- Keine Hilfe der Nato gegen Iran: Trump stellt Beistand für europäische Verbündete infrage (N-tv)
- Trump says 'we don't have to be there for NATO' (Reuters)
- Iran-Krieg: Trump stellt Unterstützung für Nato-Partner infrage (ZEIT ONLINE)