US-Präsident Donald Trump wird am Mittwoch im Oval Office einen möglichen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO mit dem Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, erörtern. Das Treffen findet vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Washington und seinen europäischen Partnern über den Iran-Konflikt statt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte die Tagesordnung nur wenige Stunden vor dem geplanten Gespräch.

Möglicher NATO-Austritt der USA

Präsident Trump erörtert aktiv die Beendigung der US-Mitgliedschaft in der NATO, nachdem Verbündete die Unterstützung im Iran-Konflikt verweigerten.

Kritik an europäischer Lastenteilung

Das Weiße Haus wirft den Alliierten vor, den Schutz der USA zu beanspruchen, aber dem Land in Krisenzeiten den Rücken zu kehren.

Vetos gegen Basisnutzung

Spanien und Italien untersagten den USA die Nutzung militärischer Infrastruktur für Operationen gegen den Iran, was den Unmut Washingtons auslöste.

Rutte als Vermittler

Der NATO-Generalsekretär versucht, die Wogen durch diplomatisches Geschick und Anerkennung der US-Militärleistungen zu glätten.

US-Präsident Donald Trump wird am Mittwoch im Oval Office einen möglichen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO mit dem Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, erörtern. Wie das Weiße Haus mitteilte, erreichten die Spannungen zwischen Washington und seinen europäischen Partnern über den Iran-Konflikt damit einen neuen Höhepunkt. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte die Tagesordnung wenige Stunden vor dem Zusammentreffen der beiden Politiker. Leavitt formulierte das Thema in deutlichen Worten und warf dem Bündnis vor, die Vereinigten Staaten in einem kritischen Moment im Stich gelassen zu haben. Es wird erwartet, dass Trump und Rutte auch über den allgemeinen Zustand der transatlantischen Beziehungen beraten, einschließlich des Krieges in der Ukraine und der Verpflichtungen zu Verteidigungsausgaben. Das Treffen ist von besonderem Gewicht, da es nur einen Tag nach der Vereinbarung eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen Washington und Teheran am 7. April 2026 stattfindet, der auf mehrwöchige aktive Kampfhandlungen seit dem 28. Februar folgte. Die europäischen Verbündeten hatten sich weitgehend geweigert, an dem von den USA geführten Militäreinsatz teilzunehmen. Die Folgen dieser Weigerung bedrohen nun den Zusammenhalt des Bündnisses in seinen Grundfesten.

Leavitt äußert scharfe Kritik am Verhalten der NATO Leavitt nutzte ihr wöchentliches Pressebriefing für die bislang schärfste öffentliche Bewertung der NATO-Leistung während des Iran-Konflikts durch das Weiße Haus. Auf Nachfragen von Reportern zum Zustand des Bündnisses zitierte sie den Präsidenten direkt.

„Es ist sehr bedauerlich, dass die NATO dem amerikanischen Volk in den letzten sechs Wochen den Rücken gekehrt hat, wo es doch die Amerikaner sind, die ihre Verteidigung finanzieren.” — Karoline Leavitt via France 24

Zudem gab sie Trumps eigene Worte zu dieser Angelegenheit wieder.

„Sie wurden geprüft und sie haben versagt.” — Karoline Leavitt via Bloomberg Business

Leavitt bestätigte, dass ein NATO-Austritt nicht nur ein hypothetisches Szenario, sondern ein aktiver Gegenstand der präsidialen Überlegungen sei. Es sei „etwas, das der Präsident diskutiert hat“ und gegenüber Rutte ansprechen werde. Sie fügte hinzu, dass Trump einem „sehr offenen Gespräch“ mit dem Generalsekretär entgegensehe. Das Weiße Haus ließ zudem die Möglichkeit offen, dass sich Trump nach dem Treffen öffentlich äußern könnte; Reporter könnten im Anschluss „direkt vom Präsidenten hören“.

Vetos aus Spanien und Italien verschärfen den Konflikt Der unmittelbare Auslöser für Trumps Verärgerung war die Weigerung mehrerer NATO-Verbündeter, den Vereinigten Staaten die Nutzung von Militärstützpunkten auf ihrem Territorium für Operationen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu gestatten. Spanien und Italien legten jeweils ein Veto gegen die Nutzung von US-Stützpunkten auf ihrem Boden für konfliktbezogene Aktivitäten ein und verwiesen laut Berichten von Europa Press auf vertragliche Einschränkungen. Trump hatte zudem die europäischen Partner aufgefordert, sich an einer Marinemission zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu beteiligen – eine Bitte, die unerfüllt blieb. Als Reaktion darauf bezeichnete Trump NATO-Mitglieder gegenüber der britischen Zeitung The Telegraph öffentlich als „Feiglinge“ und nannte das Bündnis einen „Papiertiger“. Laut Bloomberg belebte er zudem eine frühere Verstimmung über die Weigerung von NATO-Staaten wieder, sein Interesse am Erwerb von Grönland zu unterstützen, einem dänischen Territorium und NATO-Mitglied. Die Häufung dieser Streitpunkte verwandelte den planmäßigen diplomatischen Besuch in eine folgenschwere Konfrontation über die Zukunft des Bündnisses.

Die NATO sieht sich seit Trumps Rückkehr in das Präsidentenamt im Januar 2025 wiederholt internen Spannungen ausgesetzt. Bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 erwog Trump laut Suchergebnissen einen Austritt aus dem Bündnis. Die aktuelle Krise wurzelt in der US-israelischen Militärkampagne gegen den Iran, die unter dem Namen Operation Epic Fury am 28. Februar 2026 begann, nachdem der damalige Oberste Führer Ali Chamenei bei den ersten Angriffen getötet worden war. Europäische Verbündete lehnten eine Teilnahme an der Kampagne ab, und der Streit um den Zugang zu Stützpunkten sowie die Mission in der Straße von Hormus ließen diese Meinungsverschiedenheiten zu einem offenen Bruch eskalieren.

Ruttes Ruf als Vermittler vor seiner härtesten Prüfung Mark Rutte traf in Washington mit dem etablierten Ruf eines diplomatischen Brückenbauers zwischen Trump und dem Rest des Bündnisses ein. Der ehemalige niederländische Ministerpräsident, der im Oktober 2024 das Amt des NATO-Generalsekretärs übernahm, wurde von mehreren Medien als „Trump-Flüsterer“ bezeichnet, da er in der Lage sei, den US-Präsidenten durch direktes Engagement und gelegentliches Lob zu steuern. Rutte hatte bereits versucht, die Spannungen bezüglich des Irans zu entschärfen, indem er öffentlich erklärte, dass die US-Bemühungen zur Schwächung der militärischen Fähigkeiten Teherans zu „begrüßen“ seien. Trump reagierte darauf wohlwollend und nannte Rutte einen „wunderbaren Kerl“. Vor dem Treffen im Oval Office hielt Rutte eine separate Sitzung mit US-Außenminister Marco Rubio ab, in der beide über Operation Epic Fury, den russisch-ukrainischen Friedensprozess und die Lastenteilung innerhalb der NATO sprachen. Der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Tommy Pigott, bestätigte, dass die Gespräche zwischen Rubio und Rutte auch die „verstärkte Koordination und Lastenverschiebung mit den NATO-Verbündeten“ betrafen. Verteidigungsminister Pete Hegseth war ebenfalls an den hochrangigen Gesprächen in Washington beteiligt. Ein NATO-Vertreter erklärte, Rutte wolle die Treffen nutzen, um auf der transatlantischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie aufzubauen und gleichzeitig die Sicherheitslagen im Iran und in der Ukraine anzusprechen.

Weg zum Treffen im Oval Office: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Mark Rutte — 14. sekretarz generalny NATO
  • Karoline Leavitt — Rzeczniczka prasowa Białego Domu
  • Marco Rubio — Sekretarz stanu USA i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
  • Pete Hegseth — Sekretarz obrony Stanów Zjednoczonych

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